Nadja Brodzina

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Warum habe ich ständig ein schlechtes Gewissen?

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Es gibt verschiedene Gründe, warum die meisten Menschen ein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn sie etwas tun, was anderen vielleicht nicht gefällt. Da ist das Schuldgefühl. Das Gefühl, schuld daran zu haben, dass es jemand anderem durch meine Entscheidung schlecht geht. Da ist das geringe Selbstwertgefühl, das einem suggeriert, nicht richtig zu sein, nicht richtig zu handeln. Dann ist da auch die Frage, wie sehr stehe ich zu dem, was ich gerade sage oder tue. Übernehme ich gerade etwas von anderen und merke dann, dass es sich gar nicht gut anfühlt? Ist das schlechte Gewissen vielleicht auch nützlich? Nicht zuletzt ist das schlechte Gewissen auch ein Selbstschutz. In welcher Hinsicht? Das erfährst du im nächsten Artikel.

Das schlechte Gewissen als Hilfestellung?

Es fühlt sich nicht gut an, das schlechte Gewissen. Wir tun alles, um es loszuwerden und haben das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Aber im Grunde ist es nicht nur schlecht, ein schlechtes Gewissen zu haben. Es zeigt uns, dass etwas nicht „richtig“ ist. Es gibt also eine Diskrepanz zwischen meinen Wertvorstellungen und meinem tatsächlichen Handeln. Die Erkenntnis, dass ich anders handle, als ich es eigentlich möchte, ist ein guter Anlass, etwas zu ändern. Es ist wichtig zu hinterfragen, welchen Wert ich hier missachte und warum ich das tue. Oft sind es Erwartungen von außen, die uns leiten. Auch veraltete Überzeugungen aus der Familie beeinflussen unser Handeln. Andererseits haben wir auch die Möglichkeit, uns zu entschuldigen, wenn wir merken, dass ich mich falsch verhalten habe. Zusammengefasst sind das 2 Möglichkeiten, mit dem schlechten Gewissen umzugehen:

  1. Ich stelle eine Diskrepanz, zwischen Werten und Handlungen fest. Ich hinterfrage meine Werte, gleiche diese ab und verändere meine Handlung.
  2. Ich reflektiere mich, erkenne meinen Fehler und entschuldige mich für mein Fehlverhalten, womit ich ggf. die Bindung zu meinem Gegenüber stärken kann

Selbstvertrauen ist auch hier der Schlüssel zum Glück

Wie in so vielen Bereichen im Leben, gilt auch beim Thema Gewissen: je selbstbewusster du bist, umso weniger nagt das schlechte Gewissen an dir. Das schlechte Gewissen ist gekennzeichnet durch Schuldgefühle. Diese entstehen dort, wo wir glauben anderen etwas schlechtes anzutun. In dem Moment wo wir das Eine tun, während wir das Andere denken, haben wir einen Kloß im Magen.

“du darfst nicht nur an dich denken“

“du musst dich gesund ernähren und Sport machen“

“sei nicht so faul“

“willst du nicht, dass andere stolz auf dich sind? Dann tu auch etwas dafür“

“du bist für die Familie verantwortlich“

Um nur ein paar Denkmuster/ Glaubenssätze aufzulisten. Diese und viele andere Denkvorgaben beeinflussen uns und unseren Blick auf uns selbst. Wenn wir jahrelang solche Dinge eingetrichtert bekommen, wie sollen wir dann plötzlich etwas ändern. Wie sollen wir ohne weiteres auf die Idee kommen, dass das falsch sein könnte? Und was ist überhaupt falsch und richtig? Letztes entscheidest du ganz alleine. Niemand kann das für dich entscheiden. Du kannst nur für dich filtern, was du von den vorgelebten Glaubenssätzen übernimmst und welche du als nicht “richtig“ empfindest. Danach kannst du dich richten und deine eigenen richtigen Glaubenssätze entwickeln. Klar ist aber auch, wenn du diese Vorgaben, in deinem Innern, mit dir rum trägst und du dann anders handelst, dass sich dein schlechtes Gewissen meldet und dir suggeriert, dass du gerade etwas falsch machst. Aber vielleicht weiß dein inneres schon längst, was richtig für dich ist und du musst es nur noch annehmen und leben? Auf jedenfall solltest du dir immer bewusst machen, was du möchtest und wofür du stehst. Wenn du das herausgefunden hast, merkst du, dass es dir deutlich leichter fällt, zu deiner Entscheidung zu stehen. Ohne schlechtes Gewissen!

3.Weniger entschuldigen: Du fragst dich: „Ist das nicht kontraproduktiv? Ich muss doch die Verantwortung für mein Handeln übernehmen! “Richtig, aber im Allgemeinen entschuldigen sich Menschen viel zu oft für Dinge, für die sie nichts können. Einfühlungsvermögen und Höflichkeit sind wichtig, aber denk auch an dich selbst. Sich für jede Kleinigkeit zu entschuldigen, wirkt nicht authentisch und lässt dich in Selbstmitleid zerfließen. Das wirkt nicht sehr selbstbewusst. Wenn du dich ständig entschuldigst, gibst du vor allem dir selbst das Gefühl, alles falsch zu machen.

4. Sei du selbst: People pleasing adé. Wer ein Problem mit dir hat, hat sprichwörtlich ein Problem. Aber mit sich selbst! Vergiss nicht, dass du nicht dazu da bist, jemandem zu gefallen. Du musst 24/7 mit dir aushalten, sonst niemand. Also feel free und tu, was dir gefällt. Wenn du damit dann gefällst, dann ist es richtig!

(self) – security first

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Wie wir bereits gelernt haben, geht schlechtes Gewissen mit Schuldgefühlen einher. Aber im Grunde möchte niemand Schuldgefühle erleben und noch weniger mag der Mensch es, selbst dafür verantwortlich zu sein. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir die Schuld für unsere Schuldgefühle gerne bei anderen suchen bzw. finden wollen.

“Du bist schuld, dass ich soviel gegessen habe, du musst mich bremsen“

“Ich bin wegen dir nicht zum Sport und deshalb fühl ich mich träge“

“Weil du immer weinst, wenn ich verreise, bleibe ich hier“

Es ist ein Hin und Her der Verantwortung. Ich tue etwas nicht, weil es dir nicht gefällt, und das weckt Schuldgefühle, bei mir. So steht aber niemand zu seinen wahren Gefühlen und handelt nicht so, wie er es gerne möchte. Authentischer wäre es zu sagen: „Weil es mir so gut schmeckt, habe ich zu viel gegessen. Oder: “Ich habe einfach keine Lust auf Sport und fühle mich jetzt träge und faul“. Das würde aber bedeuten, sich einzugestehen, dass man gegen die eigenen Werte gehandelt hat. Einfacher ist es, zuerst jemand anderen zu beschuldigen. Der muss dann auch eine Lösung finden. So schön, so gut. Das Problem bei diesem Ansatz ist, dass niemand eine Lösung für uns selbst finden kann. Wir sind Individuen und so individuell sind auch die Lösungsansätze. Wieder einmal wird deutlich, wie wichtig es ist, ein gesundes Selbstwertgefühl zu haben. Du kannst dein schlechtes Gewissen also auch hier wieder sehr gut nutzen, um festzustellen, ob du gerade Verantwortung, für deine Emotion, abgeben willst oder welches Thema hinter deinem gewissem steckt.

Nutze dein schlechtes Gewissen als emotionale Alarmanlage und hinterfrage die Situation ganz konkret. Das Gewissen meldet sich selten grundlos. Natürlich gibt es Menschen, denen wir einfach nicht wehtun wollen und bei denen wir deshalb anders handeln, als wir es gerne würden. Aber damit können wir bewusst umgehen. Es geht nicht darum, bewusst zu schaden. Vielmehr geht es darum, Entscheidungen bewusst von innen heraus zu steuern und damit sich selbst und anderen gegenüber ehrlich zu sein.

Was sagt dein Gewissen? Du sollst der werden, der du bist. – Friedrich Nietzsche-

Dein Coach Nadja

Mein Partner geht einfach keinen Kompromiss ein – das ist unfair

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Gift für eine Partnerschaft

So könnte man den Kompromiss auch nennen. In Stellenanzeigen mag es Sinn machen, jemanden zu suchen, der anpassungsfähig und kompromissbereit ist. In Beziehungen nicht! Schon unsere Großeltern wussten, dass Kompromissbereitschaft elementar für eine gute Partnerschaft ist. Wobei vor 50 Jahren darunter eher verstanden wurde, dass der Mann bestimmt, wo, wann und wie etwas zu geschehen hat. Die Frau musste dann kompromissbereit sein. In der Regel war der Mann der Versorger und damit derjenige, der entschied. Heute kämpfen Frauen vehement darum, unabhängig und selbstbestimmt zu sein und als solche anerkannt zu werden. Und schon sind sie wieder in der Abhängigkeit. Oder in einem Kompromiss. Ein Kompromiss ist nichts anderes als eine Abhängigkeit. Abhängigkeit davon, dass der andere die Hälfte seiner Wünsche aufgibt, um die Hälfte der eigenen Wünsche zu erfüllen. So haben beide eine vermeintliche Lösung gefunden, den sogenannten Mittelweg. Im Grunde haben aber beide nichts anderes erreicht, als das aufzugeben, was ihnen wichtig ist und was sie sich gewünscht haben, und so bleiben 2 halbzufriedene Menschen zurück. Wer jahrelang nur halb zufrieden ist, wird irgendwann ganz unzufrieden. Das klingt wünschenswert! *Ironie off*

Rot und Weiß wird Rosa

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Lisa und Sam können sich nicht auf eine Wandfarbe für das Schlafzimmer einigen. Lisa möchte weiß. Sie mag es clean und minimalistisch, nicht viel Schnörkel. Sam hingegen mag knallige Farben. Mit Rot verbindet er Erotik und findet das passt ins Schlafzimmer. Nach langem hin und her fällt das Wort Kompromiss. Wie kann von jedem etwas einfließen? Sie mischen beide Farben und haben nun ein zartes Rosa. Es ist also weder clean noch knallig. Im Gegenteil, beide finden diese Bonbonfarbe schrecklich und wenig erotisch. Es ist aber nunmal ein Kompromiss. Das Beispiel zeigt, was bei jedem Kompromiss passiert: keiner bekommt, was er möchte. Es gibt zwei Verlierer, jeder ist unzufrieden. Einer von beiden kann dann sagen: “komm, es ist ja nicht für immer“ Das wäre dann sich die Sache schöngeredet. Mit Urlaubsplänen ist es nicht anders. Wenn der eine auf die Bahamas möchte, die andere lieber nach Thailand, dann wäre Libyen ungefähr die geografische Mitte. Wirklich eine Alternative?

Es ist eine neue Variante, eine Mischung von Forderungen, meist jedoch ein Ergebnis mit reduzierten Vorstellungen. Kompromisse sind für beide frustrierend. Das Motto ist: ich bekomme zwar nicht, was ich will, dafür bekommst Du aber auch nicht, was Du willst.

Für kurzfristige Entscheidungen sinnvoll

Geht es um kurzfristige Angelegenheiten, wie die Frage wo am Abend das Essen stattfinden soll. Italiener oder lieber Asiate, kann es sinnvoll sein zu sagen, heute zum Italiener und beim nächsten mal zum Asiaten. Das Abwechseln ist ein Kompromiss, bei dem kurzfristig niemand auf der Strecke bleibt. Bei langfristigen Projekten, kommt dieses System an seine Grenzen. Bei der Entscheidung Landhaus oder Stadtvilla, SUV oder Cabrio geht es um deutlich bedeutendere Inhalte. Außerdem kommt es auf die Art und Weise an, wie der Kompromiss kommuniziert wird. Es macht bei solchen Themen Sinn, in die Tiefe zu schauen. Was verbindet der eine oder andere mit dem jeweiligen Thema. Welche Emotionen sind damit verknüpft? Habe ich mich mit meinem Gegenüber ausreichend auseinander gesetzt, um zu wissen was ihn glücklich macht und was er sich wünscht? Leider sind Kompromisse oft auch Zeichen für eine völlige Fehleinschätzung meines Gegenübers. Anders gesagt. Nach der ersten Verliebtheitsphase, in der sowieso alles und jedes ganz toll ist, zeigen sich bei jedem Menschen die wahren Anforderungen, Wünsche und Neigungen, die zu Beginn nicht sofort sichtbar sind bzw. nicht sichtbar sein sollen.

Interessenbasiertes Verhandeln

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Hierbei stehen nicht die absoluten Forderungen SUV oder Cabrio im Vordergrund oder die Stadtvilla oder das Landhaus, sondern die dahinter liegenden Interessen. Was verbindest Du mit SUV oder Cabrio fahren? Was ist der Grund für Deinen Wunsch? Was verbindest Du mit dem Leben in der Stadt oder auf dem Land? Warum möchtest Du das, was Du möchtest? Schaut man mit dem Partner auf die gegenseitigen Emotionen und die Motivation, werden die absoluten Positionen fast unwichtig.

Wenn die wahren Bedürfnisse beider Partner auf dem Tisch liegen, kann eine Lösung gefunden werden, mit der beide glücklich sind und die für beide nicht nur eine machbare Alternative darstellt, sondern etwas, mit dem sie voll und ganz zufrieden sind. Wenn ein solches Ergebnis gefunden wird, gewinnen beide Partner das, was für eine glückliche und erfüllte Partnerschaft wichtig und unverzichtbar ist: Verständnis, Respekt und Nähe. Eine Beziehung funktioniert nicht, wenn möglichst viele Kompromisse geschlossen werden. Eine Beziehung lebt von der ehrlichen Kommunikation auf Augenhöhe. Wenn beide Partner bereit sind, über den eigenen Tellerrand zu schauen und das eigene Verhalten zu hinterfragen und zu reflektieren, ist das eine sehr gute Basis für eine solide und lange Partnerschaft.

Findest du es nicht viel schöner, etwas zu tun, das deinem Partner wirklich etwas bedeutet? Sollte es nicht der Sinn einer Beziehung sein, sich gegenseitig noch glücklicher zu machen, als man es alleine schon wäre? Ist es nicht toll, wenn du durch deinen Partner so sein kannst, wie du gerne bist und dein Partner auch der sein kann, der er gerne sein möchte? Glaubst du nicht, dass dein Partner sich bei dir wohler fühlt, wenn er auch entscheiden darf, wenn er wichtig sein darf?

– Nichts davon ist das Ergebnis eines Kompromisses –

Dein Coach Nadja

Zweite Chance für die Beziehung – kann das gut gehen?

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Viele Menschen kennen das Gefühl, dass eine Trennung der einzige Ausweg zu sein scheint. Oft stellt sich dann heraus, dass etwas fehlt, wenn der Partner nicht mehr da ist. Doch was genau fehlt? Ist es der Partner selbst oder eher das vertraute Gefühl? Sind es Ängste vor dem Alleinsein? War die Trennung die richtige Entscheidung? Es gibt viele Fragen und Gedanken, die sich in solchen Situationen stellen. Nicht selten sind Paare nach einer Trennung schnell bereit, einen zweiten Versuch zu wagen. Meine tägliche Arbeit mit Paaren und das Feedback in meinen Workshops untermauern meinen persönlichen Eindruck. Kann der zweite Versuch gelingen? Hält die Beziehung beim zweiten Mal länger oder ist die Beziehung “besser“ als vorher?

Wichtig ist, die richtigen Fragen zu stellen

Die meisten Paare versprechen sich von der Trennung und dem damit verbundenen Abstand, dass “man gucken kann, ob es irgendwann nochmal klappt“. “Wir brauchen erstmal Abstand und dann schauen wir, ob wir uns vermissen und wie das Gefühl so ist“. Kommt dir vielleicht bekannt vor, dieser Satz oder ein ähnlicher. Ich kann sagen, dass man sich natürlich vermisst und dass es sich zu Beginn ganz mies anfühlt, ohne den Anderen zu sein. Das ist normal und leicht zu erklären. Nur gibt das keinen Aufschluss darüber, ob man sich eine zweite Chance geben sollte oder nicht. Das wichtige ist, dass man diesen Abstand sinnvoll nutzt und sich miteinander auseinander setzt und vor allem mit dem, was letztlich zur Trennung geführt hat. Folgende Fragen können helfen, herauszufinden, ob eine zweite Chance möglich ist.

  • Was verspreche oder erhoffe ich mir durch die Trennung?
  • Was habe ich dazu beigetragen, dass wir uns getrennt haben?
  • Was hätte ich tun können, um die Trennung zu verhindern?
  • Was würde ich in einer neuen Beziehung anders machen?
  • Was soll sich mit der zweiten Chance verändern?

Diese Fragen sind nur sinnvoll, wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Es ist möglich zu sagen, dass die Person, die sich getrennt hat, Schuld daran hat, dass man jetzt leidet. Aber das ist eine einseitige Sichtweise. Jeder trägt zu 50% zu dieser Beziehung bei und ist somit auch zur Hälfte dafür verantwortlich, dass es klappt. Es ist im eigenen Interesse, dies zu berücksichtigen. Die Aufarbeitung funktioniert nur, wenn Ehrlichkeit und Selbstreflektion vorhanden sind. Die Opferrolle ist bequem und verschafft Vorteile. Aufmerksamkeit, Anteilnahme und Bestätigung sind Nebeneffekte, die zumindest für die meisten Menschen Gründe sind, warum sie Situationen ausnutzen. Deshalb ist es wichtig, immer zuerst auf sich selbst zu schauen und nicht mit dem Finger auf den anderen zu zeigen.

Was mache ich mit den Antworten?

Beide Partner sollten also die Zeit nach der Trennung nutzen, um sich selbst mit diesen oder ähnlichen Fragen auseinander zu setzen. Mit den Antworten kann man gemeinsam schauen, welche Handlungen verändert werden müssen, damit es zukünftig besser klappt, und welche Voraussetzung geschaffen werden kann, damit aus der Trennung ein Lerneffekt eintritt. Der wichtigste ist sicherlich eine offene Kommunikation, die darauf abzielt sein eigenes Bedürfnis zu definieren und sich selbst wichtiger zu nehmen als bisher. Denn oft sind die Partner so sehr auf den anderen fokussiert, dass man selbst hinten ‚rüber fällt. Das wiederum begünstigt das Gefühl, sich trennen zu müssen, weil man glaubt, nicht zusammen zu passen. Es macht Sinn, über Gemeinsamkeiten zu sprechen. Wie stellt sich jeder die Freizeitgestaltung vor? Was muss Teil der Beziehung sein und was darf gerne Teil der Beziehung sein? Nicht jeder ist für Serienabende bei Netflix geeignet und nicht jeder mag sportliche Aktivität. Es muss ein Gleichgewicht her, sonst wird es dauerhaft schwer, zufrieden zu sein. Eventuell müssen räumliche Bedingungen verändert werden, ggf. müssen finanzielle Aspekte mehr berücksichtig werden. Grundsätzlich gibt es Lösungen, man muss sich nur über das Problem bewusst sein. Daran scheitert es bei den meisten Neuanfängen.

Ein neuer Partner ist oft nicht Problem oder Auslöser

Es stellt sich in so einer Phase auch die Frage, was passiert, wenn einer der beiden einen neuen potenziellen Partner kennenlernt oder sich neu verliebt.

Aus meiner Erfahrung der letzten 6 Jahre: es ist noch nie eine solide Beziehung aus einer solchen Situation entstanden.

Meiner Meinung nach kann das nur in sehr spezifischen Fällen funktionieren. Psychologisch gesehen können wir Unzufriedenheit eine Weile unterdrücken und möglicherweise durch einen Frustkauf oder eine schöne Reise kompensieren. Wir können uns mit Freunden treffen und kurzzeitig den Fokus verschieben. Langfristig jedoch möchte unser Unterbewusstsein das Beste für uns und sucht nach Wegen, dies zu erreichen. In dieser Phase ist jeder, der etwas anders sagt oder macht als das, was uns gerade unzufrieden macht, erstmal toll. Wenn ich mit meinem BMW unzufrieden bin und Mercedes mir verspricht, dass es bei ihnen besser ist, bin ich überzeugt, dass Mercedes das Richtige ist. Allerdings wird meine Entscheidung in diesem Moment nicht von mir getroffen, sondern von meinem Unterbewusstsein und dem dazugehörigen Impuls von außen. Wenn ich mit meinem BMW zufrieden bin, möchte ich von Mercedes gar nichts hören. In der Situation, in der etwas unangenehm ist, sind wir empfänglich für das, was vermeintlich besser ist. Das gilt auch für Emotionen. Wenn ich innerhalb einer Beziehung das Gefühl vermisse, geliebt und begehrenswert zu sein, bin ich empfänglich für den Menschen, der mir genau das in dem Moment gibt. Ob das richtig oder falsch ist, möchte ich hier nicht zur Diskussion stellen. Fakt ist, dass die Psyche so funktioniert. Deshalb ist es wichtig, meine Bedürfnisse zu kennen und zu kommunizieren. So wird vermieden, dass jemand empfänglich für äußere Einflüsse wird. Und der andere Mensch, der eventuell neu in diese Situation dazu kommt ist grundsätzlich unschuldig an dem, was zwischen Partnern passiert. Er wird auch nur als Mittel zum Zweck genutzt in dem Moment und befriedigt dadurch sein eigenes Bedürfnis. So schwer das emotional zu verstehen ist, die falsche Entscheidung hat hier nicht die fremde Person getroffen. Sie ist nicht dafür verantwortlich ist, dass die Trennung ausgesprochen oder vollzogen wurde.

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Do`s für die 2. Chance:

  • sich selbst hinterfragen und auf sein eigenes Handeln schauen
  • respektvoll miteinander umgehen
  • Kontakt, nach der Trennung, auf das nötigste beschränken
  • Abstand nehmen und aufarbeiten
  • Beziehung reflektieren, mögliche Probleme identifizieren
  • sich Zeit nehmen und dann offen kommunizieren

Dont`s für eine 2. Chance:

  • sich gegenseitig Vorwürfe machen
  • dem anderen die Schuld geben
  • den (Ex-) Partner vor anderen schlecht reden und als Bösen hinstellen (unangenehm, bei einer 2. Chance sind Leute befangen)
  • die Beziehung komplett kaputt reden, für eine gewisse Zeit hat es scheinbar gepasst
  • den anderen für die eigenen Gefühle verantwortlich machen
  • anfangen Märchen und Lügengeschichten zu erzählen – die Wahrheit hat immer den längeren Atem und kommt ans Licht

Wenn man gewisse Aspekte berücksichtigt und ernsthaft an eine zweite Chance für die Beziehung glaubt, macht es auf jedenfalls Sinn, daran zu arbeiten. Allerdings sollte man sich selbst gegenüber maximal ehrlich sein und sich auch fragen, ob man an der Erinnerung festhält oder an dem Menschen. Nichts ist frustrierender als Zeit mit dem “falschen“ Menschen, am falschen Ort zu verbringen.

Eine zweite Chance macht nur dann Sinn, wenn du weißt, was bei der ersten falsch gelaufen ist.

unbekannt

Dein Coach Nadja

Ich bin verliebt in meinen Chef, was soll ich tun?

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Dein Chef kann sich glücklich schätzen, dass sich ein so toller Mensch wie du in ihn verliebt hat 😉 Es ist gar nicht so selten, dass man im Laufe seines Berufslebens positive Gefühle oder sogar Verliebtheit für einen Kollegen und Vorgesetzten entwickelt. Schließlich verbringt man viel Zeit miteinander, bringt Projekte auf den Weg und trifft gemeinsam richtungsweisende Entscheidungen. Ob in kleinen oder großen Unternehmen, ob mit viel oder wenig Verantwortung – es entsteht eine Bindung, aus der manchmal mehr werden kann und oft besser nicht.

Macht Chef sein attraktiv?

Die Liebe zum Vorgesetzten ist psychologisch leicht zu erklären. Männer, die Macht und Souveränität symbolisieren, wirken auf viele Frauen anziehend. Dieser Typ Mann trifft scheinbar mühelos Entscheidungen, tritt selbstbewusst auf und scheint zu wissen, was er will. Die Tatsache, dass diese Männer auch viel Geld verdienen, macht sie nicht unattraktiver. All das vermittelt uns unbewusst ein Gefühl von Sicherheit. Wenn er dann noch gut aussieht, aufmerksam ist und wir vielleicht sogar ähnliche Interessen haben, über die wir uns regelmäßig austauschen, macht ihn das nur noch attraktiver. Natürlich kann dein Vorgesetzter auch eine Frau sein. Männern kann es genauso schwer fallen, dem Charme der Chefin zu widerstehen. Allerdings sind hier oft andere Motive ausschlaggebend. Es gibt mehrere renommierte Studien, die belegen, dass Autorität und Macht anziehend wirken. Wir fühlen uns von der Ausstrahlung der Autorität angezogen. Oft wird diese Ausstrahlung durch Uniformen oder elegante Geschäftskleidung unterstrichen. Da können die Emotionen verrückt spielen.

Ist es Liebe?

Folgende Fragen kannst du dir stellen:

  • Welche Rolle spielt dein Chef für dich? Siehst du in ihm einen Vater oder einen großen Bruder?
  • Hast du das Gefühl, dass er sich um dich kümmert, was du sonst in deinem Leben vermisst?
  • Was weißt du über deinen Chef bzw. wie tickt er privat?
  • In welcher Lebenssituation steckt er?
  • Seit wann hast du diese Gefühle gegenüber deinem Chef?
  • Hat sich an deiner Lebenssituation etwas geändert?
  • Glaubst du, dass dein Chef jemand ist, mit dem du dauerhaft glücklich sein kannst?

Auf keinen Fall solltest du voreilig über deine Gefühle sprechen. Auch im Kollegium solltest du schweigen, bis du dir deiner Gefühle sicher bist. Wenn sich herausstellt, dass es sich nur um eine akute Schwärmerei handelt, könntest du durch die Offenlegung deiner Gefühle unnötige Schwierigkeiten verursachen. Unter Umständen bringst du das Team gegen dich auf, verlierst das Vertrauen und wirst im Team nicht mehr ernst genommen. Im schlimmsten Fall ist die Lebensgefährtin deines Chefs auch im Unternehmen und das sorgt dann für enorme Unruhe, die in keinem Verhältnis zu deiner Schwärmerei steht. Vor allem, wenn dein Chef diese Emotionen nicht erwidert und sich dann rechtfertigen muss. Dennoch solltest du dich nicht für deine Gefühle schämen, denn wenn du ernsthaft verliebt bist und ernsthaft an deinen Chef denkst, müssen diese Gefühle berücksichtigt werden.

Wenn die Gedanken nur um einen kreisen

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Wenn das der Fall ist, kannst du versuchen, ihn besser kennenzulernen. Natürlich ist vor allem Vorsicht und Fingerspitzengefühl gefragt. Beim gemeinsamen Essen in der Mittagspause könnt ihr euch ganz unverfänglich unterhalten und du kannst herausfinden, wie er zu einer Beziehung steht. Wenn er auch Interesse an deinem Privatleben zeigt und sich herausstellt, dass ihr beide ähnliche Interessen, Hobbys oder Zukunftspläne habt, ist das ein guter Anfang. Aber bitte nicht gleich Kinder von ihm wünschen;) Gerade wenn du mehr willst als nur eine Affäre, solltest du langsam und gut reflektiert mit dieser Situation umgehen. Ihr habt Verantwortung in einem Unternehmen, von dem auch viele andere Menschen abhängig sind. Es ist eben nicht die Partylocation oder das online Flirtportal.  Vermutlich seid ihr auch beide in einem Alter, in dem eine gewisse Ernsthaftigkeit, Voraussetzung sein sollte um etwas solides entstehen zu lassen. Alternativ ist es sicher leichter, außerhalb der Arbeit jemanden für einen flotten Flirt zu finde, mit dem es weniger Konsequenzen nach sich ziehen kann, sollte es nicht funktionieren.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Unabhängig davon, ob es sich um eine Beziehung oder ein lockeres Abenteuer handelt, sollte die Geheimhaltung an erster Stelle stehen. Schließlich kannst du mit einer privaten Beziehung deinen Ruf und deinen Job riskieren. Eine intime Beziehung, mit einem Vorgesetzten, kann schnell den Neid und die Eifersucht deiner Kollegen auf sich ziehen. Um ihnen zu beweisen, dass du dir keinen beruflichen Vorteil verschaffen willst, musst du unter Umständen noch härter arbeiten.

Grundsätzlich ist die Beziehung meist rechtlich erlaubt, aber in den meisten Unternehmen nicht gern gesehen. Gerade wenn es sich um ein Machtgefälle handelt, ist besondere Vorsicht geboten. Schließlich willst du nicht, dass dein Arbeitgeber denkt, du würdest die Situation ausnutzen, um in deinem Job besser dazustehen.

Wenn eure Beziehung wirklich auf Liebe beruht, ihr mindestens ein halbes Jahr glücklich zusammen seid und gemeinsame Zukunftspläne wie Heirat habt, kann es ein guter Zeitpunkt sein, Kollegen und weitere Vorgesetzte einzuweihen. Es erleichtert die Kommunikation und den Umgang miteinander und innerhalb des Kollegiums. Hört auf euer Gefühl und macht, was sich richtig anfühlt.

Wenn die Liebe einseitig ist

Du solltest versuchen, deinen Chef/Vorgesetzten so schnell wie möglich zu vergessen. Viele Möglichkeiten hast du in dieser Phase nicht. Mache dir keine Illusionen, dass zwischen euch noch mehr sein könnte – das wird deine Leidenszeit nur verlängern. Je eher du akzeptierst, dass deine Gefühle einseitig sind oder zumindest nie zu dem führen werden, was du dir wünschst, desto eher kannst du das Ganze verarbeiten. Unter Umständen bedeutet das auch, dass du deinen Job wechseln solltest. Die ständige Konfrontation mit der Person, für die du Gefühle entwickelt hast, macht das Arbeiten mit der Zeit unerträglich. Irgendwo da draußen wartet der richtige Mensch auf dich 😉

Fazit

Sich am Arbeitsplatz zu verlieben sucht sich keiner aus und doch kommt es immer wieder vor. Es ist ganz bestimmt die komplizierteste Form verliebt zu sein, kann dennoch zu etwas großartigem werden. Nimm deine Gefühle ernst und handele achtsam, um dir und deinen Kollegen keine Fallstricke zu bauen. Vielleicht beflügeln die Emotionen sogar und ihr werdet noch effizienter und erfolgreicher. Es kann aber eben auch in die ganz andere Richtung gehen. Wenn Gefühle nicht erwidert werden, kann das lähmen und frustrieren. Sei dir immer über beide Seiten bewusst und dann folge deinem Herzen.

Dein Coach Nadja Brodzina

Wie kann ich eine perfekte Beziehung führen?

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Indem du zuerst definierst, was für dich Perfektion bedeutet. Im Gegensatz zu den klassischen Aussagen “Perfektion gibt es nicht“ oder “Nach X Jahren ist nicht mehr alles perfekt“, sage ich: “Es gibt Perfektion. Aber jeder definiert sie anders“. Laut Duden bedeutet Perfektion: fehlerfrei, ein Zustand oder eine Fähigkeit, an der nichts auszusetzen ist. Für Maschinen, die für Operationen benötigt werden, für chemische Nachweise in der Forschung oder bei der Bewertung der Qualität eines Produkts, mag das angemessen sein. Ich finde, dass die Bewertung menschlicher Verbindungen, von Emotionen und Dynamiken innerhalb einer Beziehung, nicht fehlerfrei sein sollte. Fehler machen uns menschlich und auch perfekt, jeder auf seine Weise. Vielleicht sollte man das Wort ‚perfekt‘ gar nicht im Zusammenhang mit Beziehungen verwenden? Ich denke schon.

Mein Haus! Mein Auto! Und sonst so?

Wenn du dich fragst, warum andere Menschen den perfekten Partner haben und die perfekte Beziehung führen, dann frage dich, woran du das festmachst, dass es so sein könnte. Es liegt ganz sicher auch daran, dass andere Menschen unterschiedliche Prioritäten im Leben haben. Ich kenne viele Menschen, die meinen, dass das neue Auto, die neue Handtasche oder das neueste iPhone das Wichtigste sind und ein perfektes Leben ausmachen. Das ist auch in Ordnung und sollte von niemandem verurteilt werden. Oft sind es genau diese Menschen, die sich wundern, warum es mit der Partnerschaft nicht klappt oder warum sie immer die falschen Freunde im Freundeskreis haben. Es ist bewiesen, dass Luxusgüter nicht dauerhaft glücklich machen. Im Gegenteil, sie lenken den Fokus von den wirklich wichtigen Dingen im Leben ab. Du solltest dich fragen, wann eine Beziehung für dich perfekt ist und was du tun kannst, damit sie es wird oder bleibt. Klar ist: Eine perfekte Beziehung zu gestalten, liegt immer an beiden Partnern. Es handelt sich hierbei nicht um eine Einbahnstraße, sondern um eine gemeinsame Aufgabe. Eine intakte Beziehung erfordert Arbeit. Klingt das negativ?

Eine solide Beziehung, ist die schönste Arbeit der Welt, deren Lohn die wahre- (perfekte) Liebe ist! Besser, oder ;)?

Spaß beiseite. Wenn du das Gefühl hast, dass andere es besser machen, solltest du dich nicht in Selbstmitleid ertränken. Hinterfrage, was sie anders machen und was es für dich bedeutet. Denke auch immer daran, dass dein Partner nicht perfekt sein muss, sondern dass ihr gemeinsam daran arbeiten könnt, eure Beziehung zu verbessern. Und noch etwas: Eine Beziehung wird nicht durch teure Geschenke oder Markenkleidung definiert. Sie benötigt keine Marke, sondern Aufmerksamkeit!

Unterschiede sind wichtig

Was für den einen das Materielle ist, kann für den anderen eine Geste oder ein gesprochenes Wort sein. Jeder Mensch benötigt etwas anderes, um glücklich zu sein und sein Leben als erfüllend zu betrachten. In Beziehungen ist es wichtig, regelmäßig darüber zu sprechen, ob die Bedürfnisse und Schwerpunkte noch die gleichen sind, da sie sich regelmäßig ändern. Wir dürfen nicht ignorieren, dass im Laufe der Zeit andere Dinge wichtiger werden als vor 5 oder 10 Jahren. Dies kann zum Genickbruch für die Beziehung führen. Deshalb empfehle ich, einen Abend weniger Netflix zu schauen und stattdessen einen Abend mehr für den Austausch zu nutzen. Zwiegespräche, Feedback-Gespräche und eine ehrliche und offene Kommunikation können dabei helfen, sich selbst besser kennenzulernen. Denn oft schleichen sich Dinge in unser Leben ein, ohne dass wir sie hinterfragen. Irgendwann sollte sich jeder die Frage stellen, ob er noch er selbst ist oder ob er versucht, jemand anderem etwas vorzumachen. Vielleicht sich selbst?

Ich denke dabei grade an einen Klienten, den ich zuerst mit seiner Frau begleitet habe und der dann plötzlich alleine vor mir stand.

Frau Brodzina, ich habe mich nach 25 Jahren von meiner Frau getrennt und habe mich noch nie so sehr selbst wieder erkannt, wie gerade. Gefangen in diesen Kreisen, die mein Job mit sich bringt. Gefangen in diesem Image als erfolgreicher Unternehmer, muss Man(n) Frau und Kind vorweisen. Ich möchte endlich leben, wie es mich glücklich macht und nicht, wie die Gesellschaft das erwartet. Man sah mich verdutzt und leicht sprachlos, innerlich mit einem klaren: Yes, ein weiterer Mensch macht sich von frei von dem Außen. Das gilt im Übrigen auch für die Frau, die jetzt wieder glücklich ist.

Er schrieb mir später: “Funfact, die Scheidung kostet mich ca. 1,2 Millionen Euro. Tja ich sag ja, Scheidung muss man sich leisten können ;)“

Dieses Beispiel soll zeigen, wie es kommen kann, wenn man nicht auf sich achtet. Wenn man glaubt, man müsse nichts verändern und alles machen, wie es dem anderen passt, dann hält die Liebe ewig, dann fällt man irgendwann tief.

Mythen, die sich hartnäckig halten

Es gibt immer wieder Berichte darüber, was eine perfekt Beziehung ausmacht. Viele Mythen halten sich seit Jahrzehnten, sind aber nichts weiter als Mythen. Ich nehme hier die häufigsten 3 und beleuchte sie ein wenig. Es gibt natürlich einige mehr.

In einer perfekten Beziehung gibt es nie Streit

Friede, Freude , Eierkuchen 24/7, 365 Tage im Jahr? Nein! Das macht eine Beziehung nicht perfekt, im Gegenteil. Niemals zu streiten, treibt Partner eher auseinander. Streit bedeutet Interesse zeigen, Austausch, Entwicklung, Horizont erweitern, in Verbindung gehen. Es bedeutet soviel mehr als festzustellen, dass man nicht einer Meinung ist. Es ist überhaupt nicht erstrebenswert immer der gleichen Meinung zu sein. Erfolgreiche Beziehungen leben nicht in völliger Harmonie. Die Partnerschaft ist keine Konstante ohne Bewegung. Jeder Mensch ändert sich und wächst an seinen Erfahrungen – das ist etwas Gutes. Darüber zu reden, zuzuhören und die Meinungen und Erfahrungen des anderen zu akzeptieren helfen dabei, die Beziehung trotzdem weiter zu pflegen. Beide sollten akzeptieren, dass Konflikte ganz natürlich sind und hilfreich für die Beziehung sind.

In einer perfekten Beziehung gibt es viel Intimität und Zweisamkeit

Zweisamkeit und Nähe sind zweifellos wichtige Aspekte in einer Beziehung, aber sie sollten nicht das einzige Fundament sein. Der Wert eines Menschen sollte nicht nur auf seine Fähigkeit zur Sexualität oder anderen Formen der körperlichen Nähe reduziert werden. Es ist wichtig, auf die Bedürfnisse des Partners zu achten und diese auch zu kommunizieren. Es gibt Menschen, für die Nähe oder Körperlichkeit nicht so wichtig sind, um Liebe zu zeigen oder zu geben. Es ist natürlich einfacher, wenn beide ein ähnliches Bedürfnis nach Nähe haben. Allerdings sollte dies nicht das einzige Kriterium sein, um sich in einer Beziehung wohlzufühlen. Wenn beide Partner dies jedoch so definieren, kann es ein wichtiger Bestandteil sein. Das Geheimnis hinter soliden Beziehungen liegt darin, dass sie auch mal ohne Nähe auskommen kann. Gerade das macht sie wertvoll, oder? Wenn es für einen der Partner so wichtig ist, muss die Beziehung beendet werden. Es ist nicht ratsam, dass sich ein Partner verbiegt, um dem anderen zu gefallen. Man kann sich annähern, aber sich verbiegen sollte man nicht.

In einer perfekten Beziehung steht der Partner an 1. Stelle

Im Gegenteil! Es ist wichtig, ab und zu Freunde, Familie oder das eigene Hobby zu priorisieren, um eine erfolgreiche Beziehung zu führen. Beide Partner sollten flexibel sein und wissen, dass sie ihre persönlichen oder arbeitsbedingten Wünsche nicht hinter die Beziehung stellen müssen. Denn der Ausgleich ist es, der die Partner auch über längere Zeit glücklich macht. Wenn das Leben des anderen spannend bleibt, macht auch die Beziehung mehr Spaß. Neue Herausforderungen außerhalb der Beziehung können den Partner wieder interessant machen. Es gibt neue Gesprächsthemen über Erfahrungen, die sowohl positiv als auch negativ sein können. Dem anderen zuzuhören, sich gemeinsam zu freuen oder sich gemeinsam zu ärgern, stärkt die Beziehung – egal, ob es um das Berufsleben oder private Hobbys und Momente ohne Partner geht.

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to do?

Um eine perfekte Beziehung zu führen, bedarf es intensiver Selbstreflexion und des Bewusstseins darüber, was Perfektion überhaupt bedeutet. Beide Partner sollten regelmäßig darüber kommunizieren, was besonders gut funktioniert und was verbessert werden kann. Wenn grundsätzlich positive Emotionen dem anderen gegenüber empfunden werden und das Gefühl besteht, dass der Partner der Richtige ist, kann einer perfekten Beziehung nichts im Wege stehen.

Probiert es aus!

Euer Coach Nadja

Meine Schwiegereltern mischen sich ständig ein, das gefährdet unsere Beziehung

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Das muss nicht sein!

Wenn man sich auf eine Beziehung mit jemandem einlässt, gewinnt man nicht nur einen Partner, sondern (im besten Fall) auch die dazu gehörigen Familienmitglieder. Im Grunde ist es schön, wenn man weiß, dass man eine große Familie ist, in der man sich unterstützt, voneinander lernt, aber eben auch Leid und Traurigkeit gemeinsam durchstehen kann. Wären da nicht die unliebsamen Konflikte mit den Schwiegereltern. Ist der allseits berühmte Begriff “Schwiegermonster“ eine Fiktion? Zu wem sollte der Partner stehen? Und warum ist das Verhältnis zu den Schwiegereltern oft angespannt und “schwierig“? Lest den Artikel 😉

Rollenidentifikation

Ein häufiges Problem ist, wie so oft, die mangelnde Kommunikation. Denn die Schwiegereltern nehmen eine weitere Rolle ein. Sie bleiben Mutter/Vater eines Kindes, sie sind vielleicht schon Oma/Opa, sie bleiben Nachbar, Freund, sie haben eine berufliche Rolle. Mit dem Zeitpunkt der Beziehung sind sie auch Schwiegereltern. Das bedeutet, dass neue Aufgaben hinzukommen und andere wegfallen. Denn als Eltern, egal wie alt die Kinder sind, möchte man sie beschützen, Probleme von ihnen fernhalten und ein Stück weit Einfluss auf das Handeln der Kinder haben. Eltern sind sich aber auch bewusst, dass mit dem Eintritt eines Partners in das Leben des Kindes diese Aufgaben weitgehend wegfallen. Vor allem Vätern fällt es oft schwer, ihre Töchter in die Hände eines anderen Mannes zu geben. Es ist schwer zu akzeptieren, dass nun jemand anderes an der Seite der Tochter steht und auf sie aufpasst. Denn es gibt einem das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden.

An der Stelle möchte ich sagen: Für eine Tochter ist immer der Papa, der wahre Held. Hierbei setze ich ein harmonisches, liebevolles Verhältnis voraus.

Müttern fällt es besonders schwer, ihre Söhne loszulassen. Sie betrachten „ihren Jungen“ oft als „Besitz“ oder sogar als Partnerersatz, wenn der Ehemann verstorben ist oder nicht mehr im Haushalt lebt. Die Partnerin wird dann eher als Konkurrenz oder Gefahr gesehen, was die Beziehung von Anfang an auf eine harte Probe stellt. Es ist sehr wichtig, innerhalb der Familie zu kommunizieren, wie sich die Rollen verändern und dass dies nicht negativ, sondern im Gegenteil sehr positiv sein kann. Schließlich hat man wieder zwei lebenserfahrene und beschützende Personen dazu bekommen. Es gilt also insgesamt zu definieren, welche Rolle haben die Schwiegereltern im System. Dürfen sie Rettungsanker für die Beziehung sein, wenn es mal hakt. Darf das Paar sich regelmäßig Tipps holen? Werden Sie aus Beziehungsthemen rausgehalten und sind schlichtweg Gäste, die gern gesehen sind, aber zu Beziehungsangelegenheiten zu schweigen haben? Dürfen sie weiterhin Erziehungsmaßnahmen ergreifen? All das muss festgelegt und definiert werden.

Familienkultur

Die unterschiedlichen Herkunftsfamilien sollten nicht unterschätzt werden, da sie fast immer Auslöser für Konflikte sind. Jede Familie ist einzigartig und das ist auch gut so. Allerdings kann dies, ähnlich wie in einer Beziehung zwischen Partnern, in der Dreieckskonstellation mit den Schwiegereltern zu Problemen führen. Schwiegerkinder sind einer Familienkultur ausgesetzt, die von allen als selbstverständlich angesehen wird. In manchen Familien herrscht ein rauer Umgangston, der für Schwiegerkinder verletzend sein kann. Manche Familien entspannen sich bei oberflächlichen Gesprächen, während die Stiefkinder das Gefühl haben, emotional zu verhungern. Sie fühlen sich nicht willkommen und erleben kein persönliches Interesse. In anderen Familien wird laut gestritten und es fällt nicht auf, wenn eines der Kinder leidet und sich zurückzieht. Dann gibt es den von allen bewunderten Menschen in der Familie, neben dem alle anderen verblassen und der mit aller Vehemenz Aufmerksamkeit einfordert. Das alles mag für die Familie in Ordnung sein, aber es sollte auch immer klar sein, dass es Menschen gibt, die das anders erlebt haben, und so hat die Familie eine Mitverantwortung, einfühlsam auf das neue Mitglied einzugehen oder zu kommunizieren, wenn Unsicherheiten im Umgang mit der Situation bestehen.

Hier kann z.B. ein Gespräch zwischen Kind und Eltern stattfinden, in dem erklärt wird, dass der Partner viele Dinge anders kennengelernt oder gar nicht kennengelernt hat. Wichtig ist hier, dass es kein Gespräch wird, in dem Scham ausgedrückt wird. Es soll lediglich der Erleichterung dienen, den andern zu verstehen.

Beispiel:“ Papa, du weißt ich liebe deinen Humor und deine “Alltagskomik“ Bei Max war das immer anders. Seine Kindheit bestand aus Gewalt und Traurigkeit. Er benötigt Zeit, um sich in unsere lustige Familie einzufinden. Ich wünsche mir, dass du das respektierst“.

oder

“Mama, wir sind als Familie ja nicht so wahnsinnig gut darin, über Gefühle zu sprechen. Das ist auch okay so. Aber ich fände es schön, wenn du bei einem Besuch einmal nachfragst, wie es Hanna geht. Das ist eine kleine Geste, die ihr viel bedeuten würde, da sie sich sonst sehr ausgeschlossen fühlt. Von zu Hause kennt sie einen anderen Umgang mit Gefühlen“.

So ist es für alle Seiten leichter sich einander näher zu kommen und eine gesunde Basis aufzubauen.

Abgrenzung gilt für beide

Ich empfehle grundsätzlich eigene Grenzen und Wünsche persönlich und deutlich zu formulieren. Statt „Muss deine Mutter schon wieder kommen? Sie war doch erst da“ ist es zielführender, offen von sich zu sprechen: „Ich merke, dass es mich stresst, wenn deine Mutter kommt. Können wir die Intervalle etwas verlängern, sodass wir mehr Raum für uns haben“? Dann kann ein Paardialog beginnen. Wir können hinterfragen: warum stresst dich bzw. was stresst dich so? Was ist anders, wenn sie nur alle 3 Wochen kommt? Es geht um Ihr Paarleben innerhalb der Familie und nicht um ein Das-tut-man-aber-nicht-Gesetz.

Gleichzeitig kann sich auch der Partner, um dessen Eltern es geht, fragen: Warum ist es mir so wichtig, dass meine Mutter regelmäßig kommt? Hat hier noch keine Abnabelung stattgefunden? Fühle ich mich verantwortlich? Habe ich Ängste? Denn auch als Kind kommen wir in eine neue Rolle, mit Partner statt ohne. Wir sind nicht mehr nur Kind, sondern auch Partnerin, Ehefrau, Mutter vielleicht. Und in dieser Rolle möchte ich ein anderes Verhältnis zu meinen Eltern entwickeln. Ich möchte auch anders gesehen werden. Erwachsener, reifer, eben nicht mehr das kleine schutzlose Kind. Das heißt, hier kann ich wunderbar überprüfen, wo bei mir verborgene Anteile noch nicht in der neuen Rolle angekommen sind. Denn letztlich hat jeder (oder fast jeder) Angst davor, einmal ohne seine Eltern leben zu müssen. Wenn das bis zum Beginn der Beziehung die engsten Bezugspersonen waren, mit denen man viel durchgemacht hat, ist die Angst, das zu verlieren, umso größer.

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Das Wichtigste im Umgang mit den Schwiegereltern ist, wie bei allem, die Kommunikation. Klarheit und Fingerspitzengefühl sind gefragt. Das Loyalitätspendel Ihres Partners schwingt zwischen der Herkunftsfamilie und der neuen Familie hin und her. Das ist nicht immer einfach und erfordert Verständnis und offene Kommunikation. Die „richtige“ Reihenfolge kann es erleichtern und Eskalationen vermeiden:

Zuerst ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Ihnen als Frau und Mann. Sie sind die neue Kernfamilie. Sie sollten liebevoll und klar Ihre jeweiligen Grenzen akzeptieren. Erst danach sollte das Gespräch mit den Schwiegereltern stattfinden, entweder gemeinsam oder einzeln. Dabei ist es wichtig, die Verantwortung nicht auf eine Seite zu schieben. Wenn es ein Problem mit den Schwiegereltern gibt, sollte der Partner nicht zum Verbündeten gemacht werden, niemand lässt sich gerne benutzen und schon gar nicht gegen die eigenen Eltern ausspielen. Anders sieht es aus, wenn die Beziehung direkt betroffen ist oder offensichtlich falsche Spielchen getrieben werden. Wenn bewusst Verletzungen provoziert werden, dann darf der Partner nicht nur, dann sollte er eine Einheit bilden und das gemeinsame Gespräch mit den Eltern suchen, allein schon um das eigene Ansehen nicht zu gefährden. Thema Abnabelung, hier muss klar kommuniziert werden, dass es um die eigene Beziehung geht und wenn Hilfe oder Intervention erwünscht ist, diese auch eingefordert wird.

Es ist nicht immer einfach mit der lieben Familie. Egal in welcher Konstellation und egal welcher Herkunft, wo unterschiedliche Menschen und damit Charaktere aufeinandertreffen, kann es schon mal holprig werden. Wichtig ist, dass wir achtsam bleiben und Situationen wertfrei betrachten, um dann bestmöglich reagieren zu können. Dabei sollten wir nie vergessen: Unsere Maßstäbe sind nicht die der anderen und das ist auch gut so. So bleibt es spannend und bietet Möglichkeiten zur Horizonterweiterung.

Dein Coach Nadja

Mein Partner hat sich getrennt, was soll ich jetzt tun?

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Ich stelle meinen Klienten dann die Frage :“was möchtest du denn tun“?

Die Antworten, die ich dann oft bekomme, sind auf jeden Fall nachvollziehbar. Ich will ihm alles wegnehmen“ oder „Ich werde alles tun, damit es ihm so schlecht geht wie mir“ oder “ “ich gönne ihm nichts“. Aber sind das sinnvolle Antworten? Führt das wirklich zum Ziel? Und was ist überhaupt das Ziel nach der Trennung? Fakt ist: Nach einer Trennung kann man oft nicht an etwas Positives denken und schon gar nicht daran, dass es einem bald wieder besser gehen wird. Man hat das Gefühl, dass das Leben vorbei ist. Oft ist das Gefühl geprägt von Existenzängsten, weil in der Beziehung/ Ehe Abhängigkeiten entstanden sind, die einen nun hilflos wirken lassen. Emotionale, finanzielle, familiäre Abhängigkeit. Insbesondere wenn Kinder und gemeinsam finanzierte Objekte da sind, ist die Ungewissheit groß, ob und wie es weitergehen kann. Natürlich ist es nicht ratsam in eine Beziehung zu gehen und den Gedanken zu haben, dass man bald wieder auseinander geht. Niemand heiratet mit dem Gedanken in einem Jahr alleine dazustehen. Und Emanzipation ist für mich ein Wort, dass nicht nur für Frauen gilt. Auch, wenn es oft in diesem Kontext verwendet wird, dass insbesondere Frauen abhängig sind. Deshalb bin ich der Meinung, dass niemand eine Beziehung eingehen sollte, um in irgendeiner Art und Weise besser dran zu sein als alleine. Miete teilen, Finanzierung alleine nicht möglich, Kind alleine auch blöd, Auto alleine zu teuer. Das führt logischerweise zu Abhängigkeiten und bei einer Trennung zu Problemen. Deshalb sollten beide Partner vorher gut und solide alleine zurechtkommen, dann gibt es keine Existenzängste und auch nicht die Frage: „Bleiben wir zusammen, dann ist es leichter“. Aber ja, zu Zweit kann das Leben schöner sein und vieles auch leichter! Das ist auch gut so.

Von den Dingen, die geregelt werden müssen, wie z.B. Vermögens- und Güteraufteilung, Sorgerecht und andere monetäre Angelegenheiten, lasse ich an dieser Stelle mal die Finger. Das ist etwas für Juristen 😉 In diesem Artikel soll es um die emotionalen, psychologischen Aspekte gehen und darum, was man auf keinen Fall tun sollte.

Tu das besser nicht!

Wenn wir uns auf eine Beziehung einlassen, müssen wir immer damit rechnen, dass diese einmal endet. Der Partner hat natürlich das Recht sich zu trennen, genauso wie wir das auch dürfen. Du solltest nicht hingehen und sofort damit beginnen, dich anzuklagen oder sogar vor deinem Ex- Partner selbst runterzuputzen. “es tut mir leid, ich weiß, ich habe viel falsch gemacht“. Bitte geh nicht “ich mache in Zukunft alles besser“. “Gib mir noch eine Chance, alles wider gut zu machen“. In dem Moment, wo du dich selbst klein machst und anklagst, läufst du Gefahr bei deinem Ex Partner Mitleid zu erregen und das wird nicht die Emotion sein, die du gerne auslösen möchtest. Letztlich möchtest du dich geliebt und geschätzt fühlen. Oder? Mitleid ist keine Basis für eine solide Liebesbeziehung. Stattdessen akzeptiere die Entscheidung und gewinne Abstand, um auch dir selbst nicht zu schaden bzw. für dich herauszufinden, ob es dir damit nicht auch besser gehen wird. Wurde dir vielleicht auch die Entscheidung abgenommen, vor der du Angst hattest?

Genauso schlecht ist es, in das Gegenteil zu rutschen und Schuldzuweisungen und Vorwürfe zu verteilen. Wem du die Schuld gibst, dem gibst du Macht. Stehe zu deinem Anteil und sei dir bewusst, dass niemand fehlerfrei ist und manche Menschen, auf lange Sicht einfach nicht zusammenpassen. Dein Partner ist kein schlechter Mensch, nur weil er gerade erkannt hat, dass er nicht mit dir zusammen sein möchte. Auch er darf auf sich achten und feststellen, was gut für ihn ist.

Darum handle nicht unüberlegt. Natürlich ist es erst einmal ein Schock und es tut weh und du fühlst dich allein. Du darfst traurig sein. Du darfst es nicht verstehen und verzweifelt sein. Aber du darfst nicht den Fehler machen, aus blinder Wut zu handeln. Du musst mit deinen Entscheidungen ein Leben lang leben können. In der Emotion handeln wir nie objektiv und das kann uns am Ende zum Nachteil gereichen. Alles was du in dieser Situation tust, hat eine Konsequenz und diese kann sehr weitreichend sein. Frage dich also immer: Ist es das, was du tief in deinem Inneren wirklich willst? Willst du dich jetzt wirklich rächen und kannst du damit in den Spiegel schauen? Du sollst bekommen, was dir zusteht, aber alles, was du darüber hinaus vortäuschst, einfädelst oder trickst, wird zum Bumerang! Aus eigener Erfahrung weiß ich:

Gottes Mühlen mahlen langsam, aber gerecht.

Friedrich von Logaus

Ist die Trennung endgültig ausgesprochen, beginne nicht sofort mit der Aufarbeitung. Vermeide Äußerungen mit Verbesserungsvorschlägen oder Ideen, weshalb es nicht geklappt hat. Sollte die Beziehung endgültig beendet sein, ist es dafür zu spät. Es macht keinen Sinn, in der Situation Aufarbeitung zu betreiben. Wenn die Trennung ausgesprochen ist, mit dem Zusatz: “lass uns etwas Zeit vergehen lassen und dann schauen wir“, kann man zu einem späteren Zeitpunkt darüber sprechen was sich verändern muss bzw. was schief gelaufen ist. Sollte ein Partner die Trennung als endgültig definieren und es ist sogar schon ein neuer Partner im Spiel, dann führt die Aufarbeitung an der Stelle nur zu größeren Konflikten und größerer Verletzung. Das verhindert dann vielleicht ein respektvolles Ende der Beziehung, was schade ist und der gemeinsamen Zeit nicht gerecht werden würde.

Die Opferrolle ist bequem. Aufmerksamkeit ist einem sicher, Zuneigung von allen Seiten und automatisch ist der andere der „Bösewicht“. Liebeskummer ist okay, gehört dazu und muss gelebt werden. Aber verpasse nicht den Absprung. Es ist fast bequem in dieser Position, sie bietet ein Generalargument, warum dies und jenes nicht geht, schlecht ist oder man nicht aus dem Bett kommt. Das ist für eine Phase auch ganz in Ordnung. Nicht selten manifestiert sich eine solche Situation und wird dann irgendwann zu einem psychischen, ernst zu nehmenden Zustand. Depressionen, Erschöpfung, Angstzustände können die Folge sein. Starte deshalb ab einem gewissen Punkt in ein „neues Leben“. Mach Dinge, die dir Spaß machen, entdecke vielleicht Neues, triff dich mit Freunden, geh unter Leute, buche eine Reise und verlasse deine Komfortzone.

Eine Sache, die du auch unbedingt vermeiden solltest, ist „lass uns Freunde bleiben“. Das geht nie gut. Bis jetzt wart ihr ein Liebespaar, in dem es um andere Dinge ging als in einer Freundschaft. Vor allem wenn du emotional noch im Liebesmodus bist, kannst du nicht einfach auf Freundschaft umschalten. Das wäre ein völlig falsches Signal. Eine Freundschaft zwischen Ex-Partnern kann, wenn überhaupt, dann funktionieren, wenn beide emotional abgeschlossen haben und die Trennung friedlich und respektvoll verlaufen ist. Aus meiner Erfahrung und meiner täglichen Arbeit weiß ich, dass das mit der Freundschaft eher nicht funktioniert.

Grundsätzlich denke ich, wenn ein Partner die Trennung möchte, schadet es nicht, einmal über alles zu reden und herauszufinden, was der Auslöser ist. Wenn es nicht offensichtlich ist. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es ab einem gewissen Punkt nichts mehr zu besprechen gibt, außer das Hab und Gut aufzuteilen. Ein regelmäßiges Treffen, um vermeintlich alte Wunden zu schließen, zu verstehen und aufzuarbeiten, reißt mehr Löcher in die zwischenmenschliche Beziehung als nötig und führt zu keiner befriedigenden Lösung.

Im Folgenden möchte ich einige Punkte aufzählen, die eine Trennung zwar nicht schöner, aber erträglich und überwindbar machen.

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  • zuerst: sieh die Beziehung nicht als Versorgung oder Sicherheit
  • nimm dir Zeit zu verarbeiten und konzentriere dich auf dich selbst
  • lasse Traurigkeit zu
  • nimm das Ende als Neuanfang und entdecke neue Interessen und Hobbys
  • Erinnere dich an deine Stärken (was sagen deine Freunde über dich)
  • nimm Abstand zu deinem Ex Partner
  • trenne dich von Erinnerungsstücken und verbanne auch sonstiges, was dich zu sehr erinnert und schmerzt
  • geh unter Leute, hab Spaß und sei offen für alles was kommt
  • Rache ist kein guter Ratgeber, nutze die Energie lieber für dich und dein “neues“ Leben

Am Ende wird alles gut…

Dein Coach Nadja

Vorsätze! Warum wir oft an der Umsetzung scheitern

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Mein Lieblingsthema. Nichts ist so beständig wie das Scheitern bei der Umsetzung sogenannter Vorsätze. Die Leute leben das ganze Jahr vor sich hin und am 31.12. fällt ihnen ein: Oh, nächstes Jahr ändere ich etwas. So wie am Valentinstag plötzlich alle merken, dass sie einen Partner haben oder am Muttertag, dass sie eine tolle Mutter zu Hause haben…

Die hartnäckigsten Vorsätze sind wohl die, die sich um körperliche Veränderungen drehen. Mehr Sport treiben, weniger oder gesünder essen, weniger oder gar nicht mehr rauchen, Stress abbauen und sich mehr Zeit für sich selbst nehmen. Das klingt natürlich erst einmal gut: „Mein Mindset“ trainieren, heißt es heute gerne. Self-Care und Me-Time einplanen. Zugegeben, bei solchen Worten kreisen meine Augen unwillkürlich in Richtung Augenlid. Aber jetzt geht es nicht um mich, sondern darum, warum Menschen so oft an ihren Vorsätzen scheitern und frustriert zurückbleiben.

Was genau verbirgt sich hinter deinem Vorsatz?

Bevor du eine große Liste anlegst, mit diversen toll klingenden Vorsätzen, frage dich, weshalb du genau diesen Vorsatz gerade auf deine Liste setzen möchtest. Anders gefragt, wessen Vorsatz ist es denn? Deiner oder hast du das Gefühl du “folgst“ jemandem? Ist dieser Vorsatz für dich überhaupt attraktiv oder meinst du, es gehört sich einfach so? Man darf die Außenwirkung nicht unterschätzen. Wenn alle Freundinnen plötzlich mehr Sport machen möchten, sieht es doch gut aus, wenn du es auch tust, oder? Wenn dein Partner mehr Gemüse essen möchte, sieht es irgendwie doof aus, wenn du bei den Chips bleibst?! So hast du schnell 10 Vorsätze auf dem Zettel, wovon 5 für dich nicht spannend sind und du sie deshalb auch nur schwer umsetzen können wirst. Etwas, das für uns keine Relevanz hat, nicht von Bedeutung ist, motiviert uns nicht sonderlich! Das heißt: Hinterfrage deine Vorsätze nach der Attraktivität für dich ganz persönlich.

Fragenbeispiele: „Habe ich Spaß an Vorsatz XY?“ … „Bringt mir dieser Vorsatz Vorteile oder insgesamt etwas gutes?“ … „Motiviert mich das Ergebnis, wenn ich den Vorsatz eingehalten habe?“

Es geht weiter: Wie realistisch sind denn deine Vorsätze? Die Umsetzbarkeit ist entscheidend dafür, ob wir motiviert sind, den Vorsatz erfolgreich zu verfolgen. Es gibt viele Menschen, die gerne diverse Dinge tun würden, die Umsetzung aber an unterschiedlichen Faktoren scheitert. Deshalb schaue genau, ob du deinen Vorsatz realisieren kannst. Sonst verschiebe ihn um ein oder 2 Jahre. Du wirst sonst nur frustriert sein, wenn du feststellst, dass du es nicht umsetzen kannst. Du nimmst dir zum Beispiel vor, eine Fernreise zu unternehmen. In deinem Kopf ist alles fertig und du freust dich auf’s Kofferpacken. Dann stellst Du fest, dein Geldbeutel lässt das gar nicht zu. Vielleicht benötigst du Betreuung für ein Haustier, dein Chef verändert Strukturen und deine Urlaubszeit verschiebt sich. Frage dich also unbedingt vorher, was du zur Realisierung benötigst und ob es zum jetzigen Zeitpunkt realisierbar für dich ist.

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Wichtig ist auch, dass du dein Vorhaben konkretisierst. Je konkreter du dein Vorhaben definierst, desto sicherer wirst du bei der Umsetzung sein. Dann fällt es dir auch leichter, die beiden oben genannten Fragen zu beantworten. Wenn du nicht genau weißt, was dein Vorsatz ist, weißt du auch nicht, was du berücksichtigen musst. Nimm zum Beispiel „Ich möchte mehr Sport treiben“! So schön, so gut. Aber was heißt das? Jeden Sport? Eher draußen oder drinnen? In der Gruppe oder alleine? Mannschaftssport oder Fitnessstudio? Entsprechend sind die Fragen: Brauchst du Ausrüstung, solltest du ein Budget für Mitgliedsbeiträge einplanen, ist der Sport in deiner Nähe machbar oder musst du „fahren“? All das ist wichtig, um herauszufinden, ob es für dich machbar ist und ob es dir wirklich etwas bringt.

Ebenso der Vorsatz: “ich möchte weniger Stress haben“! Ok, aber wie sieht das für dich aus? Möchtest du weniger Termine machen, weniger Freunde treffen, möchtest du deine Arbeitsstunden reduzieren oder dich weniger mit Menschen streiten? Möchtest du mehr Aufgaben innerhalb deiner Familie verteilen, sodass jeder ein bisschen macht und nicht du alleine alles? Es gibt vielfältige Möglichkeiten, seinen Vorsatz zu definieren. Er sollte so konkret wie möglich benannt sein.

Damit aus einem Vorsatz eine „runde Sache“ wird, empfehle ich, ihn zeitlich etwas einzugrenzen. Warum? Damit du das Gefühl hast, aktiv daran zu arbeiten und du den Fokus nicht verlierst. Je lockerer du etwas angehst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du es nicht umsetzen wirst. Zumindest nicht rechtzeitig. Wenn du also abnehmen willst und dir sagst: “Ja, 10 Kilo weniger wären schön“, dann klingt das gut, wird dich aber wahrscheinlich nicht dazu motivieren, sofort damit anzufangen. Denn du kannst ja jeden Tag sagen „ja, ich fange morgen an… ob ich im Juli oder August weniger wiege, ist egal“ … wenn es wirklich egal ist, ist es in Ordnung. Aber dann ist es kein Vorsatz für das neue Jahr und wenn es nicht egal ist, solltest du dir überlegen, bis wann du den Erfolg sehen möchtest, damit dein Vorsatz erfolgreich ist. „Ich möchte bis zu meinem Sommerurlaub im Juli 10 kg weniger wiegen, damit ich wieder in meinen Lieblingsbikini passe“. Das könnte eine Möglichkeit sein, die dich wahrscheinlich mehr motiviert und dir vor allem zeigt, wo du nein sagen musst, um deinen Vorsatz zu verwirklichen.

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Jetzt hast du ein paar Ideen, wie du deine Vorsätze gut planen kannst und eine Vorstellung davon, warum es in der Vergangenheit nicht so geklappt hat. Lerne also aus der Vergangenheit und mache es anders. Und übrigens: Dazu braucht niemand den 31.12. Das geht an genau jedem Tag im Jahr! 😉

Gute Vorsätze sind wie Schecks, die Menschen auf eine Bank ausstellen, bei der sie kein Konto haben.

Oscar Wilde

Eure Nadja

Warum fühle ich mich immer persönlich angegriffen?

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Jeder von uns kennt Situationen, in denen wir uns schnell angegriffen oder verunsichert fühlen. Ob im beruflichen Kontext oder im privaten Umfeld, überall besteht die Gefahr, kritisiert zu werden oder Gegenwind für unser Handeln zu bekommen. Je nachdem, wie selbstbewusst wir durchs Leben gehen, können wir damit umgehen. Für viele ist es aber immer wieder ein herber Rückschlag, in solche Situationen zu geraten. Woran liegt das und welche Rolle spielt der „situative Schlüssel“?

Erachtest Du Dich als wertvoll?

Im Grunde ist es ganz normal, dass man an manchen Tagen selbstbewusst und fest im Leben stehend durch die Gegend läuft und an anderen Tagen ein schräger Blick genügt, um einen völlig aus der Bahn zu werfen. Niemand ist jeden Tag zu 100 Prozent positiv und unerschütterlich. Die Frage ist nur, welche Phase überwiegt und wie Du mit negativen Impulsen umgehst. Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie Du mit solchen Situationen umgehst. Ein wichtiger Faktor ist Dein Selbstvertrauen. Wie siehst Du Dich selbst? Für wie wertvoll hältst Du Dich? Wie entscheidungsfreudig bist Du? Wenn Du Dich schnell aus der Ruhe bringen lässt und die Schuld immer zuerst bei Dir selbst suchst, kann das ein Zeichen dafür sein, dass Du wenig oder gar kein Vertrauen in Deine eigenen Fähigkeiten hast. Natürlich ist es gut, wenn Du reflektierst und bereit bist, zu Deinen Fehlern zu stehen, aber Du solltest aufpassen, dass Du Dir nicht für jeden Vorfall und für jeden umgefallenen Sack Reis die Schuld gibst. Dein Gegenüber, egal in welchem Kontext, hat auch eine gewisse Verantwortung für die Gesprächsführung. Das bedeutet betrachte zunächst Deinen eigenen Wert und ob Du Dich angemessen wertschätzt. Dann merkst Du in brenzligen Situationen, dass Du besser argumentieren kannst und Du fühlst Dich nicht “klein“.

In folgendem Artikel erfährst Du etwas mehr über das Thema Selbstbewusstsein. An dieser Stelle würde es etwas zu weit führen

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To lose control

Wir fühlen wir uns auch schnell angegriffen, wenn wir glauben, dass wir die Situation im Griff haben und wir genau wissen, was wir tun, und doch gibt es jemanden, der etwas auszusetzen hat. In diesem Moment haben wir das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und als wenn uns der Boden unter den Füßen weg bricht. Der Mensch liebt Kontrolle. Das ist uns seit Jahrtausenden in die Wiege gelegt. Aber auch hier stellt sich die Frage: „Warum hast Du Angst davor, die Kontrolle zu verlieren? Das hängt meistens mit dem Selbstwertgefühl zusammen. Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl haben Angst, die Kontrolle zu verlieren, weil sie dann nicht mehr wahrgenommen werden und an Bedeutung verlieren. Solange sie die Kontrolle haben, gelten sie als willensstark, diszipliniert und selbstbewusst. Nichts davon muss wahr sein. Wie gesagt, wenn Du selbstbewusst und wertschätzend bist, brauchst Du keine Angst zu haben, unterzugehen. Du wirst so wahrgenommen, wie Du Dich selbst wahrnimmst! Du musst also nichts kompensieren, indem Du versuchst, Macht über Menschen oder Situationen zu haben.

Was ist der situative Schlüssel?

Wie ich bereits geschrieben habe, sind Menschen, die Dinge schnell persönlich nehmen, in der Regel unsicher und haben kein gutes Selbstwertgefühl. Im Gegensatz zu selbstbewussten Menschen fragen sie sich ständig, was andere von ihnen denken könnten und ob sie alles richtig machen. Dadurch entgehen ihnen wichtige „situative Schlüssel“. Das sind zwischenmenschliche Signale oder Hintergrundinformationen, die die Situation klären oder in ein anderes Licht rücken würden. Wichtig zu wissen ist auch, dass Menschen Informationen besser aufnehmen, die zu ihren eigenen Grundannahmen passen. In der Psychologie wird dies auch als Bestätigungsfehler bezeichnet. Selbstunsichere Menschen, die keine besonders hohe Meinung von sich haben, sind aufgrund dieses Bestätigungsfehlers besonders empfänglich für Informationen, die ihre negative Meinung von sich selbst bestätigen. Sie werden also in jeder Situation leicht etwas finden, was ihre Überzeugung, dass sie wenig wert und selten gut genug sind, vermeintlich beweist. Auch hier siehst Du wieder, es hängt an Deinem Selbstwertgefühl. Die ganze Thematik kommt nicht an diesem Aspekt vorbei.

Lass die Verantwortung bei Dir

Wenn Du Dich unsicher fühlst und die Schuld bei Dir suchst, könntest Du zunächst denken, dass Du verantwortungsbewusst mit Dir und der Situation umgehst. Aber dazu musst Du Dir anschauen, was Du mit dem Ergebnis Deiner Gedanken machst. Wahrscheinlich ertappst Du Dich dabei, wie Du mit dem virtuellen Zeigefinger auf den anderen zeigst und sagst: „Warum macht er mich jetzt so blöd an“… „Immer hat er was zu meckern oder zu kritisieren“. Sicher fallen Dir noch andere Gedanken ein. Aber auf jeden Fall schiebst Du in diesem Moment die Verantwortung von Dir. Du hast also ein unangenehmes Gefühl und fühlst Dich “ertappt“, aber Du versuchst, die Verantwortung oder die Ursache dafür auf den anderen zu schieben, weil er ja ständig meckert. Was nicht heißen soll, dass es nicht auch manchmal so sein kann, dass der andere die Schuld trägt. Es geht vielmehr darum, wie DU Dich dabei fühlst und was genau in Dir vorgeht! Je selbstbewusster Du bist, desto sicherer kannst Du entscheiden, wo genau die Ursache für das Problem liegt und inwieweit Du selbst daran schuld bist oder inwieweit auch der andere ein ungelöstes Problem mit sich selbst hat. Gerade der letzte Punkt hilft Dir auch bei der Einschätzung, warum eine Situation entstanden ist. Du solltest immer davon ausgehen, dass Dein Gegenüber „auch“ ein Selbstwertproblem hat. Egal in welcher Form, es ist möglich, dass Dein Gegenüber auch Probleme hat, die ihn zu dieser oder jener Handlung veranlassen. Das Problem bist also nicht DU, sondern er selbst. Und je früher Du das erkennst, desto weniger fühlst Du Dich angegriffen oder kritisiert.

Schaffe positives

Vielleicht hast Du aber auch wenig Positives in Deinem Leben oder Du siehst das Positive nicht? Auch das kann dazu führen, dass kleine Bemerkungen von außen Dein ganzes Leben trüben. Hier hilft es, wenn Du ein kleines Positivtagebuch führst. Du kannst jeden Abend aufschreiben, was an diesem Tag positiv passiert ist. Von Kleinigkeiten, wie Deine Lieblingsschokolade war im Supermarkt, bis hin zum positiven Feedback Deines Chefs. Vielleicht hat sich jemand nach deinem Wohlbefinden erkundigt oder du hast eine 1-Euro-Münze auf dem Boden gefunden. Wenn Du nachdenkst und den Tag Revue passieren lässt, fallen Dir bestimmt Dinge ein, die wirklich positiv waren. Oft merken wir im Alltag gar nicht, was wirklich gut ist. Das, was uns schlecht gefällt oder schief läuft, bleibt uns im Gedächtnis. Das menschliche Gehirn neigt evolutionsbedingt zur Katastrophisierung. Du kannst Dich also ärgern, dass Dein Partner lange arbeitet, Du kannst Dich aber auch freuen, dass er jeden Abend gesund nach Hause kommt. Wenn Du letztes auch kommunizierst, kommt er vielleicht demnächst nicht mehr so spät nach Hause 😉

Quintessenz

Du merkst, wie man es auch dreht und wendet: Du fühlst Dich angegriffen, wahrscheinlich weil Du an irgendeiner Stelle Probleme mit Deinem Selbstwertgefühl hast. Du suchst insgeheim nach Bestätigung und bekommst genau das Gegenteil, weil Du eher damit konfrontiert wirst, dass Du voller Fehler bist. Dem kannst Du nur vorbeugen, indem Du intensiv an Deinem Selbstwertgefühl arbeitest und Dir ein realistisches Bild von Dir und Deiner Persönlichkeit machst. Wenn Du nicht weißt wie das geht, sind Coaches und Persönlichkeitstrainer die richtigen Ansprechpartner!

Dein Coach Nadja

Konflikte vor Weihnachten? – So wird es besinnlich

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Oh` du Fröhliche, so heißt es oft in einem musikalischen Klassiker von Johannes Falk. Gerade in der Weihnachtszeit herrscht bei vielen Paaren und Familien Stress und Ärger unter dem Weihnachtsbaum. Die Nerven liegen blank und der Stresspegel ist hoch. In jährlichen Umfragen geben rund 25 Prozent der Befragten an, Weihnachten mit Stress und Hektik zu verbinden. Warum ist die besinnliche Zeit für viele das reinste Chaos und wie können wir Ärger vorbeugen? Antworten gibt es diesem Artikel.

Erwartungshaltung überprüfen

Ich behaupte, dass der Hauptgrund, warum Weihnachten für die meisten Menschen stressig ist, die falschen Erwartungen sind. Der Wunsch nach dem perfekten Fest ist allgegenwärtig. Überall liest man: „Das Fest der Liebe“, und das weckt die Erwartung, genau das zu feiern. Auch von außen lastet ein enormer Druck auf den meisten Menschen. Was sagen die Nachbarn zur Beleuchtung, schmeckt den Gästen das Essen, kommen die Geschenke gut an, ist der Raum wohltemperiert und so weiter. Die Liste der Dinge, die berücksichtigt werden müssen, um alle zufrieden zu stellen, ist lang. Natürlich trägt auch der Medienrummel dazu bei, dass wir uns selbst unter Druck setzen. An perfekt dekorierten Häusern und ebenso perfekt gestylten Menschen kommt man heute nicht mehr vorbei. Das Internet, vor allem die sozialen Medien, sind überfüllt mit makellosen Familienfotos, die unweigerlich das Gefühl vermitteln, mithalten zu müssen. Zumindest für die jüngere Generation ist dies der Maßstab. Dabei geht schnell der Gedanke verloren, ob das wirklich alles unseren eigenen Vorstellungen entspricht. Oft haben wir unsere eigene Definition von „perfekt“ und stellen uns unter einem besinnlichen Fest etwas ganz anderes vor, lassen uns aber von außen leiten. Der Mensch will grundsätzlich gefallen und lebt natürlich auch von Lob und Anerkennung, nicht nur zu Weihnachten. Vor allem, weil es gesellschaftlich DAS Fest ist und alles passen soll. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es auch für uns passen muss. Deshalb sollten wir uns, mit Beginn der winterlichen Jahreszeit fragen, wie wir uns das Fest vorstellen und was für uns dazu gehört. Eine sinnvolle Frage kann sein: “wie würde ich das Fest gestalten, wenn ich ohne jeden Einfluss entscheiden kann?“

Auch die Budgetplanung ist wichtig. Egal, wer wieviel erwartet oder welche Geschenke auf dem Wunschzettel stehen, es muss in DEIN Budget passen. Gerade der finanzielle Aspekt kann einen enorm unter Druck setzen. Natürlich soll jeder ein tolles Geschenk bekommen und sich freuen. Aber es darf nicht zu einer Art Machtkampf werden. Wer hat mehr, wer kann mehr, das sollte an Weihnachten nicht das Ziel sein. Es ist auch nicht hilfreich, nach Weihnachten mit eventuellen Ratenzahlungen oder „Zahlpausen“ zu kämpfen. Hier planst Du am besten sorgsam und wählst mit Liebe aus. Du solltest nicht versuchen finanzielle Grenzen zu sprengen.

Selbstfürsorge nicht vergessen

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In dem ganzen Trubel dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch noch zählen. Es ist wichtig sich immer wieder kleine Auszeiten zu nehmen und etwas zu tun, was uns gut tut. Ein kleiner Wellness-Trip hier oder eine kleine Auszeit mit einem Buch dort. Wenn wir Geschenke für andere planen, sollten wir immer auch ein Geschenk für uns selbst einplanen.

Du wirst jetzt merken, dass Du das vermutlich bisher nicht gemacht hast.

Weihnachten – das Fest der Liebe! Das gilt nicht nur für andere, sondern auch für DICH. Wertschätze Dich selbst und feiere auch Dein Jahr. Es ist nicht nur ein Fest am Ende des Jahres, sondern auch eine Möglichkeit zurückzublicken. Nimm Dir die Zeit und schau Dir an, was in diesem Jahr alles passiert ist. Positives und Negatives. Schreibe Dir ein kleines Tagebuch, in dem Du auch festhältst, was Du im neuen Jahr besser machen möchtest. Lobe Dich für Hürden, die Du gemeistert hast. Sei wertschätzend zu Dir selbst, auch für Situationen, die Du rückblickend anders angehen würdest. Es hilft Dir dabei, den Fokus auf Dich zu richten und etwas Dynamik aus Deiner Planung herauszunehmen. Selbstfürsorge bedeutet auch, Aufgaben zu delegieren. Du musst nicht alles alleine machen. Beziehe Deinen Partner und auch Deine Kinder (ab dem entsprechenden Alter) mit ein. Wenn jeder Aufgaben übernimmt, ist es für alle leichter und niemand fühlt sich überfordert.

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Ultimative Tipps für ein schönes Weihnachtsfest:

  • definiere, was für Dich “perfekte Weihnachten“ bedeutet
  • lege ein Budget fest, sowohl für die Geschenke als auch für Dekoration und das Weihnachtsessen
  • versuche nicht alles allein zu schaffen
  • äußere Deine Bedürfnisse und nimm Dich selbst ernst
  • gönne Dir zwischendurch eine Pause
  • nutze das Fest als Rückblick und feiere Deine Erfolge
  • ein “Freudentänzchen“ zu Deiner Lieblings- Weihnachtsmusik wirkt Wunder 😉
  • sprich offen über das, was Dich belastet, nur so können Konflikte gelöst werden
  • konzentriere Dich auf Dich und nicht (ausschließlich) auf die Anderen

Ich wünsche Dir eine ruhige, besinnliche Weihnachtszeit 😉

Dein Coach Nadja

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