Nadja Brodzina

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Autor: Nadja Brodzina Page 1 of 7

Zusammenbleiben, obwohl es eigentlich nicht mehr passt?

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Bleiben, obwohl man gehen möchte. Lachen, obwohl man weinen möchte. Gemeinsam in den Urlaub fahren, um der Einsamkeit zu entfliehen. Viele Menschen verharren in trostlosen und längst erloschenen Liebesbeziehungen. Die Gründe sind vielfältig. Allen voran Klassiker wie: die Kinder, das Haus, das Geld oder die Meinung anderer. Aber ist die eigene Lebenszeit nicht mehr wert als auszuharren und zu hoffen, dass es irgendwann wieder besser wird?

Beziehung als Status

Wenn die Beziehung zum Statussymbol wird, bleibt unter Umständen das auf der Strecke, was die Beziehung lebenswert macht. Liebe, Anerkennung, Vertrauen und Nähe. Viele merken, dass sie sich nicht mehr wohlfühlen. Trotzdem bleiben sie in der Beziehung. Früher war eine langjährige Beziehung ein Zeichen des Erfolgs. Zum Glück denkt man heute mehr über Unabhängigkeit und „echte” Verbindungen nach. Eine langjährige Beziehung muss kein Zeichen von Erfolg sein. Natürlich ist nicht jede langjährige Beziehung Show oder wird künstlich aufrechterhalten. Etwa 20 % der Menschen in Beziehungen sind unzufrieden. International sind es sogar 35 %. Eine Beziehung sollte man nicht als Objekt betrachten. Eine Beziehung sollte nicht erfolgreich oder erfolglos sein. Eine Beziehung soll wachsen. Menschen verbinden sich aus Liebe. Der Wert eines Menschen oder das Ansehen eines Menschen darf nicht von dem Beziehungsstatus abhängig sein. Wer sich nicht an destruktive Beziehungen bindet, sondern selbstständig ist und seine Beziehungen bewusst eingeht, ist erfolgreicher als derjenige, der aus niederen Beweggründen in eine Beziehung geht. Wenn du also an einer Beziehung festhältst, nur weil es so gemacht wird, oder weil es besser aussieht, dann überlege, wem du damit etwas beweisen willst. Eventuell stecken alte, antrainierte Gedankenmuster dahinter, die dir heute aber eher schaden als helfen. Führen wir Beziehungen nur für den Status, werden wir der eigentlichen Bedeutung nicht gerecht. Die Verbindung zu Menschen ist wertvoll, und deine Lebenszeit ist es ebenfalls. Je länger du in unglücklich machenden Beziehungen feststeckst, umso frustrierter und trauriger wirst du darüber, dass dir Chancen für das große Glück entgehen.

Gründe vorschieben, aus Angst

Viele Menschen bleiben in Beziehungen, obwohl sie tief im Inneren spüren, dass sie nicht mehr glücklich sind. Statt eine klare Entscheidung zu treffen, schieben sie Gründe vor, warum eine Trennung „gerade nicht geht“. Oft steckt dahinter weniger die tatsächliche Situation – sondern Angst.

Eine der häufigsten vorgeschobenen Begründungen lautet: „Jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt.“ Mal ist es der Stress im Job, mal eine schwierige Phase beim Partner oder ein bevorstehender Geburtstag. Wer dauerhaft auf den idealen Zeitpunkt wartet, versucht meist, die eigene Unsicherheit zu überdecken. Den perfekten Zeitpunkt für eine Trennung gibt es nie. Der Zeitpunkt ist dann der richtige, wenn wir ihn selbst dazu machen.

Ein weiterer typischer Satz ist: „Ich kann ihm/ihr das nicht antun.“ Dahinter verbirgt sich häufig die Angst vor Schuldgefühlen. Man fürchtet, den anderen zu verletzen, als herzlos zu gelten oder die Verantwortung für dessen Schmerz tragen zu müssen. Dabei wird übersehen, dass ein Verbleib aus Mitleid langfristig mehr Leid verursachen kann – für beide Seiten. Es ist weder sich selbst noch dem Partner gegenüber ehrlich, aus Mitleid zu bleiben. Die Gefahr ist groß, irgendwann nicht mehr zu wissen, wer man selbst ist und was man eigentlich in seinem Leben möchte. Auch fürchten viele, aus dem Umfeld verurteilt zu werden. An dieser Stelle ist wichtig zu verinnerlichen: Niemand ist für das Glück des anderen zuständig. Sobald wir uns auf Beziehungen einlassen, egal in welchem Kontext, kann es passieren, dass wir verletzt werden.

Auch äußere Umstände dienen oft als Argument: gemeinsame Wohnung, Kinder oder finanzielle Verbindlichkeiten. Diese Aspekte sind ernst zu nehmen und machen eine Trennung komplexer. Dennoch werden sie manchmal vorgeschoben, um sich nicht mit der eigenen Angst vor Veränderung auseinandersetzen zu müssen. Denn eine Trennung bedeutet immer auch Unsicherheit: Wie wird mein Leben danach aussehen? Werde ich allein sein? Habe ich die richtige Entscheidung getroffen, oder bereue ich es? Insbesondere, wenn Kinder da sind, macht es Sinn, eine Trennung zu hinterfragen und zu schauen, ob es andere Lösungen gibt, die Beziehung aufrecht zu halten. Keinem Kind ist damit geholfen, ständig streitende Eltern um sich herum zu haben. Kein Kind möchte und darf zwischen den Stühlen sitzen, Kinder sollten nicht als Vermittler hinzugezogen werden und schon gar nicht dürfen Kinder die Verantwortung dafür bekommen, dass die Beziehung weitergeführt werden kann. Sätze wie: “Wir sind nur wegen dir noch zusammen“ oder “Hätten wir euch Kinder nicht, wären wir längst getrennt“ sind Gift für Kinderseelen. Eine klar kommunizierte und solide geregelte Trennung, ist für Kinder leichter zu verarbeiten, als diese emotionale Zerrissenheit.

Die größte Angst ist aber sehr häufig die vor dem Alleinsein. Selbst eine unglückliche Beziehung kann vertraut wirken. Man kennt typische Verhaltensweisen, die Konflikte, sogar die Enttäuschungen sind einem irgendwie “vertraut“. Das Unbekannte dagegen wirkt bedrohlich. Also bleibt man – nicht aus Liebe, sondern aus Furcht vor der Leere. Torschlusspanik, ein gern genutzter Begriff. Die Angst, zu alt zu sein, um neu zu starten. Zu alt, um jemand Neues kennenzulernen. Dann lieber halten, was man hat. Egal, ob man glücklich ist oder nicht. Das ist oft der Punkt, an dem Seitensprünge passieren. Ein Teil will bleiben, aber der viel lautere Teil will gehen. Um beides zu vereinen, gehen Menschen in Außenbeziehungen. Dabei geht es nicht ausschließlich um Sexualität. Im Gegenteil, oft ist eine Umarmung, eine nette Geste oder ein liebevoll aufgebrühter Kaffee das, was die Emotionen höher schlagen lässt. Eine Weile kann das gut funktionieren, aber irgendwann möchte unser Inneres gelebt werden. Unsere Persönlichkeit möchte sich entfalten und das tun, was sie glücklich macht- bevor sie uns krank macht.

Sich diese Mechanismen einzugestehen, ist der erste Schritt. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber erfordert Mut. Doch nur, wer erkennt, welche Ängste ihn zurückhalten, kann eine bewusste Entscheidung treffen – für die Beziehung oder für einen Neuanfang. Manchmal ist das Festhalten schmerzhafter als das Loslassen.

Wenn Beziehung krank macht

Beziehungen sollen Halt geben, Kraft spenden und ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln. Doch was passiert, wenn genau das Gegenteil eintritt? Wenn eine Beziehung nicht stärkt, sondern schwächt – nicht aufbaut, sondern krank macht?

Eine dauerhaft belastende Partnerschaft kann sich auf vielfältige Weise auf die Gesundheit auswirken. Ständige Konflikte, Kontrolle oder das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein, erzeugen Stress. Dieser Stress bleibt nicht nur im Kopf, sondern wirkt sich auch körperlich aus: Schlafstörungen, Magenprobleme, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder ein geschwächtes Immunsystem können Anzeichen sein. Der Körper reagiert oft früher, als der Verstand zugibt, dass etwas nicht stimmt. Irgendwann sind Depressionen oder Angstzustände die Folge. Sich regelmäßig selbst zu verleumden und die Beziehung weiterzuführen, ohne auf sich und seine Gesundheit zu achten, kann gravierende Folgen haben. Insbesondere vorbelastete Menschen sollten daher achtsam mit sich und den eigenen Emotionen umgehen. 

Oft reden Betroffene ihre Situation klein. „So schlimm ist es nicht“, „Andere haben es schlimmer“ oder „Jede Beziehung hat Probleme“ sind typische Gedanken. Doch eine gesunde Beziehung darf fordern – sie sollte jedoch nicht dauerhaft krank machen. Unterschiedliche Meinungen und Konflikte gehören dazu, aber Respekt, Sicherheit und gegenseitige Wertschätzung sind unverzichtbare Grundlagen. Die oben genannten Sätze sind nichts weiter als Schutzbehauptungen, um auch den eventuell toxischen Partner zu schützen. Aber auch, um sich selbst zu schützen, vor Meinungen anderer oder aber auch vor der Wahrheit, die andere oft deutlich früher erkennen als wir selbst. Also auch hier wieder: Angst, das wiederkehrende Muster. Angst vor der Meinung anderer. Eventuell haben die ja Recht!

Sich einzugestehen, dass eine Beziehung ungesund ist, fällt schwer. Gefühle, gemeinsame Erinnerungen, die Angst vor dem Alleinsein oder Angst, ein Statussymbol zu verlieren, halten viele Menschen zurück. Doch die eigene seelische und körperliche Gesundheit sollte nicht aufgegeben werden.

Manchmal ist Liebe nicht genug. Und manchmal ist der mutigste Schritt nicht das Aushalten, sondern das Loslassen – um sich selbst zu schützen!

Abhängigkeit ist eine Entscheidung

Die vielen Faktoren, die Menschen davon abhalten, sich zu trennen, sind zum größten Teil selbst gewählt. Finanzielle Verbindlichkeiten, Kinder, Immobilien etc. sind Faktoren, die wir selbst wählen und uns entscheiden, in unserem Leben Platz zu geben. Nichts davon fällt vom Himmel und ist plötzlich da. Wir dürfen also auch gerne hinterfragen, ob die ein oder andere Entscheidung sinnvoll war und ein starkes Fundament hat oder auch aus einem der oberen genannten Muster heraus getroffen wurde. Die Entscheidung lässt sich zwar nicht mehr rückgängig machen, jedoch können wir Lehren daraus ziehen und entscheiden, diese Entscheidung nicht unser ganzes Leben bestimmen zu lassen. Es gab Entscheidungen, die zu dem Zeitpunkt, als sie getroffen wurden, gut waren, aber heute eben nicht mehr gut ins Leben passen. Wenn ich mir das eingestehe, fällt es mir leichter, Konsequenzen zu ziehen und das Beste daraus zu machen. Andernfalls werde ich diese Entscheidung immer als Bremsklotz vor mir sehen, der mich daran hindert, neue Wege zu gehen. Die Frustration steigt, weil ich nur die Hürden sehe, aber nicht das, wobei es mir hilfreich sein kann. Die Bewusstmachung, dass alles, was in meinem Leben passiert, auf meinen eigenen Handlungen/ Entscheidungen beruht, richtet den Fokus mehr auf das, was ich ändern kann, als auf das, was andere ändern können. Andere können in den seltensten Fällen etwas für uns verändern. 

Wenn folgende Faktoren zutreffen, ziehe eine Trennung in Erwägung

  • massive und wiederkehrende Gewalt sind an der Tagesordnung (Körperlich, aber auch psychisch)
  • einer von euch hat das Gefühl, für alles allein verantwortlich zu sein und nicht wahrgenommen zu werden
  • es herrscht ein großes Gefälle zwischen Geben und Nehmen, die Bedürfnisse nur eines Partners werden berücksichtigt
  • Konfliktphasen und rege Diskussionen überwiegen die Phasen der Harmonie und Freude
  • ungleiche Erziehungsstile (Folgen spürbar für das Kind)
  • Lügen und Heimlichkeiten werden als Vermeidung eines Konfliktes genutzt
  • selbst mit professioneller Unterstützung und diversen Versuchen, Lösungen zu finden, ändert sich nichts

Hierbei kann Unterstützung helfen, die Beziehung glücklich fortzuführen

  • wiederkehrende Konflikte
  • sexuelle Vorlieben verändern sich
  • Wertschätzung und Anerkennung fehlen oder werden nicht wahrgenommen
  • Zukunftsvisionen gehen auseinander
  • Ein Seitensprung wurde gebeichtet und die Unsicherheit ist groß
  • Streit endet immer darin, dass einer das haus verlässt
  • die Kommunikation schläft ein oder wird als nicht wichtig angesehen

Grundsätzlich ist jeder für sich selbst verantwortlich! Welche Verhaltensweisen jemand akzeptiert und toleriert liegt bei jedem selbst. Aber wenn Beziehung krank und oder unglücklich macht, dann darf diese definitiv hinterfragt und ggf. sich beendet werden. Das was für den einen funktioniert, funktioniert für jemand anderen überhaupt nicht. Niemand sollte aber aufgrund alter, antrainierter Muster an etwas festhalten, was eigentlich zum loslassen wäre.

Beziehung ist eine Entscheidung, keine Option !

Kurzes persönliches Statement von mir:

Würde ich in einer krankmachenden Beziehung verharren? Finde ich Gründe, um zu bleiben, obwohl ich gehen möchte?

NEIN! Als ich mit 20 Jahren meine erste Beziehung eingegangen bin, war ich sicher deutlich naiver und unwissender, über das, was ich möchte oder nicht. Niemals wäre ich aber in dieser Beziehung geblieben, nur um zu beweisen, Stärke zu zeigen oder irgendwem oder was gerecht zu werden. Ich habe an der Beziehung gearbeitet, habe hinterfragt und versucht, Lösungen zu finden. Mit 24 Jahren war ich aber aus dieser Beziehung herausgewachsen und es gab für mich nichts, was mich hätte mehr erfüllen können. Mein damaliger Partner ist, aus meiner Sicht, nicht mit gewachsen (bis heute übrigens nicht ;)) und somit war die Trennung der einzige gangbare Weg. Geprägt von meinem Elternhaus, in dem ich gelernt habe, dass Respekt, Wertschätzung, Nähe – Distanz, aber auch Konflikte und Versöhnen wichtige Grundpfeiler einer Beziehung sind, wusste ich dann, wie ich mir Beziehung vorstelle und welchen Menschen ich brauche. Kurz geglaubt, denjenigen gefunden zu haben, führte ich noch 2,5 Jahre eine Beziehung, die mir gezeigt hat, dass ich genauer hinschauen muss. Solider hinterfragen muss, ob das wirklich etwas ist, was ich brauche oder nicht. Das habe ich in 3,5 Jahren Single sein getan. Ich habe in der Zeit viel gelernt, über mich und meine Persönlichkeit. Psychologie hat mich immer schon begeistert, und auch mein 2. Staatsexamen drehte sich um das Thema psychosoziale Verhaltensweisen und wie Psychopharmaka diese beeinflussen und verfälschen können. Ich habe mich von da an noch intensiver mit Beziehungsdynamiken und persönlicher Entwicklung von Menschen beschäftigt. 4 Jahre Fernstudium, Seminare, Prüfungen und kontinuierliche Weiterbildung lassen mich heute dort stehen, wo ich stehe. Das war nicht immer einfach und auch nicht nur Freude und Spaß, aber mein grundlegendes positives und freudiges Wesen hat es mir leichter gemacht. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen hinterfrage ich immer wieder einzelne Beziehungen und Verbindungen und halte nichts aus Angst oder Unsicherheit fest. Sobald ich merke mir tut etwas nachhaltig nicht gut oder ich fühle mich nicht gut, muss ich schauen, ob und wie ich etwas verändern kann. Manchmal vergehen diese Gedanken und stellen sich als nicht verfolgungswürdig heraus. Manchmal aber auch nicht. Glücklicherweise darf ich aber seit Jahren- sogar Jahrzehnten- tolle Menschen zu meinem Freundeskreis zählen, seit fast 11 Jahren einen tollen Partner an meiner Seite wissen und auch beruflich inspirierende und wertschätzende Menschen treffen.

Ich setze mich durchaus mit meinen Mitmenschen auseinander, aber eben nicht um jeden Preis! Ich bin lieber allein und zufrieden mit mir, als unzufrieden mit jemand anderem. Egal in welchem Kontext. Ob Freundschaft, Beziehung oder Beruf. Menschen bekommen etwas von mir und wenn sie das nicht wertschätzen oder aus Gründen nicht fähig sind, das zu erkennen, dann ist meine Zeit das nicht wert zu erkämpfen. Da draußen darf gerne jeder denken was er möchte, das war mir noch nie wichtig. Ich habe gelernt, dass die Leute sowieso denken, was sie möchten. Das ist ok, tu ich ja auch 😉

Ich freue mich immer, wenn meine Klienten im Laufe des Prozesses auch ihren eigenen Wert erkennen und entsprechend handeln können!:)

Dein Coach Nadja

Ohrfeige in der Beziehung. Ist das ein Trennungsgrund?

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Eine Ohrfeige dauert nur einen Moment – doch ihre Wirkung kann eine Beziehung dauerhaft verändern. Viele stellen sich danach die Frage: War das ein einmaliger Ausrutscher oder eine Grenze, die nicht überschritten werden darf? Ist körperliche Gewalt, egal in welcher Form, ein klarer Trennungsgrund? Liebe rechtfertigt keine Gewalt. Trotzdem ringen viele Paare nach einer Ohrfeige mit der Entscheidung, ob Trennung die einzige Konsequenz sein muss. Dieser Artikel beleuchtet, warum diese Frage so komplex ist – und warum sie trotzdem klare Antworten braucht. Dieser Artikel ist nicht ausschließlich an Frauen gerichtet. Er ist keine “die arme Frau wird geschlagen“ Artikel, sondern beleuchtet neutral, was Gewalt macht und wie jeder damit umgehen kann. Auch Männer werden durchaus Opfer von Gewalt, deutlich häufiger als man meint- nur anders.

Gewalt muss nicht sichtbar sein

Wenn Menschen von Gewalt in Beziehungen hören, denken sie sofort an eine körperliche Gewalttat. Allgemein kann man sagen, wenn sich Menschen lieben, bleiben auch Verletzungen nicht aus. Schließlich kann einem nur jemand weh tun, der einem wirklich wichtig ist. Wir verletzen nur Menschen, denen wir wichtig sind. Andernfalls müssten wir uns alle gut finden und alle die gleichen Gefühle füreinander haben. Das möchte ich auch für mich persönlich ausschließen. Die entscheidende Frage ist jetzt: Ist Gewalt ein Trennungsgrund? Egal in welcher Form. Dieser Artikel liefert keine eindeutige Antwort, aber er liefert Impulse und Gedanken, anhand derer jeder für sich selbst entscheiden kann. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er Gewalt definiert. Eine Ohrfeige ist gewalttätig. Das ist eine Tatsache. Es gibt aber auch emotionale Gewalt. Diese wird weniger häufig hinterfragt. Emotionale Gewalt wird deutlich seltener zu einem sofortigen Problem. Oft vergehen Jahre bis Jahrzehnte, bis jemandem bewusst wird, dass er emotionaler Gewalt ausgesetzt war. Daher ist der wichtigste Punkt, zu definieren, wo für jeden einzelnen Gewalt beginnt. An welchen Aspekten machst du Gewalt fest, ab wann wird Gewalt für dich sichtbar? Differenzierst du zwischen körperlicher und psychischer Gewalt? Wenn du die Frage für dich beantwortet hast, bist du einer möglichen Entscheidung näher und weißt, wie du dich im Falle eines Falls verhalten kannst. Sei dir bewusst darüber, dass der Mensch, den du liebst, auch der Mensch ist, der dir am meisten weh tun kann. Vielleicht stellst du für dich fest, dass eine der beiden Formen der Gewalt für dich schwerer wiegt, als die andere. Durchaus gibt es Menschen die sagen, dann lieber mal eine Ohrfeige, als monatelang hintergangen zu werden. Gut, jeder, wie er das möchte.

Warum eine Ohrfeige mehr ist, als “nur“ ein Schlag

Eine Ohrfeige passiert oft im Affekt. Ein Streit eskaliert, Worte werden zu Provokationen, Emotionen zur Waffe. Nicht ganz plötzlich, aber meistens unerwartet wird eine Grenze überschritten. Viele Betroffene stellen sich danach dieselbe Frage: Ist eine Ohrfeige ein Trennungsgrund? Die Antwort ist nicht pauschal ja oder nein, aber klar ist: körperliche Gewalt ist immer ernst zu nehmen.

Auch wenn sie gesellschaftlich manchmal verharmlost wird, ist eine Ohrfeige eine Form von körperlicher Gewalt. Sie verletzt nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Vertrauen, Respekt und Sicherheit – zentrale Pfeiler jeder Partnerschaft – geraten ins Wanken. Vielleicht waren diese Pfeiler aber auch vorher schon nicht mehr greifbar und es kam deshalb zu dieser massiven Form von Hilflosigkeit?!

Häufiger Versuche zu verharmlosen:

  • „Du hast mich provoziert“
  • „es war ein einmaliger Ausrutscher.“
  • „sorry, aber so etwas kann doch mal passieren“

Gewalt ist keine “normale“ Konfliktlösung. Gewalt sollte niemals die Antwort auf eine Frage sein. Egal wie wenig sinnvoll die Frage war, wenn ich merke, dass ich keine passende Antwort habe, darf ich über alternative Optionen nachdenken. Selbst ein einmaliger Vorfall kann tiefe Spuren hinterlassen und die Dynamik der Beziehung nachhaltig verändern.

Einmaliger Ausrutscher oder Warnsignal?

Diverse Faktoren entscheiden darüber, ob die Ohrfeige zu einer Trennung führen muss oder nicht. Grundsätzlich, egal welche Faktoren hier aufgelistet stehen, am Ende entscheidet jeder Mensch für sich selbst, ob und welche Konsequenz er zieht.

1. War es wirklich einmalig?

Ein einzelner Vorfall bedeutet nicht automatisch, dass Gewalt zum Muster wird. Dennoch ist Vorsicht geboten. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Gewalt oft schleichend beginnt und sich mit der Zeit in Quantität und Qualität steigert. Hier gilt es achtsam zu sein und die Situation insgesamt t zu betrachten.

2. Wie geht der Partner danach damit um?

Reue ist mehr als ein floskelgleiches „Tut mir leid“. Entscheidend ist:

  • Übernimmt der Partner volle Verantwortung, ohne Rechtfertigungen oder Ausflüchte?
  • Zeigt er aufrichtiges Verständnis für den Schmerz, den er verursacht hat und ist sich darüber im Klaren, was das mit der Beziehungsdynamik gemacht hat?
  • Ist er bereit, Konsequenzen anzunehmen und sich der Thematik zu stellen, auch mit professioneller Unterstützung (z. B. Therapie, Paarberatung, Coaching)?

Relativierungen oder Schuldumkehr („Du hast mich provoziert“) sind klare Warnzeichen. Jemandem, dem es wirklich ernst ist, wird es fern liegen die Schuld bei dir oder jemand anderem zu suchen. Sicherlich muss in der Aufarbeitung bedacht werden, dass eine Gegenseite dazu beigetragen haben könnte. Jedoch ist der, der entscheidet zu schlagen allein verantwortlich für die Handlung. Es klingt abgedroschen: “es gehören immer zwei dazu“. Ganz falsch ist es aber nicht. In einer harmonischen und ausgeglichen Beziehung darf Gewalt keinen Platz haben. Kommt es doch dazu, lässt sich darauf schließen, dass im Vorfeld einige Dinge schief gelaufen sind, wo sicher jeder einzelne zu beigetragen hat.

3. Wie fühlst du dich danach?

Mindestens genauso wichtig ist die eigene Wahrnehmung:

  • Fühlst du dich unsicher oder sogar ängstlich?
  • Läufst du wie “auf rohen Eiern“, um eine Konfrontation zu vermeiden?
  • Hat sich dein Bild vom Partner grundlegend verändert?

Wenn Vertrauen und emotionale Sicherheit verloren gegangen sind, kann Liebe allein das oft nicht reparieren. Fühle in dich hinein, ob ein Gefühl von “ok, ich bin nicht unschuldig daran“ mitschwingt. Unser inneres System möchte uns schützen und dem System ist daran gelegen, dass es uns gut geht. In vielen Fällen spüren wir, wie die Ohrfeige einzuordnen ist und vielleicht ertappt sich der eine oder andere dabei darauf “gewartet“ zu haben. Entweder damit es endlich zu einer Aussprache kommt (es schlummert schon lange etwas, aber niemand traut sich den ersten Schritt zu machen) oder aber um nun endlich den einen Grund zu haben, um die Trennung aussprechen zu können. Vorher fehlte der Mut und jetzt hat der andere den entscheidenden Fehler gemacht, um die Trennung zu rechtfertigen.

Gewalt kennt kein Geschlecht

Ein Aspekt, der häufig übersehen wird, ist, dass Gewalt in Beziehungen alle Geschlechter betrifft. Auch Männer sind von körperlichen Übergriffen betroffen, äußern sich jedoch seltener. Die Angst, nicht ernst genommen oder sogar ausgelacht zu werden, überwiegt oft noch. Diese Annahme darf sich gesellschaftlicher gerne wandeln. Frauen legen häufig eine deutlich brutalere und raffiniertere Vorgehensweise an den Tag. In bestimmten Situationen ist dies sicherlich auf die physische Unterlegenheit zurückzuführen. Mir persönlich ist dieses Argument zu wenig weitsichtig. In der öffentlichen Wahrnehmung werden Frauen häufig als das schwache Geschlecht betrachtet, was dazu führt, dass Gewalt gegen sie oft als gerechtfertigt angesehen wird bzw. die Gewalt, die von ihnen ausgeht wird als Notwehr abgetan. Studien zufolge neigen Frauen allerdings eher zu emotionaler Gewalt. Starke Eifersucht, emotionale Erpressung (du möchtest doch nicht, dass mir etwas passiert. Ist dir etwa egal, wenn ich überfallen werde) und das Einreden von “du bist schuld“ gelingt Frauen deutlich besser, als Männern. Unabhängig davon, wer die Gewalt ausübt: Gewalt bleibt Gewalt. Es ist schwierig, klar zu benennen, welche Tat schwerer wiegt. Unabhängig vom Geschlecht sollte jede Person in der Lage sein, eine reflektierte Entscheidung darüber zu treffen, welche Handlung in einer bestimmten Situation angemessen wäre. 

Wann eine Trennung unausweichlich ist

Eine Trennung ist besonders dann die einzig wahre Konsequenz, wenn:

  • Gewalt wiederholt auftritt und sich in der Intensität steigert
  • Drohungen oder Einschüchterung hinzukommen
  • der Partner keine Verantwortung übernimmt, die Schuld sogar auf dich abwälzt
  • nicht mehr das Gefühl hast, sicher zu sein

Niemand ist verpflichtet, in einer Beziehung zu bleiben, die Angst macht – auch dann nicht, wenn „sonst alles gut war“. Du entscheidest für dich allein, wie du mit einem solchen Vorfall umgehst.

Gibt es einen Weg zurück?

In manchen Fällen entscheiden sich Paare bewusst gegen eine sofortige Trennung, sondern für einen klaren Neuanfang. Das kann funktionieren, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind:

  • absolute Gewaltfreiheit, die als nicht verhandelbar deklariert wird und streng eingehalten werden muss.
  • professionelle Hilfe durch Coaches, Therapeuten oder Mediatoren
  • jeder hat Zeit und Raum, um sich Gedanken zu machen und die Ursachen zu reflektieren. Dann kann gemeinsam in die ehrliche Aufarbeitung gegangen werden

Wichtig: Die Verantwortung für Veränderung liegt primär bei der gewaltausübenden Person. Das heißt nicht, dass der Andere tatenlos zusieht und auf bessere Zeiten hoffen muss. Tun kann jeder etwas, auf seine Weise. Diese Wege und Optionen müssen in der Aufarbeitung und Nachbetrachtung unbedingt berücksichtigt werden. Sonst kann es schnell zu einer Täter – Opfer Situation kommen, die für die Beziehung keinen Mehrwert aufzeigt.

Fazit: Deine Grenze zählt

Ob eine Ohrfeige ein Trennungsgrund ist, kann niemand von außen entscheiden. Fakt ist: Du darfst Gewalt als klare Grenze definieren. Liebe rechtfertigt keine Übergriffe, Liebe darf nicht alles und schon gar nicht als selbstverständliches Argument für Gewalttaten gelten. “Jeder hat eine zweite Chance verdient“ ist nicht immer ein sinnvolles Credo. Ja, es macht Sinn hinzuschauen. Nein, nicht jeder hat die zweite Chance verdient.

Manchmal ist die Trennung der mutigste und gesündeste Schritt. Und manchmal ist es der Anfang davon, sich selbst wieder ernst zu nehmen. Vielleicht hat es dann diesen Einschnitt gebraucht, um zu erkennen, was dir vorher verborgen blieb oder an was du vorbei geschaut hast. Gewalt entsteht nur sehr selten ganz plötzlich!!

Da ich häufiger gefragt/geben wurde, ob ich zu jedem Artikel ein persönliches Statement schreiben kann, mache ich das natürlich auch hier.

Ich persönlich habe noch nie Gewalt erfahren und bin auch nie gewalttätig geworden. Für mich ist Gewalt definitiv ein Trennungsgrund. Ich kenne mich und meine Verhaltensweisen sehr gut, daher weiß ich, dass ich niemals jemanden darzubringen würde, Gewalt als letzten Ausweg zu sehen. Wer mich kennt weiß, dass ich sehr gut damit umgehen kann, wenn man mit mir spricht. Wertschätzend und selbstreflektiert. Niemand muss mich schlagen, um mich in meine Schranken zu weisen. Diese kenne ich selbst. Daher würde auch ich nie jemandem Gewalt antun. Ich war in meinem Leben einmal in der Situation, dass ich den Impuls hatte körperlich Grenzen zu setzen. Ich habe mich dann allerdings für den Rückzug entschieden. Mir ist schnell klar geworden, dass ich dann nicht mehr in den Spiegel schauen kann und mit stolz betrachten kann, was ich sehe.

Dein Coach Nadja

Die Menschen meiden dich nicht, weil sie ein Problem mit dir haben, sondern mit sich selbst.

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Zum Thema Geld: Jeder hat eine andere Definition von viel und jedem ist unterschiedlich wichtig, was mit dem Geld passieren soll. Wenn jemand aber besonders viel darüber redet und hervorhebt, wieviel auf welchen Konten liegt, sei skeptisch. Lass dich nicht so einfach beeindrucken und geh lieber davon aus, das nicht viel dran ist an der Rederei. Im Gegenteil: Hinterfrage, welche unschönen Tatsachen hier übertüncht werden sollen.

Projektion: Gleiches Prinzip andere Optik

Der Begriff Projektion bezeichnet in der Psychoanalyse allgemein einen Abwehrmechanismus zur Vermeidung der Auseinandersetzung mit eigenen psychischen Inhalten oder Konflikten wie Affekten, Emotionen oder Wünschen. 

Bei der Projektion geht es um eine Situation, in der eine Person negative Gefühle oder Unsicherheit auf die andere Person überträgt. Das kann mit aber auch ohne Absicht passieren. Im zweiten Fall geschieht das meistens dann, wenn sich jemand nicht selbst reflektiert.

Es ist vordergründig attraktiv, ein Problem auf jemand anderen abzuwälzen:

  • „Du hattest Angst und deswegen sind wir nicht auf den Aussichtsturm geklettert.“ – eigentlich hatte derjenige einfach nur selbst Angst. Aber so musste er diese „Schwäche“ nicht zugeben und konnte seine eigene Angst hinter dir verstecken.
  • „Wir haben uns für das 3-Sterne-Hotel entschieden, weil du nicht viel Geld zur Verfügung hast.“ – in Wirklichkeit hatte da jemand anderes kein Geld. Aber so wirft es ein schlechtes Licht auf den anderen und man selbst ist fein raus.

Auch hier ist die Ursache ein geringer Selbstwert, der sich nur in einer anderen, viel subtileren Form zeigt.

Bei Projektionen wird der eigentliche Knackpunkt oftmals mit einem zweiten Aspekt zusammengebracht, um die Sache noch überzeugender klingen zu lassen: „Du fährst doch aus Angst nie mit dem Aufzug. Lass gerne die Treppe nehmen, das tut auch unserer Fitness gut!“ – bei solch einer Äußerung würden die wenigsten Menschen vermuten, dass hier tatsächlich der andere Angst hat. Im ersten Moment klingt die Aussage nachvollziehbar und überzeugend.

Projektion ist letztlich ein psychologischer Abwehrmechanismus, der das eigene Selbstbild schützen soll. Man schreibt anderen Eigenschaften oder Verhaltensweisen zu, die man selbst besitzt, aber ablehnt, um sich selbst zu entlasten. Manchmal ist es den Menschen gar nicht bewusst, dass sie diese Eigenschaft selbst besitzen und ablehnen. Im Alltag erleben wir wenig Situationen, in denen wir Feedback dazu erhalten und selbst hinterfragen wir es nicht, weil wir eben zu sehr im Außen beschäftigt sind. Es ist eben auch ein Mechanismus, um die eignen Themen möglichst nicht tiefliegend anzuschauen. Das wiederum könnte nämlich eine Veränderung nötig machen, die dann wiederum Angst macht. Achtung: niedriges Selbstwertgefühl! (ich kann das nicht, ich schaffe das nicht)

Vielleicht habe ich wirklich etwas falsch gemacht?

Vielleicht fragst du dich, ob es nicht zu einfach ist, zu sagen, dass der andere „schuld“ hat. Es geht hier nicht darum eine Schuldfrage zu beantworten. Es geht darum, warum Menschen dich meiden, ohne dass du verstehst, warum sie das tun. Natürlich kann es sein, dass du einen Fehler begangen hast. Du hast dich vielleicht falsch ausgedrückt oder du hast den anderen verletzt, ohne dass du es wolltest. Sollte das der Fall sein, dann ist es aber die Verantwortung deines Gegenübers, dich darauf anzusprechen. Ich setze hier voraus, dass eine Bekanntschaft oder sogar Freundschaft vorausgegangen ist. Andernfalls würde dich vermutlich nicht beschäftigen, dass du gemieden wirst. Ist deinem Gegenüber also daran gelegen, dass eure Beziehung (welcher Art auch immer) weitergeht, darf ein ehrliches Gespräch erwartet werden. Passiert das nicht, gilt es zu hinterfragen warum. In den meisten Fällen deshalb, weil selbst genug vor der eigenen Türe liegt, was ggf. aufzufliegen droht. Vielleicht fehlt auch schlichtweg die Argumentation z.B. für die Behauptung, du seist ein Lügner. Gesagt ist das schnell – untermauert nicht unbedingt.

Die dritte Möglichkeit ist, dass es deinem Gegenüber egal ist. Ich finde, das sollte auch für dich gelten. Ihr könnt euch auf Augenhöhe begegnen und wenn einer das Niveau verlässt, kann man sicher intervenieren und versuchen, die gleiche Ebene wiederherzustellen. Aber wir sollten uns auch nicht verbiegen, nur weil wir das Gefühl haben, wir müssen an den Ausgangspunkt zurück. Wir haben ja schon gelesen, dass der Selbstwert des anderen nicht unsere Verantwortung ist. Wenn du jemanden verletzt oder ihm irgendwie schadest, ist das nicht cool. Du solltest das nicht einfach so hinnehmen. Entweder derjenige sagt es dir und meldet das Feedback, um die Sache gemeinsam zu klären, oder eben nicht. Wenn das dem Selbstwert des anderen nicht entspricht, ist das schade, aber du kannst das nicht ändern. Es ist also egal, ob du nun schuldig bist oder nicht. Dein Gegenüber kann zur Aufklärung und zu einer Entschuldigung deinerseits beitragen. Es kann nur Menschen geholfen werden, die sprechen! Vermeidung ist auch hier ein Ausdruck von diversen Themen bei deinem Gegenüber. Du wärst ja sicher zu einer Aussprache bereit, wenn du wüsstest, wo dein Fehler liegt bzw. lag.

Manchmal fühlen Menschen sich ertappt

Stell dir vor, du hast das Gefühl sehr viel erreicht zu haben, du kannst dir tolle Dinge leisten und glaubst zu den “oberen“ zu gehören. Dann berichtest du von deinen Möglichkeiten und dein Gegenüber lächelt nur und kontert mit mehr. Mit mehr Urlaub, mit mehr Erfolg und mit dem Wissen, dass das gar nicht das Wichtigste ist. Wie fühlt sich das an? Vielleicht ein bisschen demütigend? Es fühlt sich vielleicht an, als wenn du erwischt worden bist.

Völlig unabhängig davon, ob all diese Dinge wichtig sind, ob sie glücklich machen oder nicht. Es gibt Menschen, die sich darüber definieren, was sie haben oder was sie sich kaufen können. Wenn du ihnen dieses Fundament nimmst, ziehen sie sich zurück. Augenscheinlich mit dem Gefühl, dir überlegen zu sein- in einer anderen Liga zu spielen. Im Innern sieht es sehr oft anders aus. Insgesamt ist es traurig, wenn Beziehungen in Ligen spielen müssen oder es darum geht, wer was oder wieviel hat. Aber es gibt diese Menschen. Das ist auch in Ordnung, aber vertrau an der Stelle auf dein Gefühl und auf das, was du möchtest.

Glaube nicht alles, was du siehst. Das Zitat passt an der Stelle auch gut.

Thema Selbstwertgefühl! Jeder darf sich das leisten, was er kann und möchte. Jeder darf Statussymbole besitzen. Aus meiner Sicht ist die Motivation, mit der diese angeschafft werden, wichtig. Wie Menschen sich präsentieren, verrät mehr über sie als eine teure Tasche oder Uhr.

Im Übrigen: es wird immer jemand kommen, der mehr hat, der mehr Geld erwirtschaftet, der erfolgreicher ist und dem es noch unwichtiger ist, was andere von ihm denken!

Vielleicht bin ich einfach “doof“ 

Einfältig, uninteressant, langweilig, nervig. Alles Synonyme. Allesamt Adjektive. Das sind alles Worte, die beschreiben sollen, wie ein Mensch ist, wie sein Charakter ist. Ist es gut oder schlecht, doof zu sein? Keine Ahnung. Darf man jemanden so bezeichnen? Ganz ehrlich? Ich denke, du findest sofort einen Menschen in deinen Gedanken, den du „doof“ findest. Deiner Definition von „doof“ zufolge. (Der Mathe oder Englisch Lehrer von damals vielleicht?) Du magst die Person einfach nicht. Ihr versteht euch nicht oder habt euch gestritten. Die Person hat dir etwas geklaut, dir die Vorfahrt genommen oder seinen Hund in deinen Vorgarten pieseln lassen. Irgendwann ist jeder mal doof. Egal, wie man das Wort verwendet oder was man damit meint. Ich will sagen, es ist doch völlig in Ordnung, wenn dich jemand doof findet. Du findest oder fandest doch auch mal jemanden doof. Wenn dich also jemand meidet, ohne dass eine Vorgeschichte da ist und ohne tiefenpsychologisch darauf schauen zu wollen, dann findet derjenige dich an der Stelle einfach doof. Lerne an dieser Stelle zu akzeptieren, dass das zum Leben dazugehört. Du weißt nicht, ob er nicht ganz tief in sich drin, sich selbst viel doofer findet.

Hinweis: aus dem mittelniederdeutschen kennt man doof, als taub. Und das möchte ich hier auf keinen Fall verherrlichen oder missbräuchlich verwenden! Mir geht es inhaltlich absolut nur um den umgangssprachlichen Nutzen von doof. Nicht um taube Menschen oder taub sein!

Kennst du Sätze wie: das ist eine doofe Frage? Oder: das Kleid sieht doof aus. Oder: der neue Sportlehrer ist doof. Oder: denkst du, ich bin doof?

Ich denke diese oder ähnliche Sätze hast du irgendwann in deinem Leben schon einmal formuliert. Wenn nicht…, dann ist das doof. 🙂

Mein persönlicher Impuls

Ich bekomme immer mal wieder Nachrichten mit der Frage, ob ich zu jedem Thema, über das ich schreibe, meine persönliche Erfahrung oder ein persönliches Erlebnis anknüpfen kann. Frei von wissenschaftlichen Erkenntnissen oder einem Lehrbuch, eher aus dem Leben. Nun, wenn ihr das wünscht, bekommt ihr es 🙂

Zu dem heutigen Thema: Ich sage mit voller Überzeugung ich war die meiste Zeit meines Lebens selbstbewusst, selbstbestimmt und von mir und meinen Fähigkeiten überzeugt. Von November 2011 bis März 2013 habe ich Menschen gemieden. Genau aus den oben beschriebenen Gründen. Ich fühlte mich nicht gut. Ich zweifelte an vielen meiner Entscheidungen, haderte mit meinen sogenannten Freunden und die Leidenschaft für meinen Job erlosch. Denn im November 2011 wurde mir diese, durch einen einschneidenden Vorfall in meiner Arbeitsstätte, genommen. Mit wenigen aber richtig tollen Menschen an meiner Seite, mit Mut und Bestimmtheit habe ich diese Zeit überwunden und bin stärker denn je zurückgekommen. Seitdem haben mich meine Überzeugung und das Gefühl richtig zu sein, wie ich bin, nicht mehr verlassen. Ja, natürlich hinterfrage ich mich und manchmal zweifele ich auch kurz. Aber ganz schnell kehre ich zu meinem Innern und zu dem, was ich wirklich möchte und wer ich wirklich bin zurück. Ich meide niemanden, aber ich habe erkannt, wer in mein Leben passt und wer eben nicht. Heute lebe ich ein Leben, wie ich es mir gewünscht habe und auch vor Nov. 2011 hatte, nur anders. Ich lebe MEIN Leben und nicht das Leben, was andere gerne hätten oder von dem anderen glauben, das müsste so sein. Ich bin dankbar für all die guten Dinge, die meine Eltern mir seit frühester Kindheit mitgegeben haben. Das ist nicht selbstverständlich, aber die wichtigste Wurzel, die ein Mensch haben kann.

Dein Coach Nadja

Wir sprechen nie über unsere Gefühle. Wie können wir das ändern?

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“Ich bin traurig, weil ich das Gefühl habe, dass du sehr mit deiner Arbeit beschäftigt bist und unsere Beziehung vernachlässigst“.

“Ich fühle mich grade ziemlich hilflos, weil mein Chef mir ständig Überstunden aufdrückt.“

“Ich bin total glücklich, weil wir in 2 Wochen in den Urlaub fahren, das wird eine tolle gemeinsame Zeit“.

Klingt doch eigentlich ziemlich simpel und alltagstauglich, oder? Was so einfach klingt und geschrieben auch einfach aussieht, erweist sich in der Realität oft als schwierig. Meistens klingen die Sätze eher so:

“Dir ist unsere Beziehung total egal. Du interessierst dich nur für deine Arbeit.“ Oder: “Deine Arbeit scheint dir ja sehr wichtig zu sein, wenn du dafür die Beziehung hinten an stellst“. Oder “ich scheine dir nicht sonderlich wichtig zu sein, wenn du nur über die Arbeit sprichst.“

“Mein Chef ist ein Idiot, soll er anderen auch mal Arbeit auf’s Auge drücken.“ Oder “ Mein Chef versucht mich bestimmt rauszuekeln, deshalb muss ich so viele Überstunden machen.“

“Endlich mal raus und nichts tun.“ “Ich bin echt urlaubsreif und freue mich, wenn ich nichts höre und sehe.“

Ich denke, der Unterschied ist ersichtlich. Vielen Menschen fällt es schwer Ihre Emotionen zu benennen und mit dem Partner (oder auch anderen Menschen) zu kommunizieren. Es ist aber auch so, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, dass sie nicht über Emotionen sprechen. Wenn ich sage, du interessierst dich nur für deine Arbeit, muss doch klar sein, dass mich das wütend macht. Ein Beispiel dafür, dass die meisten darauf hoffen, dass der Andere schon selbst weiß, worum es geht. Unser Gegenüber ist quasi dafür verantwortlich unser Gesagtes bzw. nicht Gesagtes zu verstehen und entsprechendes zu erwidern. Erst wenn das Erwiderte nicht nach unseren Vorstellungen ausfällt, kommt es zum Konflikt. Im übrigen ist es ein Unterschied ob ich sage: “es macht mich traurig“ oder “es macht mich wütend.“ Je nachdem welche Wortwahl ich treffe fällt das Ergebnis unterschiedlich aus. Das sollte auch ins Bewusstsein übergehen. Ich entscheide, welche Reaktion mir entgegen gebracht, in dem ich entscheide, was ich wie formuliere. Dazu muss mir selbst erst einmal bewusst sein, welche Emotion ich empfinde.

Hierzu lade ich dich ein eine kleine Aufgabe zu erfüllen. Versuche so viele Emotionen zu nennen, wie dir einfallen. Klassisch sind traurig, sauer, aufgeregt, ängstlich, wütend, enttäuscht. Versuche mehr zu benennen OHNE zu googeln 😉 Vielleicht kommst du auf 20 oder 30?! Viel Spaß dabei!

Je mehr Emotionen dir bekannt sind, umso spezifischer kannst du kommunizieren und umso weniger Missverständnisse tauchen auf. Es gibt Emotionen die eine große Macht und große Wucht mit sich bringen und unter Umständen heftige Gegenreaktionen auslösen können. Andere wiederum sind dezenter, unauffälliger und lösen bei deinem Gegenüber keine starke Gegenreaktion aus. Du musst immer davon ausgehen, dass dein Gegenüber auch Emotionen hat, die du eventuell in dem Moment triggerst und er dadurch auch seine Reaktion nicht angemessen regulieren kann.

Wo und warum entsteht meine Emotion

Emotionen sind ein Zusammenspiel aus Wahrnehmung, Bewertung, Körperreaktionen, bewusster Erfahrung und Ausdruck. Sie dienen der Orientierung, dem Überleben und der Kommunikation mit anderen. Es gibt einige Psychologische Modelle, (z. B. der Appraisal-Ansatz), die erklären wie Bewertung und Kontext die jeweilige Emotion formen.

Zunächst eine faktisch basierte Erklärung zu Emotionen:

  • Reizaufnahme: Ein Reiz aus der Umwelt oder dem Inneren wird über Sinnesorgane (Augen, Ohren, Haut etc.) aufgenommen.
  • Wahrnehmung: Der Reiz wird im Gehirn erkannt und kategorisiert (z. B. als Gefahr, Freude, Schmerz).
  • Bewertung (Appraisal): Das Gehirn bewertet schnell, ob der Reiz relevant, bedrohlich, belohnend oder irrelevant ist. Diese Bewertung basiert auf vergangenen Erfahrungen, Zielen und den eigenen Werten.
  • Physiologische Reaktion: Je nach Bewertung werden automatisch körperliche Veränderungen ausgelöst (Herzschlag erhöht sich, Atemfrequenz ändert sich, Muskelspannung, Hormone wie Adrenalin freisetzen).
  • Gefühlserleben: Das bewusste Gefühl entsteht durch die Integration der sensorischen Signale, der kognitiven Bewertung und der körperlichen Reaktionen. Hier können Tugenden wie Erkennen, Benennen und Bewerten eine Rolle spielen.
  • Ausdruck und Handeln: Emotionen zeigen sich durch Mimik, Gestik, Stimme und Verhalten. Sie beeinflussen auch Entscheidungen und Handlungen (z. B. Flucht bei Angst, Freude beim Erfolg).

Emotionen haben eine evolutionäre Funktion – sie helfen uns zu überleben und mit unserer Umwelt umzugehen.

  • Schutzfunktion: Angst signalisiert Gefahr → wir fliehen oder verteidigen uns.
  • Bindung: Liebe und Zuneigung fördern soziale Beziehungen → wichtig für Kooperation und Aufzucht.
  • Motivation: Freude motiviert uns, bestimmte Dinge zu tun → z. B. Essen, Lernen, Spielen.
  • Kommunikation: Emotionen zeigen anderen, wie wir uns fühlen → z. B. durch Gesichtsausdruck oder Stimme.

Emotionen sind gar nicht so schlimm. Sie sind auch nichts schlechtes. Zugegeben, Emotionen können durchaus Angst machen und uns verunsichern. Dadurch können wir manchmal gar nicht so richtig mit ihnen umgehen und dann vermeiden wir, über sie zu sprechen. Dadurch bleibt allerdings sehr viel Potenzial für zwischenmenschliche Verbindungen liegen. Nicht nur innerhalb der Beziehung ist es hilfreich über Emotionen zu sprechen, auch im beruflichen Umfeld kann es Türen öffnen, über Emotionen zu sprechen. Es mag Stimmen geben, die das Gegenteil behaupten. Meine Erfahrung aus 20 Jahren im aktiven Berufsleben zeigt, Emotionen. haben noch nie geschadet. Bewusst und selektiv eingesetzt kann die emotionsbezogene Kommunikation zum absoluten Gamechanger werden.

Halte dir immer vor Augen, wenn du etwas erreichen möchtest, hast du einen Anteil daran, dass du es auch tatsächlich erreichen kannst. Das gilt auch für Emotionen. Du erwartest eine gewisse Offenheit, ein liebes Wort oder eine emotionale Offenbarung jeglicher Art, von deinem Gegenüber. Das bedeutet du wartest darauf, dass sich jemand dir gegenüber öffnet. Ok, kannst du machen. Vergiss nicht, dein Gegenüber geht vielleicht genauso heran. Das bedeutet Ihr beide wartet auf den anderen. Was glaubst du, wie wahrscheinlich kommst du nun an das, was du hören möchtest? Wenn du etwas möchtest, darfst du gerne in Vorleistung gehen. Gib dem anderen das Gefühl, es lohnt sich dir das zu geben, was du gerade brauchst.

Ein Beispiel: Dein Partner ist mit einem Freund für’s Kino verabredet, du fühlst dich aber nicht gut und dir wäre lieber, er würde bei dir bleiben und dich umsorgen. Das was du möchtest ist also Nähe, umsorgt werden, gesehen werden, wichtig genommen werden und du möchtest Priorität sein.

Um dahin zu kommen wäre folgende Formulierung denkbar:“ Schatz, ich weiß, Du bist verabredet und du hast dich schon gefreut. Allerdings fühle ich mich nicht sehr gut heute und mir würde es besser gehen, wenn du bei mir bleibst. Das gibt mir immer ein wohliges Gefühl- das kann ich gerade gut gebrauchen. Vielleicht kannst du die Verabredung in den nächsten Tagen nachholen“?

Eine Möglichkeit von vielen. Du gehst auf deinen Partner ein und nimmst wahr, dass dort eine Entbehrung entstehen könnte, du teilst deine Emotion mit und eröffnest deinem Partner die Möglichkeit sich zu kümmern, “wichtig“ zu sein (ich kenne niemanden, dem das nicht gefällt bzw. der sich das nicht wünscht) und gibts die Handlungsoption schon zur Hälfte vor. Jetzt ist es an deinem Partner die anderen 50% zu gehen.

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Wenn man nie gelernt hat über Gefühle zu sprechen

Zugegebenermaßen ist es dann schwer. Es gibt mehrere mögliche Gründe, warum in deiner Familie nicht über Gefühle gesprochen wurde. Wenn Eltern oder Bezugspersonen selbst selten Gefühle benennen, lernt man unbewusst, es ihnen gleichzutun. Die Angst vor Konflikten oder Ablehnung, wenn man Gefühle offen zeigt, hemmt auch, Gefühle auszusprechen und anderen mitzuteilen. Auch kulturelle oder familiäre Normen können der Grund sein, weshalb in deiner Familie nicht über Gefühle gesprochen wurde. In manchen Familien gilt Zurückhaltung oder Stillschweigen als normgerecht. Das gilt natürlich nur, wenn sich mehrere Kulturen in deiner Familie wiederfinden und ein bzw. beide Elternteile einer anderen Kultur angehören als der hiesigen. Vielleicht ließ der Alltag deiner Eltern bzw. der Menschen, bei denen du aufgewachsen bist, schlicht keine tiefgründigen Gespräche zu. Hektik und Alltagstress machen Gespräche über Gefühle weniger wahrscheinlich. Wenn die Menschen in deinem Umfeld nicht gut über die Bedeutung von Gefühlen informiert waren, wurde diesem Thema keine hohe Priorität beigemessen, sodass du dir dies auch nicht abschauen konntest. Mach deinen Eltern keinen Vorwurf, ich bin sicher, sie haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Sie wussten es nicht besser. (Familien, in denen Gewalt und Bedrohung Thema waren, schließe ich von dieser Aussage aus. Gewalt ist immer eine bewusste Entscheidung!) Andersherum kann es auch sein, dass du ein emotionales Übermaß hast. Das heißt, du wurdest mit Gefühlen und Gesprächen darüber überladen und hast das Gefühl, dass dir die Worte fehlen bzw. du schon alles gesagt hast. Auch das ist kontraproduktiv, wenn es darum geht, innerhalb deiner Partnerschaft oder anderen Verbindungen über Gefühle zu sprechen.

Je nach Verhältnis und Kontakt zu deinen Eltern kann es hilfreich sein, das Thema aus heutiger Sicht anzusprechen. Ihr könnt Altlasten aufarbeiten und zukünftige Gespräche konstruktiver und emotionaler gestalten. So lernt ihr euch auf einer anderen Ebene kennen und erfahrt Dinge, die euch dabei helfen können, einander in Zukunft besser zu verstehen. Ebenso können Missverständnisse aus der Vergangenheit geklärt werden, die vielleicht sogar die Stimmung negativ beeinflusst haben. Gleiches gilt übrigens für alle Menschen in deinem Umfeld.

Wie gehst du es an

  • Schaffe dir einen Überblick über die verschiedenen Emotionen bzw. deren Definitionen. Die Grundemotionen lauten: Angst, Wut, Trauer, Freude. Sortiere nun zu jeder Hauptemotion ca. 15 “Untermemotionen“ bzw. Umschreibungen. So erweiterst du deinen emotionalen Wortschatz.
  • Analysiere nun, welche Emotionen du kennst, welche vorherrscht und in welchen Situationen sie aufkommen. Du kannst eine Art Tagebuch darüber führen und nach wenigen Wochen erhältst du einen Überblick über dein “Fühl- Muster“
  • Hinterfrage, bei welchen Emotionen und Situation du gerne anders empfindest würdest und wie du empfinden möchtest. Möchtest du anstatt Wut vielleicht lieber Trauer oder Angst empfinden? Oder ist die Wut eher eine Enttäuschung?
  • Was kannst du konkret tun, um dort hinzukommen. Wie kannst du deine Gedanken und dein Handeln lenken, dass am Ende deine gewünschte Emotion dabei herauskommt.
  • Fange an immer wieder zu kommunizieren, was in dir vorgeht, was du fühlst, was dein Gegenüber gerade in dir auslöst. Stück für Stück. Fang zum Beispiel an mit: “heute morgen bin ich erschöpft, das macht mich unruhig, weil ich einen wichtigen Auftrag zu erledigen habe“.

Besser spät anfangen, als niemals

Das trifft doch irgendwie auf alle Lebensbereiche zu, oder? Es ist nie zu spät, etwas zu ändern, neu zu beginnen oder etwas anders zu machen als bisher. Es lohnt sich auch immer, Gespräche über Gefühle zu führen. Egal, an welchem Punkt in deinem Leben du stehst: Fang an! Jeder Schritt ist besser, als stehen zu bleiben. Geh los, und du wirst sehen, was Tolles auf dich wartet. Freue dich auf tolle Gespräche, neue Erkenntnisse und wundervolle Begegnungen!

Dein Coach Nadja

Mein Partner hat plötzlich andere Wünsche, als die, die wir zu Beginn beide hatten. Muss ich das akzeptieren?

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Wenn man eine Beziehung eingeht, sind die Ziele meistens sehr ähnlich oder sogar gleich. An dieser Stelle ist es wichtig zu betonen, dass es genau so sein sollte, wenn man Beziehung als nah, verbindend, gemeinschaftlich und als ein Miteinander definiert. Die gängige Überzeugung „Gegensätze ziehen sich an“ stimmt nur bedingt. Mehr dazu in diesem Artikel. Wir wollen also unsere Lebensträume gemeinsam leben und uns unsere Herzenswünsche erfüllen. Das führt zu großen Gefühlen und Schmetterlingen im Bauch. Es gibt doch nichts Schöneres, als einen Menschen gefunden zu haben, der die gleichen Ziele und Träume hat wie ich selbst, oder?

Gegensätze ziehen sich an – stimmt das wirklich?

Viele Menschen glauben fest daran, dass Gegensätze sich anziehen und dass Unterschiede in Charakter, Interessen oder Lebensweisen eine Beziehung spannend und bereichernd machen. Dieses Sprichwort ist in vielen Kulturen bekannt und wird oft als Erklärung für die Anziehung zwischen Menschen herangezogen. Doch ist das wirklich immer so? Oder gibt es auch Gründe, warum Gegensätze manchmal eher hinderlich oder blockierend sein können?

Gegensätze können in der Tat für Spannung sorgen. Wenn jemand zum Beispiel sehr ruhig und introvertiert ist, kann die lebhafte und extrovertierte Persönlichkeit eines anderen Menschen aufregend und anziehend wirken. Solche Unterschiede können das Leben abwechslungsreicher machen und neue Perspektiven eröffnen. Sie können auch dazu beitragen, voneinander zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Jeder hat die die Möglichkeit, in verschiedenen Lebensbereichen, neue Wege auszuprobieren die mit der eigenen Persönlichkeit unentdeckt blieben.

Trotz der anfänglichen Anziehungskraft können Gegensätze auch Konfliktpotenzial bergen. Wenn grundlegende Werte, Lebensziele oder Kommunikationsstile stark auseinandergehen, kann das zu Missverständnissen und Schwierigkeiten führen. Unterschiedliche Vorstellungen von Freizeitgestaltung, Finanzen oder Zukunftsplänen erschweren oft das gemeinsame Leben. Auch unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse in der Sexualität können zu Frustration führen. Besonders in diesem sensiblen Bereich plädiere ich stark dafür, sich nicht zu sehr zu verbiegen und Dinge zu tun, die man eigentlich nicht möchte. Jeder Mensch hat den Respekt verdient, dass Wünsche und Sorgen ernst genommen werden.

Was ist also richtig?

Es kommt auf die Balance an. Gegensätze können eine Beziehung bereichern, solange die wichtigsten Werte und Grundüberzeugungen übereinstimmen. Gemeinsame Interessen, gegenseitiger Respekt und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, sind entscheidend. Oft sind es die Gemeinsamkeiten, die eine stabile Basis schaffen, während Unterschiede für die Würze sorgen.

„Gegensätze ziehen sich an“ kann stimmen – aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Es ist schön, Unterschiede zu schätzen und voneinander zu lernen, doch für eine langfristige und harmonische Beziehung sind gemeinsame Werte und eine gemeinsame Vision oft wichtiger, als der Gegensatz. Letztlich kann die Mischung aus Gemeinsamkeiten und Akzeptanz der Unterschiede eine Beziehung stark machen, dabei ist aber zu beachten, dass diese Beziehung deutlich kommunikationsstärker und die Personen resilienter sein sollte, als jene, wo die Gemeinsamkeiten überwiegen.

Wenn sich Träume verändern

Wenn wir Menschen kennenlernen, vor allem den einen Menschen, dann überwiegt die Freude, das Begehren, die Lust aufeinander in allen Bereichen. Wir möchten jeden Moment gemeinsam erleben und der Welt erzählen, dass wir endlich den Deckel gefunden haben, nachdem wir (vielleicht) lange gesucht haben. Das ist wichtig und richtig. Oft bleiben die Gespräche auf schöne Themen beschränkt, weil wir sowieso nicht glauben, dass dieser perfekte Mensch Makel haben könnte. Jeder möchte sich von seiner besten Seite zeigen und natürlich hat man auch die gleichen Lebensziele, oder? Wenn man Verliebte nach gemeinsamen Zielen und Träumen fragt antworten ca. 83% mit: “wir haben die gleichen Ideen vom Leben, möchten beide Kinder und sind uns beide einig, dass Ehrlichkeit der wichtigste Faktor ist.“ (sinngemäß) Auch in der Arbeit mit meinen Klienten bestätigt sich diese oder ähnliche Aussagen. Klingt doch erstmal wunderbar und natürlich nach dem, was jeder hören möchte. Fatal ist nur, dass es an der Stelle oft nicht weiter in die Tiefe geht. Warum? Schlicht weil sich die meisten Menschen nicht mit ihren wahren Lebenszielen auseinandersetzen und sich oft nicht darüber bewusst sind, was eigentlich innere Antreiber und Motivation im Leben sind.

Hand auf’s Herz: wie oft hast du dich oder deinen Partner gefragt: “warum bedeutet der Tierschutz soviel? “Was verbindest du mit Hobby xy?“ “Was hat dich bewogen den Leistungssport hinter dir zu lassen?“ “Gibt es einen Grund, weshalb dir das Schwimmen so wichtig ist?“ “Hast du das Hobby weitergeführt, aus deiner Familie?“ “Was gibt dir das xy, was du durch nichts anderen bekommen kannst?“

Es gibt viele weitere Möglichkeiten tiefergehend zu fragen und herauszufinden, warum jemand etwas tut oder eben nicht mehr tut. Betrachten wir diese Thematik nicht tiefergehend, kann es zu großen Überraschungen kommen. Etwa, dass der Partner nach einigen Jahren Beziehung plötzlich auf die Idee kommt, in den Karnevalsverein einzutreten. Vielleicht auch, dass die Partnerin plötzlich Tanzkurse belegen möchte oder einer der beiden eine Weltreise mit der besten Freundin plant (anstatt mit dem Partner). Meistens entstehen diese Wünsche nicht plötzlich, nicht über Nacht und auch nicht aus einer Laune heraus. Vielmehr stecken verborgene Sehnsüchte, Wünsche und nicht erfüllte Bedürfnisse dahinter. Je mehr ich mich also mit mir, meinen inneren Antreibern, meinen Lebenszielen und denen meines Partners auseinander setze, umso unwahrscheinlicher sind “böse“ Überraschungen. Was aber, wenn sich Träume und Wünsche doch sehr voneinander weg bewegen?

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Sich selbst treu bleiben versus getrennte Wege

Die Frage ist: Was muss oder soll ich akzeptieren? Ab wann sollte ich überlegen, ob ich mich mit den neuen Träumen und Wünschen meines Partners identifizieren kann oder ob eine Trennung der bessere Weg für uns beide wäre? Grundsätzlich dann, wenn du ungute Gefühle verspürst, wenn etwas gegen deine Grundsätze verstößt oder wenn die Veränderung dein Leben negativ beeinflusst. Diese negative Beeinflussung kann monetärer Natur sein, deine Werte missachten, sich in der politischen Haltung äußern oder durch Zeitfaktoren bedingt sein. Für dich sollten sich also zunächst einige Fragen auftun. Diese liste ich weiter unten auf. Danach solltest du dir selbst einige Fragen stellen. Auch dazu findest du am Ende des Artikels eine Auflistung.

Wichtig ist: Niemand muss etwas dulden, aushalten oder akzeptieren, nur weil er oder sie in einer Beziehung ist. Dass sich Wünsche im Laufe des Lebens verändern, ist völlig in Ordnung. Faktoren wie Lebenszeit, Erfahrungen, Austausch im sozialen Umfeld und einschneidende Lebensereignisse können dazu beitragen, dass sich unsere Sicht und Haltung verändern. Innerhalb einer Beziehung ist es ratsam, über diese Themen im Austausch zu bleiben bzw. zu kommunizieren, sollte man Veränderungen bemerken. Beiseiteschieben, Missachten oder Nichtwichtignehmen ist nicht hilfreich, um Vertrauen zueinander aufzubauen und sich auf einer emotionalen Ebene zu begegnen. Außerdem riskiert man so, den Partner einige Jahre später vor vollendete Tatsachen stellen zu müssen und provoziert eine Trennung oder tiefe Enttäuschung. Wenn du also das Gefühl hast, dass die anstehende Veränderung oder die Umsetzung neuer Träume deines Partners dein Leben zu stark negativ beeinflussen, solltest du das Gespräch suchen und gegebenenfalls auch eine Beendigung der Beziehung in Erwägung ziehen. Unüberbrückbare Differenzen sind keine mediale Erscheinung, sondern eine durchaus mögliche Entwicklung.

Leider halten Paare viel zu oft einfach nur aus. Die eigenen Glaubenssätze sind teilweise so fest verankert, dass es einfacher erscheint, alles zu akzeptieren. Klassische Sätze sind: „Ich kann meinem Partner ja nicht verbieten, dass …!”

„Ich kann mich ja nicht trennen, nur weil …!”

„Man darf ja nicht alles hinschmeißen, nur weil …!”

„Als Partner muss man akzeptieren, wenn …!”

Wenn Sätze so beginnen, dann weiß ich, da sind alte – antrainierte Muster am Werk. Dann weiß ich aber auch, der Wunsch zu handeln ist da, der Mut nicht, um es auch zu tun. In diesen Sätzen befinden sich ganz viele Blockaden, die es schier unmöglich machen, Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es geht nicht darum, dem Partner etwas zu verbieten. Aber warum soll man sich an der Stelle selbst etwas verbieten? Es geht nicht darum, sich zu trennen, aber warum ist man sich nicht wichtig genug, sich selbst ernst zu nehmen und über Emotionen und Gedanken zu sprechen. Wer redet von hinschmeißen? Es geht um das Auseinandersetzen.

Wenn einer von beiden beispielsweise eine Vereinstätigkeit aufnehmen möchte, hat das oft zur Folge, dass viel Zeit investiert werden muss, um Veranstaltungen, Versammlungen, Feste oder andere Arrangements zu besuchen. Je nachdem spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle. Es geht um Beiträge, das Ausrichten von Feiern und die Unterstützung sozialer Projekte. Das ist durchaus ein relevantes Thema für eine Beziehung. Es verändert sich dadurch etwas für den Partner und das sollte nicht einfach hingenommen, sondern im Vorfeld sorgfältig besprochen werden. Man sollte die Vor- und Nachteile durchleuchten und betrachten, inwieweit die Beziehung dadurch belastet werden kann.

Wenn einer von beiden eine große Reiselust entwickelt, ist auch das ein Thema, das besprochen werden muss. Wenn sich der andere Partner das ebenfalls vorstellen kann, müssen folgende Fragen geklärt werden: Was bedeutet das für die Jobs, die Urlaubstage, die finanzielle Belastung, das Familienleben und die weitere Freizeitgestaltung? Gleiches gilt für das Gegenteil. Wenn ein Partner nicht mehr gerne verreist und keine weiten Strecken mehr zurücklegen möchte. Ist das eine Belastung oder können beide Partner damit umgehen, ohne dass es eine negative Beeinflussung des eigenen Seins bedeutet? Wenn sich einer von beiden zukünftige Reisen mit Freunden oder anderen Menschen vorstellt, kann auch das zu Differenzen führen. Generell sind Themen, bei denen es um finanzielle, soziale oder zeitliche Veränderungen geht, intensiv zu bearbeiten und zu besprechen. Keiner sollte vor vollendete Tatsachen gestellt werden oder das Gefühl haben, einer Entscheidung ausgeliefert zu sein. Selbstwirksamkeit ist keine Einbahnstraße!

Auflistung für das Gespräch mit dem Partner, der die Veränderung anstößt

  • was hat diesen Wunsch ausgelöst?
  • durch was haben sich deine Träume derart verändert?
  • seit wann verspürst du den Wunsch nach …
  • was erhoffst du dir dadurch?
  • meinst du, es gibt andere Möglichkeiten, dieses Gefühl in dir auszulösen?
  • ich habe das Gefühl, du kompensierst etwas, was dir fehlt. Was meinst du?
  • Vielleicht versuchen wir über andere Veränderungen, deine Bedürfnisse zu befriedigen?
  • Wie fühlst du dich mit dieser Entscheidung?
  • Was glaubst du, verbessert sich dadurch?

Auflistung mit Fragen für dich selbst

  • möchte ich einen Partner, der ein Vereinsleben führt?
  • möchte ich die Konsequenz mittragen?
  • kann ich diesen Weg finanziell mit gestalten?
  • sehe ich mich als Partner ausreichend gesehen?
  • passt das zu meinem eigenen Lebensentwurf?
  • kann ich meine Ziele dennoch weiter verfolgen?
  • möchte ich eine Partnerschaft, in der wenig Zeit für gemeinsames bleibt?
  • kann ich meinen Werten treu bleiben?
  • habe ich gute Gefühle mit dieser Veränderung?

Veränderungen, neue Wünsche, andere Träume und neue Erkenntnisse darüber, was für einen selbst wichtig ist, müssen nicht schlecht sein. Es darf nur nicht dazu führen, dass sich ein Partner unwohl oder unverstanden fühlt. Grundsätzlich können Partner daran wachsen und sich gegenseitig stützen. Dazu müssen beide bereit sein, und eine offene und ehrliche Kommunikation ist Voraussetzung.

Vielleicht ist es hilfreich, eine andere Perspektive einzunehmen und zu erkennen, dass wir unseren Partner auch schützen können. Schützen davor, eine Entscheidung zu treffen, die in einer anderen emotionalen Verfassung, die durch ein offenes Gespräch oder grundlegende Veränderungen innerhalb der Beziehung erreicht werden könnte, so nicht getroffen worden wäre. Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, etwas zu betrachten. Wichtig ist nur, dass man es tut!

Dein Coach Nadja

Erwartung an den Coach – sind Schwächen erlaubt?

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Oft werde ich von Klienten gefragt, ob ich schon einmal falsche Entscheidungen getroffen habe oder ob ich auch mal streite. Manchmal gehen Menschen einfach davon aus, dass ich als Coach nie belastende Themen oder Konflikte habe. “Sie müssen ein perfektes Leben führen“. Ja, aber nicht, weil es fehlerfrei ist. Ich möchte in diesem Artikel etwas persönlicher werden, mit Mythen über Coaches aufräumen und Menschen weiter ermutigen, sich selbst zu vertrauen und nicht der Masse hinterherzulaufen. Es wird spannend!

Gut, dass jeder etwas anderes kann

Jeder Beruf hat seine Spezifikationen. Jeder Mensch hat seine eigenen Fähigkeiten, Talente, Interessen und Neigungen. Das ist richtig und wertvoll. Es ist inakzeptabel, dass dies immer mehr abtrainiert wird, indem Kinder und Jugendliche von jeglichen Wettbewerben ferngehalten werden sollen und es am besten in Grundschulen keine Benotung gibt. Alle sollen gleich gestellt sein, damit Kinder nicht damit konfrontiert werden, was sie nicht können. Kinder müssen lernen, sich zu messen, zu gewinnen, aber auch zu verlieren. Sie haben das Recht zu lernen, sich durchzusetzen und für das einzustehen, was sie gut können. Es ist Zeit, dass sie lernen, sich nicht zu schämen, wenn sie etwas nicht so gut können! Wir müssen Kinder stärken und ihnen beibringen, mit Gegenwind und Kritik umzugehen und auch ihre Erfolge zu feiern. Meine Beobachtungen zeigen eindeutig: Viele Kinder haben Probleme mit Lob. Wir brauchen eine einheitliche Handhabung, um einerseits eine wieder wachsende Wirtschaft zu generieren und andererseits eine Gesellschaft zu formen, in der sich die Menschen mit Respekt und Verständnis begegnen. In 15 bis 20 Jahren werden alle dasselbe können. Dann wird niemand mehr motiviert sein, sich zu spezialisieren und seine Fähigkeiten zu nutzen. Was wird dann aus der Gesellschaft? Werden dann alle Gärtner, alle Schreiner, alle nichts? Es ist eine Tatsache, dass nicht jeder Arzt, Jurist oder Friseur werden kann. Das ist definitiv der richtige Ansatz, und wir sollten Kinder und Jugendliche definitiv darauf vorbereiten! Stärken fördern und nicht auf weniger ausgeprägte Stärken hinweisen. Überall wird Vielfalt propagiert, aber an anderen Stellen wird sie gezielt abgeschafft.

Es ist doch skurril: Die Gesellschaft erwartet, dass jeder Mensch alle anderen akzeptiert. Jeder soll sich so zeigen, wie er sich fühlt und das machen, was er als richtig empfindet. Menschen mit Fuchsohren auf dem Kopf oder mit dem Pronomen „Superman“ müssen akzeptiert werden und als einzigartig angesehen werden. Aber Kinder und Jugendliche sollen alle gleich gehalten werden, damit keiner etwas Eigenes auf die Beine stellen kann?! Das ist Heuchelei! Anstatt Kinder zu reflektierenden und hinterfragenden Menschen zu machen, werden sie z.B. in der Schule zu gehorsamen Sklaven erzogen (es könnte sein, dass ich unser Schulsystem echt blöd finde – das war auch schon zu meiner Schulzeit so). Es ist zwingend notwendig, dem Kind zu vermitteln, dass es die Lösung in sich trägt und wie es selbstwirksam handeln kann. Natürlich mit Unterstützung. Später im Leben wird so viel mehr erwartet als in der Schule – und leider auch in vielen Elternhäusern – gelehrt wird.

Coach kann auch nicht jeder werden

Vor dem Gesetz aktuell schon. Das wird sich aber hoffentlich in den nächsten 5-10 Jahren ändern. Wie hat Robert Mc Donald einmal gesagt: “ein guter Coach vereint das Herz und das Schwert“!

Herz bedeutet die Fähigkeit zu Empathie und wirklich tiefem Verständnis, ebenso das Wissen, dass bei Veränderungs.- und Heilungsprozessen Kräfte wirken, die größer sind, als wir selbst. Dazu gehört auch die Fähigkeit, diese Instanz in das Coaching einzubeziehen und Momente der Wahrheit zu gestalten und zuzulassen.

Dass Schwert bedeutet über eine reichhaltig gefüllte Coaching – Werkzeugkiste zu verfügen, gepaart mit Erfahrung und Intuition, wann welches Werkzeug angebracht ist. Welche Frage oder Technik gibt den richtigen Anstoß zu neuen Erkenntnissen? Für welchen Typ Mensch eignet sich welche Methode und wie gehe ich auf die unterschiedlichen Charaktere am besten ein. Je genauer ein Coach weiß, welche individuellen Faktoren er berücksichtigen und anstoßen muss, desto erfolgreicher verläuft ein Coaching Prozess.

Durch die Verbindung von Herz und Schwert wird ein emphatischer, ethisch respektvoller, wertschätzender und zielführende Prozess gestaltet, der für beide Seiten den höchstmöglichen Nutzen hat.

Hier kommen auch spezielle Fähigkeiten und Talente zum Einsatz, die eben nicht jeder hat und auch nicht jeder erwerben kann. Wenn man ernsthaft Coach sein möchte, bedarf es mehr als ein paar blumig formulierte Kalendersprüche runterzubeten. Wer Coach sein will, muss authentisch sein (meine persönliche Meinung). Als Coach möchte ich meinem Klienten das Gefühl geben, dass er alles schaffen kann und an sich glauben darf, dass Rückschläge dazugehören und das Perfektion nicht von außen definiert werden darf. Coach sein ist eine Haltung, eine Einstellung. Kein Beruf, den man lernt und erlangtes Wissen stupide abruft. Coach sollte man nicht werden wollen, um möglichst schnell viel Geld zu verdienen. Auch wenn das zweifelsohne geht. Grundsätzlich sollte der Mensch, meiner Meinung nach, niemals einen Beruf ausschließlich des Geldes wegen ausüben.

Ja, die Grundlage ist dein eigenes Leben

Meiner Meinung nach sollte auch nicht jeder Coach werden, der mit seinem eigenen Leben überfordert ist. Das ist nicht wertend und nicht despektierlich. Das ist ein gut gemeinter Rat. Menschen vertrauen mir, als Coach, ihre größten Geheimnisse an, sie öffnen sich und teilen Ängst mit. Oft bin ich als Coach der engste Vertraute, der Einzige, der “Bescheid weiß“. Was wäre ich für ein Mensch, wenn ich das ausnutzen würde, um dadurch mein eigenes Unvermögen zu kompensieren. Niemandem ist geholfen, wenn ich mit meinen Probleme versuche, anderen bei ihren Problemen unter die Arme zu greifen. Wie erfolgversprechend ist es, dem Coachee ein gutes Gefühl geben zu wollen, welches ich selbst nicht habe? Wie sehr vertraust du einem ungesund übergewichtigen Arzt, dass sein Diätplan die Pfunde purzeln lässt? Vertraust du einem Tierarzt, der Angst vor Hund- Katze- Maus hat? Der Mensch erwartet, dass der Spezialist, dem ich mich anvertraue, weiß wovon er spricht und beherzigt, was er lehrt. Im Umkehrschluss heißt das nicht, dass ein Arzt nicht krank werden darf oder ein Physiotherapeut nicht auch mal Rückenschmerzen hat (ich nehme bewusst Abstand von unheilbaren Erkrankungen, Traumata, Missbrauch). Unterm Strich gehts darum, dass er sich zu helfen weiß, positiv bleibt, die Ursache kennt und beheben kann. Dass alle Spezialisten ein Grundverständnis für das haben, was sie anderen vermitteln möchten. Dass sie Unterstützer sind, wo Menschen alleine nicht weiterkommen und eine konstante und solide Hilfe bieten, für die, die sich selbst nicht helfen können. Resilienz sollte auch für den Coach nicht nur ein sich gut anhörendes Nomen der Fachliteratur sein. Aus Krisen gestärkt hervorgehen, nicht bei jeder Belastung zusammenbrechen, schlicht eine gute Belastbarkeit mitbringen, ist essentiell um Klienten eine gute Stütze zu sein. Sich am tag, in der Woche auf viele unterschiedliche Charaktere einzulassen, ist in der Theorie manchmal leichter, als es dann in der Praxis ist.

Wie bereits gesagt, darf jeder Spezialist auch in seinem Gebiet “Schwächen aufweisen“. Ärzte trinken Alkohol, Polizisten werden wegen zu schnellen Fahrens geblitzt, ich selbst nehme, als Pharmazeut, auch mal Kopfschmerztabletten oder Nasenspray und der Coach trifft eine falsche Entscheidung. Die Frage ist, inwieweit ist der Coach Spezialist in seinem eigenen Leben und kann authentisch das vertreten, was er anderen nahe legen möchte. Interessant zu beobachten ist, dass Menschen in dem Bereich coachen möchten, in dem sie selbst noch keinen optimalen Weg gefunden haben. Also Coaching als eine Art Selbstheilung? Bitte nicht!

Fazit: Coach kann und sollte längst nicht jeder werden. Ich setze mich sehr dafür ein, dass Ausbildungen verpflichtend werden und der Status “Coach“ die Wertschätzung erhält, die er verdient.

Ich habe selbst 4 Jahre Ausbildung/Fernstudium hinter mir und bin froh, dass ich diesen teils steinigen Weg gegangen bin. Ich bin 1,5 Jahre alle 4 Wochen zu einem Expertentreffen gefahren und hatte intensiven Austausch mit erfahrenen Coaches, die als Psychologe, Arzt oder als international ausgebildete Business Experten gearbeitet haben. Die Praxiserfahrung war somit gewährleistet. Soviel theoretisches Wissen und wertvolle Erkenntnisse wären mir verborgen geblieben. In Kombination mit meinen bereits vorhandenen Fähigkeiten und Eigenschaften kann ich heute das machen, was mich erfüllt und glücklich macht. Fakt ist auch, dass man bei anderen Menschen auf Situationen anders schaut, als bei sich. Mit Distanz zu Emotionen bleibt man naturgemäß objektiver, lösungsorientierter und fokussierter. Bei Mitmenschen fällt einem das eine Kilogramm zu viel auf den Hüften weniger auf, als bei einem selbst, wenn die Lieblingshose zwickt. Ein Coachee soll (bei mir) auch erfahren, dass ich schonmal einen Arzttermin vergessen habe, dass mich manchmal nervt, wenn jemand auf meinem Parkplatz steht, dass ich eine Schwäche für Angelo Kelly habe und wenn ich hungrig und müde bin, nicht immer wertfrei kommuniziere ;). Im Gegenzug bin ich beruhigt, wenn mein Gärtner Unkraut in seiner Einfahrt hat und ein befreundeter Elektrikermeister defekte Außenbeleuchtung.

Ich bin nicht fehlerfrei und ich erwarte auch von meinen Coachees nicht, dass sie fehlerfrei sind. Ich bin überzeugt, dass es nur auf eine reflektierte, bewusste und sensible Haltung für sich und sein Handeln ankommt. Es geht nicht um Fehlerfreiheit, sondern darum, sein Leben selbstwirksam zu gestalten. Wir können uns die Frage stellen: Was ist ein Fehler? Wer definiert, was ein Fehler ist? Richtig oder falsch. Fehler oder kein Fehler. Perfekt oder nicht perfekt. Jeder sollte das für sich selbst definieren und nicht für andere. Die einen bevorzugen den Urlaub am Strand, die anderen in der Stadt oder in den Bergen. Jeder Mensch hat andere Vorstellungen von Urlaub und so sollte es in allen anderen Lebensbereichen auch sein.

Fun facts über mich:

  • Liebt gut bürgerliche Küche
  • Hat seit 3 Jahren Flugangst, gibt aber sonst auch schonmal die Kontrolle ab 😉
  • Optimist
  • Traveller
  • Liebt das Leben
  • Hat ein Problem damit, der Masse blind zu folgen
  • Selbstdenker
  • “ was möchtest du mir damit sagen“
  • Typischer Löwe
  • Von Lehrern geliebt, von Schülern eher nicht so
  • Hat Immer schon keinen Wert darauf gelegt, was andere denken
  • Nicht der andere ist Schuld an meiner Emotion, sondern ich selbst bin es
  • Kinder sind nicht dazu da, um zu geben, sondern um zu erhalten.

Zusammenfassung: Jeder Experte darf “Schwächen“ auf seinem Gebiet haben, er sollte aber zeitgleich Experte darin sein, diese zu managen und ein grundsätzliches Verständnis für sein Leben haben. Handwerkszeug sollte abrufbar und greifbar sein und auch schwierige Situationen sollten konstruktiv gelöst werden. Mensch sein sollte jeder dürfen!!

Mach dich nicht abhängig von Meinungen und Gefühlen anderer Menschen. Sei autark und vertrau auf dich selbst. Du wirst sehen, das Leben wird schöner und leichter. Probier’s aus ;)!

Dein Coach Nadja

Wieviel sollte ich meinem neuen Partner von meiner Vergangenheit erzählen?

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Jeder von uns hat sie. Eine bewegte oder weniger bewegte Vergangenheit. Jeden Morgen, wenn wir aufstehen, haben wir eine Vergangenheit – das Gestern. Alle Erfahrungen und Erinnerungen, die wir mit uns tragen, stammen aus der Vergangenheit. All das formt uns und prägt unsere Gedanken und Gefühle. Sowohl positive als auch negative. Leider sind die negativen allgegenwärtig und haben großen Einfluss auf zukünftige Begegnungen und Beziehungen. Oft viel mehr als die positiven. Wie schade! Aber warum ist das so? Wie viel Vergangenheit ist für die neue Beziehung relevant und kann ich damit abschließen? Das wollen wir uns in diesem Artikel genauer anschauen.

Sola dosis facit venenum

Wie viel du über deine Vergangenheit erzählst, bleibt natürlich dir überlassen. Es gibt einige Aspekte, die du berücksichtigen solltest. Zuerst solltest du dich fragen, warum du bestimmte Informationen weitergeben möchtest. Frag dich immer wieder, warum du etwas erzählen willst. Frag dich auch, welche Reaktion du dir wünschst oder sogar erwartest. Die Motivation: „Mein Partner muss einfach alles wissen“ kann kontraproduktiv sein. Mache dir deshalb klar, was du mit deiner Offenheit erreichen willst. Überlege, inwiefern sie sich positiv auf eure Beziehung auswirken kann. Bedenke aber auch, dass es negative Auswirkungen haben kann und überlege dir, ob das zielführend ist. Denn was in deiner Vergangenheit passiert ist, hat nicht unbedingt etwas mit der Gegenwart zu tun. Wenn du bestimmte Themen bereits verarbeitet und abgeschlossen hast, macht es wenig Sinn, sie noch einmal aufzuwärmen und zu durchleben. Vor allem dann nicht, wenn sie keinen Einfluss auf deine Gegenwart oder deine Zukunft mit deinem neuen Partner haben. Deshalb solltest du gut dosieren, was du von dir preisgibst. Es gibt definitiv Informationen, die wichtig sind, um eine ehrliche Beziehung aufbauen zu können. Aber es gibt eben auch Dinge, die du als deine Privatsphäre betrachten kannst und die du nicht unbedingt erzählen musst. Die Frage ist also, wann du Details aus deiner Vergangenheit erzählst.

timing ist alles

Wenn Menschen eine Beziehung eingehen und die Schmetterlinge fliegen, neigen sie dazu, zu erzählen, „was Gott verboten hat“. Durch die rosarote Brille verzeihen wir viel und die meisten Menschen nutzen das aus, um sich alles von der Seele zu reden, ohne sich zu fragen, ob die alte Beziehung das aushält. Ob mein neuer Partner das aushält. Oder ich selbst. Die Anfangsphase einer Beziehung ist geprägt von Leichtigkeit und Sorglosigkeit. Wir halten den anderen für nahezu perfekt und können uns alles vorstellen. In diesem Zustand über die schwersten Stunden der Vergangenheit zu sprechen, kann zu großer Ernüchterung führen. Die junge Phase der Beziehung überlebt das vielleicht nicht, weil der andere unter Druck gerät. Ängste machen sich breit, die Leichtigkeit geht verloren. Ein völlig Fremder offenbart mir sein ganzes Leben. Das löst nicht selten Fluchtinstinkte aus. Wir wollen nicht sofort mit den Problemen eines Anderen, eines Fremden belastet werden. Wir wollen in dieser Phase nicht hören, dass jemand eine unvollkommene Geschichte hat. Denn genau das tun diese Geschichten. Sie betonen die Probleme, die Schwierigkeiten. Denn gerade wenn es um Ex-Partner geht, geht es um Probleme. Sonst hätte man sich ja nicht getrennt. Man hat also selten etwas Gutes zu erzählen. Automatisch hat mein Gegenüber das Gefühl, sich darauf einlassen zu müssen. Durch Zuhören, Zuspruch geben, Rücksicht nehmen, interessiert nachfragen. Egal wie, es entsteht Druck. Dabei sollte ich immer bedenken, dass mein Gegenüber auch eine Geschichte hat. Unter Umständen prallen gerade zwei Lebensgeschichten aufeinander und führen zu Distanz und nicht wie erhofft zu mehr Nähe und Vertrauen. Langsames Herantasten, eine unbeschwerte Zeit genießen, das ist das Wichtigste. Im Laufe der Zeit wird es immer wieder Gelegenheiten geben, sich von Teilen der Vergangenheit zu trennen. Nicht zu voreilig, erst eine solide Basis schaffen, auf der man sicher sein kann, dass die Beziehung das aushält. Denn mal ehrlich, wie fändest du es, wenn dir jemand direkt sagt, wie schlecht, böse und unfähig der Ex-Partner war? Hättest du nicht das Gefühl: “Oh, jetzt muss ich besonders toll sein, damit er besser von mir denkt“? Hättest du nicht das Gefühl: “hmm, wie redet er denn über mich, sollten wir uns trennen oder sollte ich nicht funktionieren“?

Das was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter, als über Paul aus;).

Am Anfang ist jede Beziehung unbeschwert und eher zerbrechlich. Wenn sich dann noch beide Seiten verletzlich machen, ist das eine destruktive Kombination. Zumindest in den meisten Fällen. Ich zeige meine verletzliche Seite und diese Seite bringt Erwartungen mit sich. Das heißt, ich lade etwas ab und hoffe, etwas zurückzubekommen. Das ist nicht fair und auch nicht förderlich. Mein Gegenüber ist nicht dazu da, mir etwas zurückzugeben. Mein Gegenüber ist nicht dazu da, Erwartungen zu erfüllen, weil ich noch Dinge in meinem Rucksack habe. Deshalb rate ich Paaren, die am Anfang einer Beziehung stehen oder auch Singles, die sich sehnlichst einen Partner wünschen, ihren Rucksack zu leeren und ihn nicht bei einem potentiellen neuen Partner abzuladen. Dazu gehört auch, sich zwischen zwei Beziehungen genügend Zeit für die Verarbeitung zu lassen. Es gibt keine „richtige Zeit“, aber je länger die letzte Beziehung dauerte und je schwieriger und negativer sie endete, desto mehr Zeit braucht man. Die Psyche. Das Unterbewusstsein. Ich persönlich halte ein Jahr für angemessen. Auch mehr, wenn die Beziehung besonders lang war. Viele Jahre Beziehung kann man nicht in 4 oder 6 Wochen aufräumen. Niemals! Die Gefahr ist groß, dass man zu viel alten Kram mitnimmt, der einem irgendwann, auch Jahre später, noch auf die Füße fällt.

Was sollte ich erzählen und was nicht

Wie bereits erwähnt, sollten die ersten Wochen leicht und unbeschwert sein. Konzentriere dich auf das Positive und auf das, was gut zusammenpasst. Wenn die Gespräche tiefer werden, wenn man anfängt, Pläne zu schmieden, dann sollte man gut selektieren, was wichtig ist und was nicht. Es gibt keine Liste mit Go’s und No Go’s. Um sich gegenseitig zu verstehen, ist es sicher hilfreich, einige negative Erfahrungen aus der vorherigen Beziehung oder aus dem Elternhaus zu erwähnen. Zum Beispiel, wenn es um groben Umgang oder gar Gewalt geht. So kann ein flapsiger Klaps auf den Po eventuell negative Gefühle auslösen. Auch eine angezettelte Kissenschlacht kann unter Umständen negative Folgen haben. Wichtig ist an dieser Stelle, dass solche Dinge als persönliche Erfahrungen geäußert und mit Emotionen unterlegt werden. Auf keinen Fall sollten Vergleiche gezogen werden oder gar Übertragungen stattfinden (Du bist wie … und du machst wie …). Auch die Vergangenheit des Ex-Partners sollte nicht thematisiert werden. (Mein Ex hatte eine Affäre, mein Ex wurde zu Hause geschlagen…). Dies sind immer vertrauliche Inhalte, die „Fremde“ nichts angehen. (Ausnahme: der Ex ist Thema durch Kontaktaufnahme, Stalking o.ä., dann kann eine Erklärung bzw. Aufklärung notwendig sein). Grundsätzlich sollte alles gesagt werden, was einen positiven Einfluss hat, die Beziehung bereichert und das Verständnis erleichtert. Themen, die irrelevant und nicht zielführend sind, sollten einfach dort bleiben, wo sie hingehören. In die Vergangenheit. Sexuelle Vorlieben oder Erlebnisse mit dem Ex-Partner sollten wertfrei aus der Ich-Perspektive geschildert werden. Urlaubserinnerungen, gemeinsame Aktivitäten, Vorlieben des Ex-Partners, Fotos, Souvenirs haben in der neuen Beziehung nichts zu suchen. Solltest du das Bedürfnis haben, alte Fotos oder Erinnerungsstücke aufzubewahren, packe sie in eine Schachtel und lass sie bei dir. Wenn du das Bedürfnis hast, sie allen zu zeigen, bist du noch nicht fertig und nicht bereit für eine neue Beziehung. Solltest du oder dein Ex-Partner untreu gewesen sein, eine Affäre gehabt haben, behalte diese Information für dich. Was möchtest du deinem neuen Partner sagen? Dass du zur Untreue bereit bist? Dass du bereit bist zu verletzen? Dass du vielleicht ein geringes Selbstwertgefühl hast, das du nach außen hin aufpolieren musst? Vielleicht sind das alles Informationen, die nicht unbedingt für Heiterkeit sorgen. Lass deinen Partner dich so kennen lernen, wie du jetzt bist, und nicht so, wie du warst.

Man muss sich immer bewusst sein, dass man sich angreifbar macht und Informationen aus seinem Inneren preisgibt, die sehr bewegt haben oder es noch tun. Je mehr man voneinander weiß, desto mehr „Angriffsfläche“ kann es geben. Wenn alte Wunden noch nicht verheilt sind, können sie in Konfliktsituationen wieder aufbrechen. Das kann uns passieren oder wir interpretieren es bei dem anderen so, wie es uns passt. “Jetzt weißt du, warum dein Ex dich betrogen hat“. “Wenn du vorher auch Probleme hattest, kann es nicht an mir liegen.“ Wer weiß, warum deine Eltern dich so früh rausgeworfen haben“. Zugegeben, das ist nicht nett, das ist nicht fair. Aber das kann passieren, wenn einer oder beide zu schnell Dinge ausplaudern, ohne zu wissen, wie emotional stabil und reflektiert der andere ist.

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the time is now

Viel wichtiger als das, was in der Vergangenheit war, ist das, was in der Gegenwart ist und was in der Zukunft sein wird. Das bedeutet, dass wir zurückblicken können, um zu lernen. Wir können darüber nachdenken, was gut war und was nicht. Wir können darüber nachdenken, was uns geholfen hat und was uns geschadet hat. Wenn das alles geschehen ist, sollten wir das Buch schließen und ein neues aufschlagen. Solange wir im alten Buch blättern, können wir uns nicht auf das neue konzentrieren.

Themen, die zeitig relevant sein können

  • traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder vergangenen Beziehungen, Verlust von Elternteilen, Gewalt, Unfälle, bedeutsame Erkrankungen, Therapien
  • Spezielle Fantasien, Neigungen, beeinflussende Pläne oder Träume, die unerfüllt blieben
  • gravierende juristische Angelegenheiten wie Verhaftung, Haftstrafen, Bewährungsstrafen, psychiatrische Aufenthalte
  • zu pflegende Angehörige, Vormundschaften, Pflegschaften, ehrenamtliche Tätigkeiten

Themen, die gar nicht oder erst viel später relevant sein können

  • Informationen rund um den Ex Partner (Lieblingsessen, Farbe, Band, Familienverhältnisse, Erkrankungen..)
  • Emotionen die im Bezug auf den Ex Partner bestehen (ich habe ihn/sie sehr geliebt… sie/er war mir sehr wichtig)
  • Pläne, die man mit Ex Partnern hatte (es gilt neue Pläne zu schmieden)
  • Insgesamt sollte nicht das komplette Leben ausgebreitet werden
  • NIEMALS vergleichen – jeder ist anders und das ist auch gut so! Es hat seinen Grund, dass es Ex Partner geworden sind
  • bereits abgeleistete Altlasten (Kredite, Disponutzung) = dein Gegenüber zieht möglicherweise falsche Schlüsse, ohne Zusammenhänge zu kennen

Die Vergangenheit sollte nicht größer als die Zukunft sein!

Dein Coach Nadja

Ab wann geht Beziehung zu schnell?

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Liebe auf den ersten Blick? Das wünscht sich jeder, aber es gibt sie wohl nur im Märchen. In den ersten Wochen einer Beziehung kann es gar nicht schnell genug gehen, schließlich hat man den perfekten Menschen gefunden, oder? Beziehungen durchlaufen verschiedene Phasen. Das klingt zunächst unromantisch. Aber je bewusster wir damit umgehen, desto stabiler und wetterfester wird unsere Beziehung sein. Konflikte und schwierige Momente gibt es immer mal, die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Was heißt also zu schnell, wofür sollte man sich Zeit lassen und ab wann muss man in die Vollen gehen? Lest den Artikel 😉

Ich orientiere mich in diesem Artikel an Erkenntnissen und dem Wissen von Verhaltenstherapeut und Paartherapeut John Gottmann und beziehe auch meine Erfahrung aus meiner bisherigen 6 jährigen Arbeit mit Paaren und Familien mit ein. Es gibt unzählige Studien und Statistiken, die über Jahre zu gleichen oder ähnlichen Erkenntnissen gekommen sind.

3 Phasen einer Beziehung

Was unromantisch klingt, ist wichtig um zu verstehen, wie Beziehung funktioniert. Was passiert psychologisch und körperlich, wenn wir eine Beziehung eingehen bzw. einen Menschen kennenlernen, mit dem wir uns eine Beziehung vorstellen können?

Die erste Verliebtheitsphase ist aufregend – ein Ausnahmezustand für Körper, Herz und Hirn. Schmetterlinge im Bauch, der Puls rast. Verliebte können an nichts anderes mehr denken als an den oder die Geliebte – sie sind geradezu besessen vom anderen. Der Körper der Verliebten produziert eine natürliche Form von Amphetaminen. Sie fühlen sich wach und erregt. Pheromone, menschliche Duftstoffe, verstärken den Eigengeruch. Sie sorgen dafür, dass der Auserwählte Partner nicht nur attraktiv aussieht, sondern auch gut riecht.

Oxytocin, auch „Kuschelhormon“ genannt, wird immer dann ausgeschüttet, wenn sich Menschen zärtlich berühren. Bei Frauen deutlich mehr als bei Männern. Ein Grund, warum frisch Verliebte die erste Zeit ihrer Beziehung oft Arm in Arm verbringen und kaum voneinander loskommen. Oxytocin regt auch die Ausschüttung anderer Stoffe an, darunter der Glücksbotenstoff Dopamin. Dieser Hormonmix wirkt sich jedoch ungünstig auf unser Urteilsvermögen aus. Verliebten fehlen in der ersten Phase der Beziehung oft die Antennen für Warnsignale. Die Euphorie hält meist zwischen drei Monaten und einem Jahr an. In dieser Phase finden Verliebte alles wunderbar, akzeptieren jedes Verhalten und hinterfragen wenig bis nichts. Sie idealisieren ihr Gegenüber und glauben, den Mr. oder die Mrs. Perfect gefunden zu haben. Ansichten, Verhaltensweisen, aber auch optische Attribute, die man unter „normalen“ Umständen nicht gut finden würde, erscheinen plötzlich wahnsinnig toll. In dieser Phase vermeiden Verliebte oft unangenehme Fragen aus Angst, die Antwort könnte die Blase zum Platzen bringen. Andererseits geben Verliebte in dieser Phase Antworten, die sie ohne “Rauschzustand“ so nicht beantworten würden. Es wird also deutlich diese erste Phase ist trügerisch. Insbesondere im Bereich Zukunftsplanung kann in dieser ersten Phase einiges schief gehen.

Übrigens konnte Gottman erstaunlicherweise nach nur kurzer Beobachtung streitender Paare voraussagen, ob sich die beiden jeweils innerhalb der nächsten Jahre trennen würden – mit 90-prozentiger Trefferquote. In seinem „Liebes-Labor“ (Love Lab) untersuchte er Kommunikationsstil, Körpersprache und die körperlichen Reaktionen während eines Konflikts. Für eine stabile Beziehung müssen die positiven Interaktionen überwiegen, und zwar mindestens im Verhältnis 5:1. Im übertragenen Sinne bedeutet das, dass beispielsweise einer geäußerten Kritik fünfmal Lob, Bestätigung oder Anerkennung gegenüberstehen sollten. Paare, bei denen das gegeben ist, scheinen eher zusammen zu bleiben, als Paare, auf die das nicht zutrifft.

Paare, die die Hürde der zweiten Phase gemeistert haben, lernen sich in der dritten Phase wirklich kennen und binden sich emotional tiefer. Das bedeutet, den Partner oder die Partnerin als ganze Persönlichkeit zu schätzen, die Werte des anderen anzuerkennen. Engagement und Loyalität sind die Basis für eine stabile Beziehung – ob für einen längeren gemeinsamen Zeitraum oder ein Leben lang. An der Stelle sagen einige: ‚ich hab das auch schon vorher akzeptiert, sonst wären wir nicht bis hierher gekommen“. Kann man so sehen. Die Erfahrung zeigt das Gegenteil. Wie erwähnt akzeptieren wir zu Beginn alles. Wir sagen zu fast allem ja und finden pauschal alles gut. Was Akzeptanz und Verständnis wirklich bedeuten, zeigt sich naturgemäß erst später. Nämlich wenn Situationen entstehen, in denen dieses gefordert ist. Und das ist es in den allermeisten Fällen nach 1,2,3 Jahren Beziehung.

Glückliche Paare gehen also sanfter miteinander um als diejenigen, die in einer „Beziehungskatastrophe“ stecken. Doch wo lauern die Beziehungskiller? Es sind vermutlich ganz bestimmte, destruktive Verhaltensweisen. Treten sie geballt auf, dann sind sie ein schlechtes Omen für die Liebe. Gottman spricht von den „vier Reitern der Apokalypse“: Kritik, Verteidigung, Verachtung und Mauern – allesamt Indikatoren, die eine Trennung beziehungsweise Scheidung begünstigen können. Nicht müssen!

Bindungsangst oder Verlustangst oder beides?

Viele, wenn nicht sogar die meisten, Menschen gehen auch nach einer Trennung schnell wieder eine neue Beziehung ein. Aber warum binden Menschen sich unnatürlich schnell an andere Menschen und nehmen sich wenig Zeit für sich selbst und überstürzen nach einem Kennenlernen jeden weiteren Schritt? Unterschiedliche Faktoren spielen eine Rolle. Die wohl zwei größten greife ich einmal auf. Die Angst vor dem allein sein, also ein “gestörtes Bindungsverhalten“ und der gesellschaftliche Druck, der einem suggeriert, dass eine Beziehung notwenig ist, um als lebensfähiger Mensch zu gelten. Das erste ist wahrhaftig ein Problem, das zweite muss kein Problem sein, außer wir machen es zu einem. Dennoch hängen beide Punkte irgendwie miteinander zusammen. Ein gestörtes Bindungsverhalten habe ich in früher Kindheit antrainiert, um gewissen Mustern und Verhaltensweise zuhause, angemessen begegnen zu können. Unser Unterbewusstsein hat uns einen Überlebensplan mitgegeben, sodass wir die Zeit, in der wir nicht für uns selbst sorgen können, überstehen. Mit diesem Muster gehen wir letztlich ein Leben lang weiter. Dieses Muster rufen wir immer wieder ab, auch im Zusammenhang mit Partnerschaften. So haben Menschen, die sich in Ihre Kindheit und Jugend allein gefühlt haben, meistens ein erhöhtes Bedürfnis nach Bindung und suchen nach jeglichen Möglichkeiten Verbindung zu Menschen aufzubauen. Aber auch jene, die immer enge Verbindungen hatten und diese als unbedingt notwendig kennenlernen, haben ein dringendes Bedürfnis auch zukünftig Bindungen einzugehen. Beide Muster verleiten dazu, allzu schnell Bindungen einzugehen und schnell zu glauben, den richtigen Menschen gefunden zu haben. Der objektive Blick wurde zu wenig trainiert und der Glaube “nur in Beziehung bin ich wertvoll“ zu sehr manifestiert. Auch das was wir vorgelebt bekommen hat großen Einfluss auf unser Bindungsverhalten, weil dadurch eben wieder bestimmte Muster entwickelt werden. Wenn die Eltern viele Jahre zusammen sind und eine Trennung z.B. als “macht man nicht“ vorleben, so werden auch wir glauben, dass man für immer zusammen bleiben muss, weil man etwas anderes nicht macht. Erleben wir ständig Trennungen und neue Partner, kann das ebenfalls dazu führen, dass wir dringend nur eine Verbindung möglichst ein ganzes Leben lang halten, weil die ständigen Trennungen negative Spuren in uns hinterlassen haben. Hier springt dann die Verlustangst an. Eine Bindungsstörung kann also sowohl bedeuten, dass wir uns immer wieder in eine Beziehung stürzen ohne zu hinterfragen, ob es eine positive Verbindung ist, sie kann aber auch dafür sorgen, dass wir nur eine Bindung eingehen und an dieser festhalten, egal wie wir uns fühlen, Hauptsache wir haben eine Beziehung. Beides ist natürlich nicht zielführend und führt langfristig nicht zu großer Zufriedenheit. Die Gesellschaft kann, wie schon erwähnt, ebenfalls ein großer Faktor sein. Denn die Einflüsse können uns in unseren Überzeugungen bestärken und ohne entsprechendes Bewusstsein, lassen wir uns davon leiten. Wir landen dadurch in Beziehungen, die wir unter “normalen“ Bedingungen nicht eingehen würden. Letztlich hat jeder irgendein Muster erlernt und manifestiert. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht und inwieweit wir uns davon beeinflussen lassen.

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Liebe auf den ersten Blick?

Und plötzlich scheint es, als halte die Welt den Atem an, als warte sie nur darauf, dass sich die Lippen der Liebenden berühren. Gerade sind sie sich begegnet – doch sofort ist es um sie geschehen.

Klingt kitschig? Mag sein. Die Szene entspricht dem romantischen Ideal, das in Literatur, Filmen und Musik verbreitet wird. Schon die Griechen in der Antike glaubten an Liebe auf den ersten Blick, Shakespeare schrieb darüber, die Beatles und andere sangen davon. In Befragungen sagen etwa 25 Prozent der Teilnehmer, sie hätten das selbst erlebt. Nun nimmt es die Liebe generell mit der Wahrheit nicht so genau und Wissenschaftler, die sich mit dem Phänomen beschäftigt haben, kommen nun zu einem eher unromantischen Schluss: Liebe auf den ersten Blick ist vor allem eines – eine Illusion.

Liebe besteht aus Vertrauen, Fürsorge, Zuneigung, Zugehörigkeit, gleichen Zukunftsideen. Dass der Gefühlshaushalt nach nur einem Blick von derart tiefen Empfindungen überwältigt werden könnte, ist vielleicht etwas vermessen. Geborgenheit und Nähe entstehen im Lauf einer gemeinsamen Geschichte. Der erste Blick verschafft nur Gewissheit, dass vom anderen Anziehung ausgeht. 100 Millisekunden reichen, um zu einem Eindruck zu gelangen, der kaum je revidiert wird. Liebe allerdings benötigt weitaus mehr als ein paar Millisekunden. Liebe entsteht über Jahre hinweg und ist irgendwann nicht mehr nur ein Gefühl, sondern eine Grundlage für das ganze Leben.

Vergleich mit dem “davor“

Experten haben herausgefunden, dass sich vor allem Menschen schnell verlieben und sich schneller auf eine Beziehung einlassen, die zuvor wiederholt schlechte Erfahrungen gemacht haben oder die zuvor noch keine längerfristige, tragfähige Beziehung hatten. Ein Phänomen, das auch bei Seitensprüngen und Affären zu beobachten ist. Wenn die Erfahrungen vorher schlecht waren, ist das, was kommt, erst mal gut. Einfach weil es anders ist. Es wird in jeder Situation verglichen. Das Fazit ist fast immer: Es ist besser, weil es der oder die Richtige ist. Menschen, die schon vorher feste Beziehungen hatten, die nicht im Streit oder mit negativen Emotionen endeten, neigen eher dazu, abzuwarten und mit Ruhe und Bedacht in eine Beziehung zu gehen. Sie haben meist den Weitblick zu sehen, was passen könnte, was in Zukunft schwierig werden könnte und wie es um die eigenen Vorstellungen steht. Am Ende ist es einfache Psychologie. Wenn ich schon einmal etwas Gutes hatte, weiß ich, dass ich es wieder haben kann, wenn ich warte. Wenn ich noch nie etwas Gutes hatte, möchte ich so schnell wie möglich zu den Glücklichen gehören, die in einer liebevollen Beziehung leben. Wenn ich weiß, dass ich nach 20 km ein gutes Erdbeereis bekomme, dann esse ich nicht das schlechte an der Ecke. Ich warte einfach, bis ich wieder 20 km fahren kann, um das gute zu bekommen. Und das heißt natürlich nicht, dass nicht trotzdem etwas Schönes dabei herauskommen kann. Es heißt auch nicht, dass jede Beziehung, die langsam beginnt, automatisch ein Leben lang hält. Es geht nur darum, beide Seiten zu beleuchten und festzustellen, dass die Häufigkeit, mit der Beziehungen scheitern, mit dem Start und der Geschwindigkeit zusammenhängt.

Für die Liebe braucht er Verliebtheit

Letztendlich ist die Zeit, in der wir uns verlieben, von Mensch zu Mensch verschieden. Tatsache ist jedoch, dass Liebe Zeit braucht, um zu reifen. Je mehr Zeit wir ihr geben, desto dauerhafter und fester wird sie. Auch nach dem Ende einer Beziehung ist die Liebe nicht einfach verschwunden. Nach einer Trennung braucht es Zeit, um alte und neue Gefühle zu verarbeiten und zu empfinden. Anstatt eine Liste abzuarbeiten und nach einem bestimmten Schema Zeit und Punkte einer Beziehung abzuarbeiten, sollten wir diese Energie in uns selbst und in die Beziehung selbst investieren.

Liebe ist Raum und Zeit, dem Herzen fühlbar gemacht. – Marcel Proust –

5 Tipps damit Liebe entsteht und bleibt

  • Vorsichtig mit sich selbst sein. Nicht zu schnell zu viel preisgeben- es besteht die Gefahr uninteressant zu werden, wenn es “nichts mehr zu entdecken“ gibt.
  • Dynamik entstehen lassen. Nicht zu sehr versuchen etwas herbeizuführen. Es kommt schon alles, dann wenn es soll.
  • Keinen Plan verfolgen. Liebe passiert und entsteht nicht durch einen guten Plan.
  • Nicht zu schnell alltäglich werden. Zu schnell “Alltag“ zu haben nimmt der Verliebtheit ihren Zauber. Es kann schnell selbstverständlich werden. Verliebtheit lebt von dem “ungewissen“
  • Mittelweg zwischen ernst nehmen und abwarten. Bei manchen Themen muss man nicht einer Meinung sein, bei anderen hingegen sollte eine gewisse Kompatibilität bestehen. Eventuell fällt es sonst erst nach vielen Monaten oder einigen Jahren auf und dann hält die Beziehung das womöglich nicht aus.

Viel Spaß in der Liebe!

Euer Coach Nadja

Neues Jahr- neues Glück! Warum die meisten Vorsätze Theorie bleiben

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Von 1002 Befragten nahmen sich 68% vor, im neuen Jahr weniger Stress zu haben. Leider zeigt ein Rückblick über mehrere Jahre, dass die meisten Vorsätze nach 19 Tagen zu den Akten gelegt und nicht weiter verfolgt werden. Vor allem sportliche Ziele und mehr Zeit für Familie und Freunde landen schnell in der Theoriekiste. Doch woran liegt es, dass Menschen nicht durchhalten und ihre Vorsätze nicht in die Tat umsetzen? Sind Vorsätze vielleicht längst überholt und nicht mehr zeitgemäß? Wie starten wir ins neue Jahr, wenn wir nicht wissen, was uns erwartet?

Die Sache mit dem Leidensdruck

Die Meinungen darüber, ob Vorsätze sinnvoll sind oder nicht, gehen auseinander. Die einen sagen: „Quatsch, es kommt wie es kommt“, die anderen sagen: „Es ist wichtig zu wissen, was auf mich zukommt und was davon ich selbst beeinflussen oder lenken kann“. Wobei das eine das andere nicht ausschließt. Letztlich kommt es immer so, wie es kommen muss, aber ich kann mir Ziele setzen und Wünsche definieren, die ich mir erfüllen möchte. Aber warum erreiche ich sie nicht? Es gibt verschiedene Gründe, warum wir relativ schnell die Motivation verlieren. Ein Grund ist, dass der Leidensdruck sich als nicht so groß herausstellt, wie wir ihn anfangs empfunden haben. Das heißt, wir entwickeln diesen Vorsatz aus einer Emotion heraus, aus einer Momentaufnahme heraus und stellen dann bei der Umsetzung fest: Na ja, so schlimm ist es nicht, das mache ich morgen oder irgendwann später. Ein klassisches Beispiel ist sicherlich das Thema „Abnehmen“. Am Weihnachtsabend passt das Festtagskleid nicht, das Kleid kneift und die Strumpfhose ist kurz davor zu reißen. Und schon ist der Vorsatz geboren: “ich muss abnehmen“. Sobald es dann ans Laufen, Radfahren oder Krafttraining geht, merkt man, dass die Motivation fehlt und andere Dinge in den Vordergrund rücken. Freunde treffen, den Garten für den Sommer vorbereiten, Frühjahrsputz und plötzlich ist es gar nicht mehr so schlimm, dass das Kleid an Heiligabend nicht so richtig zugegangen ist. Bis zum nächsten Heiligabend schaffe ich das schon, sind die Gedanken. So vergehen die Jahre, ohne dass man mit den Vorsätzen nennenswert vorangekommen ist. Wichtig ist also den Vorsatz aus einer neutralen Emotion heraus zu planen. Etwas Abstand zu der Problemsituation gewinnen und von Außen betrachten, ob es sich lohnt daraus einen Vorsatz zu machen oder ob es in zwei Tagen schon wieder ganz anders aussieht.

Nicht konkret und nicht positiv

Jetzt bitte nicht an ein gelbes, dickes Nilpferd denken, das versucht, Seil zu springen. Na, hat es geklappt? Ich wette, du hast ein lustiges Bild vor Augen ;). Wenn wir Vorsätze fassen, sagen wir uns oft, was wir nicht wollen, oder wir formulieren eher eine Nein/Nicht-Botschaft. Dabei denken wir genau an das, was wir nicht wollen.

  • ich muss weniger rauchen
  • ich werde keinen Alkohol mehr trinken
  • ich muss weniger Stress haben
  • ich darf nicht immer zu allem ja sagen
  • ich werde nicht mehr online daten

Je negativer und unkonkreter du deine Vorsätze definierst, desto schwieriger wird es, sie zu erreichen. Du verbaust dir deine Ziele sozusagen selbst, indem du ständig daran denkst, was nicht geht. Du weißt also gar nicht genau, was du möchtest. Du weißt nur, was du nicht möchtest und versuchst dich daran festzuhalten. Du tust also alles, um dieses „Nicht/Nein“ zu erreichen, ohne konkret zu wissen, was besser ist. Bei meinem ersten Satz hast du also wahrscheinlich nicht an die grüne Giraffe mit Schwimmreifen gedacht. Überlege dir also, was du dir stattdessen wünschst. Was steckt wirklich hinter deinem Vorsatz? Willst du wegen deiner Gesundheit oder wegen des Geldes mit dem Rauchen aufhören? Dann kennst du deine Motivation, kannst sie positiv formulieren und hast quasi einen Handlungsauftrag, den du verfolgen kannst. So torkelst du nicht planlos durch die Gegend, sondern weißt genau, warum du gerade diese oder jene Zigarette nicht rauchst. Was stellst du dir unter weniger Stress vor? Mehr Zeit für Freunde, mehr Energie für Hobby und Freizeit oder meinst du gar Freizeitstress? Willst du auch hier deiner Gesundheit etwas Gutes tun? So erkennst du, wo du ansetzen kannst und welche Formulierung dir hilft, dein Ziel auch wirklich zu erreichen. Achte vor allem darauf, dass es für dich wirklich attraktiv wird.

Ist es wirklich DEIN Vorsatz?

Ich habe es dem letzten Satz gerade schon angedeutet. Oft scheitern wir an unseren Vorsätzen, weil sie gar nicht aus uns heraus entstehen, sondern aus dem Umfeld, aus der Gesellschaft. Wir haben im Prinzip den Vorsatz, so zu werden, wie andere uns gerne hätten oder wie es die Erwartungen anderer eben hergeben. Das ist den meisten Menschen gar nicht so bewusst. Ist aber ein häufiger Grund weshalb wir diese Vorsätze nicht einhalten können. Was uns nicht motiviert, was wir als nicht wertvoll empfinden, wird keinen Platz in uns finden. Wessen Erwartungen möchtest du also gerade gerecht werden? Wer hat dir zugesichert, dass dir 5 Kg weniger, auf den Hüften, besser stehen würden und wer hat dir aufgedrückt, dass das sogenannte Duckface sexy ist? Abgesehen davon, dass es einfach nicht gut und maximal unnatürlich ausschaut, mache nichts, was du nicht auch wirklich möchtest. Stehst du dahinter und würdest es auch machen, wenn niemand anders auf der Welt es tun würde? Sicher? Dann mach. Hast du auch nur den kleinsten Zweifel? Lass es. An Trends ist das Dumme, dass sie irgendwann jeder mitmacht und sie nicht mehr individuell sind. Obwohl jeder nach Individualität schreit. Die meisten sind davon jedoch weit entfernt! Sei du die Ausnahme! Sei du selbst, dann klappt es auch mit den Vorsätzen!

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Hier kommt eine Zusammenfassung von Faktoren, die es dir leichter machen, deine Vorsätze langfristig umzusetzen:

  • Definiere deine Vorsätze aus einer abgeschwächten, angemessenen Emotion heraus. Eine Überschussemotion fühlt sich gut an, ist aber kein guter Ratgeber. Die gaukelt dir da grad was vor
  • Hinterfrage, ob der Vorsatz für dich reizvoll und erstrebenswert ist oder ob du jemand anderem gerecht werden möchtest. Würdest du es tun, wenn niemand anders es tun würde?
  • Formuliere dein Vorhaben positiv und verschaffe dir somit einen Handlungsauftrag. Ich möchte Geld sparen, indem ich jeden Monat Betrag X auf mein Sparbuch überweise. Ich möchte Sport treiben, damit ich mehr Energie habe und belastbarer durch den Alltag gehe..
  • Setze dich nicht unter Druck. Teile dir deinen Vorsatz in Etappenziele ein und erfreue dich an kleinen Fortschritten. “gut Ding will Weile haben“ 😉
  • Bitte deine Mitmenschen, deine Vorsätze zu respektieren und sie wertzuschätzen. Es wäre unhöflich, wenn man dir bei deinem Vorsatz, weniger Alkohol zu trinken, ständig jemand einen Wein oder ein Bier vor die Nase hält.
  • Halte deine Vorsätze schriftlich fest. So schließt du quasi einen Vertrag mit dir selbst und kannst immer darauf zurückgreifen, solltest du einmal den Fokus verlieren.

So nun viel Spaß beim Erreichen deiner Ziele und beim Umsetzen deiner Vorsätze!

Wer selbst kein Ziel hat, arbeitet automatisch für die Ziele anderer!

unbekannt

Deine Nadja

Tipps gegen Stress in der Weihnachtszeit

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Alle Jahre wieder kommt das… der Stress

Lebkuchen, Spekulatius und Co. lassen sich bereits seit Monaten in den Supermärkten finden. Überall blinkt und glitzert schon seit Wochen die Weihnachtsdekoration und die Weihnachtsbeleuchtung. Eigentlich beginnt allmählich die schönste Zeit im Jahr. Besinnlichkeit, stimmungsvolle Musik und Glühwein kennzeichnen diese schöne Zeit. In vielen Fällen schwingt noch etwas anderes mit, der Stress. Aus der ruhigen Zeit wird oft eine Zerreißprobe für die Nerven. Auch, wenn sich die Menschen Harmonie und eine friedliche Zeit mit der Familie wünschen, in der Realität sieht es oft ganz anders aus.

Das muss nicht sein! An dieser Stelle gibt es ausnahmsweise keinen “klassischen“ Artikel, sondern hilfreiche Tipps und Anregungen, um stressfrei und entspannt durch die schönste Zeit des Jahres zu kommen.

  • Beginne frühzeitig mit der Planung. Auch, wenn es sich komisch anfühlt, lieber im Oktober starten, als 2 Wochen vor dem Fest ins straucheln zu kommen. Unbedingt auch an die Budgetplanung denken!!
  • Setze Prioritäten. Mache dir eine Liste mit allem, was du dir zu dem Fest wünschst. Essen, Dekoration, Baum, Gäste, Zeitrahmen an den Tagen. Schreibe jede noch so banal erscheinend Sache auf auf und erstelle eine Rangfolge nach Wichtigkeit. Was sind die Dinge, die als erstes erledigt werden sollten und was hat Zeit bis kurz vorher oder ist vielleicht in diesem jähr gar nicht mehr so wichtig? Hatte es letztes Jahr eine ganz andere Bedeutung?
  • Reflektiere deine Erwartung. Das kann parallel zur eigentlichen Planung starten. Frage dich, wie dein persönliches Weihnachtsfest aussehen soll. Führst du Familientraditionen fort oder sind es deine eigenen Ideen? Möchtest du viel Trubel oder eher klein und ruhig? Wessen Vorstellungen möchtest du gerecht werden? Wirkung nach Außen!
  • Kommuniziere deine Gedanken. Stress entsteht dort, wo unterschiedliche Erwartungen und Annahmen aufeinanderprallen. Wenn jeder glaubt zu wissen, was der andere denkt. Kommuniziere alle deine Gedanken und Wünsche. Frage aktiv nach, ob deine Ideen mit denen der anderen übereinstimmen. Frag aktiv nach Wünschen und Vorstellungen und äußere auch deine im Kreis derer, die feiern wollen.
  • Verteile Aufgaben. Das kann schnell zu viel werden. Einkaufen, Dekorieren, Absprachen mit Gästen, Geschenke besorgen, Essen zubereiten und/oder besorgen, Großputz im Haus, den Garten noch weihnachtlich gestalten. Gefühlt muss man im August anfangen, um alles zu schaffen. Also verteile die Aufgaben auf alle Beteiligten. Denk nicht, dass du allein verantwortlich bist. Dein Partner, deine Familie, deine Freunde, jeder kann einen Teil übernehmen. So ist es für keinen zu viel und am Ende läuft alles stressfrei ab. Außerdem stärkt es das Zusammengehörigkeitsgefühl, wenn alle gemeinsam zu einem tollen Fest beigetragen haben.
  • Nimm dir Auszeiten. Bei allem Trubel und bei aller Hektik, nimm dir bewusst Auszeiten, in denen du abstand von Planung und Weihnachten nimmst. Es soll kein Kampf oder Wettlauf mit der Zeit werden. Genieße die Zeit, lass Musik und tolle Düfte auf dich wirken. Beschäftige dich auch mit anderen Dingen, vielleicht unternimmst du eine kleine Reise oder einen Ausflug. Es soll eine ruhige Zeit werden, es soll die Anspannung zum Ende des Jahres aus dir raus und nicht noch mehr negatives in dich rein.
  • Sag Danke. Nicht die Glücklichen sind dankbar, sondern die Dankbaren sind glücklich. -Francis Bacon –

Für mich persönlich das Wichtigste. Die Dankbarkeit. Dankbar sein für das, was du hast. Dafür, dass du Weihnachten feiern kannst, für die Menschen um dich herum. Für all die Möglichkeiten, die du hast. Sei dankbar für dich!

Weihnachten ist nicht nur kalendarisch eine besondere Zeit. Ob kirchlich gebunden oder nicht, es ist eine besinnliche Zeit, die das Ende des Jahres einläutet. Familien kommen zusammen, alle rücken ein Stück näher zusammen. Die Musik wird ruhiger, überall duftet es nach Plätzchen, Zimt und Tannengrün und die Häuser erstrahlen in bunten Lichtern. Nutzen wir diese Zeit, um uns auf uns selbst zu besinnen und das Jahr Revue passieren zu lassen. Schauen wir auf unsere Erfolge, auf unsere schönsten Momente und freuen wir uns auf das neue Jahr. Vergessen wir das, was nicht so gut war. Was gut wird, entscheiden wir jeden Tag neu!

Ich wünsche Euch eine wundervolle, friedliche Vorweihnachtszeit!! 🙂

Dein Coach Nadja

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